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Elfer? Rote Karte? Videobeweis gibt weiter Rätsel auf

Zweimal kam der VAR zum Einsatz
Zweimal kam der VAR zum Einsatz
Foto: © Stuart Franklin, getty
04. August 2019, 12:47

Beim Tritt von Bayern Münchens Joshua Kimmich gegen Jadon Sancho schaltete sich der Videoassistent ebenso ein wie beim vermeintlichen Foul von Renato Sanches im Strafraum. Die Entscheidungen allerdings waren mehr als fraglich.

Jadon Sancho krümmte sich vor Schmerzen. Der brutale Tritt von Gegenspieler Joshua Kimmich auf das Sprunggelenk des Dortmunder Matchwinners tat schon beim Zusehen weh - und heizte die Diskussion um den Videobeweis somit prompt wieder an. Weil der zuständige Videoassistent Robert Schröder, anders als die Millionen Zuschauer in mehr als 200 Ländern, die unfaire Aktion falsch bewertete.

Dass Bayern Münchens Allrounder in der 76. Minute des Supercups Sancho mit voller Absicht attackierte, war spätestens beim wiederholten Blick auf die TV-Bilder zu erkennen. Eine Rote Karte wäre die einzig richtige Konsequenz gewesen, Schiedsrichter Daniel Siebert (Berlin) zückte nach dem kurzen Austausch mit Schröder jedoch nur Gelb.

Salihamidzic hätte nicht einmal Gelb gegeben

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verwies auf "SID"-Anfrage auf den Medienworkshop "Video-Assistent", der am Montag in Köln stattfinden wird - und möglicherweise zur Aufklärung der fragwürdigen Entscheidung beitragen kann.

"Wenn Joshua Kimmich, den ich von seiner Mentalität und allem her sehr schätze, sich diese Szene nochmal anschaut, ist er vermutlich sehr zufrieden mit der Entscheidung des Schiedsrichters", sagte der Dortmunder Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nach dem 2:0 (0:0)-Sieg, bei dem Sancho mit seinem Treffer und einer Vorlage der spielentscheidende Akteur war.

Während Kimmich entschuldigend betonte, dass er "null Intention hatte, ihn zu verletzen", und der Münchner Sportdirektor Hasan Salihamidzic "nicht einmal die Gelbe Karte gegeben" hätte, zeugten die Reaktionen der BVB-Verantwortlichen von großer Weitsicht.

Angesichts der Brutalität der Szene vor der eigenen Bank hätten sie auch ausflippen können. "Es war aber ohnehin nicht entscheidend", sagte Sebastian Kehl, der die Lizenzspielerabteilung leitet und wohl bewusst eine neue Debatte um den Zankapfel im deutschen Fußball vermeiden wollte.

Einblendungen auf den Leinwänden zu spät

Die wird es zwei Wochen vor dem Bundesliga-Auftakt allerdings zwangsläufig wieder geben, Kimmichs Foul war an diesem Abend schließlich nicht die einzige Aktion, die trotz der Zuhilfenahme der Videobilder falsch bewertet wurde. Auch beim Zweikampf zwischen Münchens Renato Sanches und Dortmunds Achraf Hakimi (90.+2) hatten die Bayern Glück, dass Siebert auf seinen Videoassistenten hörte und keinen Elfmeter verhängte.

Und noch etwas verlief im ersten Pflichtspiel der Saison nicht wie erhofft: Die Einblendungen für die Fans im Stadion auf den Leinwänden, die Informationen über den Einsatz des Videobeweises liefern sollen, waren in beiden Fällen erst nach den finalen Entscheidungen zu sehen.

Der verantwortliche Videochef Jochen Drees hatte unlängst allerdings das Ziel formuliert, "dass die Zuschauer in den Stadien, die die Emotionen ja leben, schneller über den Ablauf einer Überprüfung aufgeklärt werden".

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