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"Läuft bei ihm": Leckie plötzlich Hertha-Star

Mathew Leckie steht zur Zeit bei Hertha im Fokus
Mathew Leckie steht zur Zeit bei Hertha im Fokus
Foto: © getty, Martin Rose
14. September 2017, 10:42

Mathew Leckie war schon als Chancentod abgestempelt, doch nach seinem Wechsel zu Hertha BSC blüht der Australier plötzlich auf.

Chancentod, Fehleinkauf, Rohrkrepierer: Mathew Leckie musste sich viel anhören, doch irgendwann reichte es ihm. "Wenn man lange nicht getroffen hat, denkt man, das Schicksal ist gegen einen. Alles, was du brauchst ist ein frischer Start", sagte sich der australische Stürmer. Nach einer kompletten Saison ohne Tor wechselte er im Sommer vom FC Ingolstadt zu Hertha BSC - und blühte auf.

In drei Ligaspielen traf der 26-Jährige dreimal und ist bislang der einzige Torschütze seiner Mannschaft in der laufenden Spielzeit. Die Gazetten bejubeln Leckie plötzlich für seine Kaltschnäuzigkeit, vor einem Jahr noch unvorstellbar. In 30 Saisoneinsätzen für die am Ende abgestiegenen Ingolstädter brachte er keinen einzigen seiner 49 Schüsse im Tor unter, auch in der Spielzeit davor standen nur drei Treffer zu Buche.

Lob von Ibišević

So viele, wie er nun schon im September auf seinem Konto hat. "Bei ihm läuft es. Er ist ein super Junge, ein Spieler mit großer Qualität", urteilte Hertha-Kapitän Vedad Ibišević. Doch so ganz kann sich Leckie selbst den abrupten Leistungsumschwung nicht erklären: "Ich weiß gar nicht so genau, warum ich letztes Jahr nicht getroffen habe. Die Chancen hatte ich ja. Aber das ist die Vergangenheit."

In der Gegenwart sticht Leckie heraus aus der biederen Berliner Mannschaft. Mit seinem Tempo erfrischt er die gesamte Offensive, die zu oft langsam und hölzern wirkt. Wie zuletzt beim mausgrauen Auftritt gegen Werder Bremen (1:1). Nur Leckies Führungstreffer verhinderte Herthas zweite Saisonniederlage. Zur Belohnung macht er am Donnerstag (21:05 Uhr) in der Europa League gegen Athletic Bilbao voraussichtlich sein erstes Europacupspiel.

Dárdai bleibt cool

Selbst der Manager ist Leckie-Fan. "Mathew hat alle Kritiker widerlegt, die ihn schon als Chancentod abgestempelt hatten", sagte Michael Preetz, selbst Rekordtorschütze der Berliner. Nur einer bremst die Leckie-Begeisterung: Trainer Pál Dárdai. "Wir brauchen ihn jetzt nicht hochzujubeln. Bei zwölf Toren können wir das machen", sagte der Ungar.

Vielmehr gab Dárdai seinem Stürmer einen Rat mit auf den Weg. Vor wenigen Wochen war Leckies Tochter Olivia Valentina zur Welt gekommen. "Ich habe ihm gesagt, er soll es nicht so machen wie Essi (Alexander Esswein, Anm. d. Red.) vergangenes Jahr und sich die ganze Nacht um Kinder kümmern. Er soll lieber schlafen und soll Fußball spielen", sagte Dárdai.

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