Der Präsident des iranischen Fußball-Verbandes hat erneut eine Teilnahme der Nationalmannschaft der Männer an der WM in den USA, Mexiko und Kanada infrage gestellt.
"Wenn die Weltmeisterschaft so aussieht - wer bei klarem Verstand würde seine Nationalmannschaft an so einen Ort schicken", sagte Mehdi Taj im iranischen Staatsfernsehen. Iran soll seine Vorrundenspiele in den USA bestreiten, zwei in Los Angeles, eines in Seattle.
Taj traf seine Äußerungen im Zusammenhang mit den Vorfällen rund um die Nationalmannschaft der Frauen, die an der Asien-Meisterschaft in Australien teilgenommen hatte. Mindestens fünf Spielerinnen hatten nach Angaben der australischen Regierung nach dem Ausscheiden in der Vorrunde um Asyl gebeten. Darunter ist auch Kapitänin Zahra Ghanbari. Taj behauptete dagegen die Spielerinnen seien entführt worden und würden nun als "Geiseln" gehalten.
Einige der Spielerinnen waren vom iranischen Staatsfernsehen als "Verräterinnen in Kriegszeiten" gebrandmarkt worden, nachdem sie vor der Auftaktniederlage gegen Südkorea auf das Mitsingen der Nationalhymne verzichtet hatten. In den beiden folgenden Spielen, stellte Taj fest, habe dann die gesamte Mannschaft die Nationalhymne gesungen und salutiert.
Taj machte US-Präsident Donald Trump verantwortlich für die angebliche Entführung der Spielerinnen. "Er hat Australien gedroht: Wenn ihr ihnen kein Asyl gewährt, werde ich ihnen Asyl in den USA gewähren." Nach dem letzten Spiel habe die australische Polizei "laut unseren Informationen ein oder zwei Spielerinnen aus dem Hotel geholt". Taj ergänzte: "Wie kann man da optimistisch auf eine Weltmeisterschaft blicken, die in Amerika stattfinden soll?"










