Mit seiner berühmt-berüchtigten "Noch"-Aussage über Julian Nagelsmann sorgte Jürgen Klopp bei der Fußball-WM im Sommer für reichlich Wirbel. Sein langjähriger Berater und Freund Marc Kosicke findet rückblickend deutliche Worte.
Klopps Aussage sei ein "Desaster" gewesen, bekannte Kosicke im Magazin "11Freunde".
Was war passiert? In seiner Rolle als TV-Experte hatte die Trainer-Ikone zusammen mit Ex-Nationalspieler Thomas Müller gewitzelt, ob Nagelsmann im September "noch" Bundestrainer sei.
Klopp, der ohnehin schon seit Längerem als möglicher Nagelsmann-Nachfolger galt, wurde daraufhin unterstellt, am Stuhl des damaligen Bundestrainers sägen zu wollen.
"Für mich war desaströs, dass der Eindruck entstand, als ob Jürgen den Job von Julian wollte und nur darauf wartet, dass was passiert. Dabei hatten wir andere Pläne", sagte Kosicke nun.
Das war "eine besondere Erfahrung" für Jürgen Klopp
Diese sahen offenbar eine Amtsübernahme im Jahr 2028 nach Ablauf von Nagelsmanns Vertrag vor. Die WM verlief aus deutscher Sicht dann aber sportlich so katastrophal, dass der DFB die Reißleine zog und Nagelsmann nach dem Turnier durch Klopp ersetzte.
Zuvor hatte der 59-Jährige rund eineinhalb Jahre als Fußballchef für Red Bull gearbeitet - eine neue Rolle, in der er erstmals nach Ende seiner aktiven Laufbahn nicht mehr als Fußballlehrer gefragt war, sondern als Repräsentant und Manager hinter den Kulissen.
"Das zu lernen und durchzustehen, war für ihn eine besondere Erfahrung", schilderte Kosicke.
"Sie denken vermutlich: Jürgen ist das große Arschloch"
Ganz reibungslos verlief Klopps letztlich kurze Ära beim Brauseimperium nicht.
Der frühere BVB-Coach erwarb sich den Ruf des "Trainerkillers", weil unter seiner Ägide bei den Red-Bull-Klubs gleich mehrere Übungsleiter entlassen wurden, darunter auch seine früheren Mainzer Weggefährten Marco Rose (bei RB Leipzig) und Sandro Schwarz (bei New York Red Bulls).
"Sie denken vermutlich: Jürgen ist das große Arschloch, denn er hat uns abserviert. Dabei war er eigentlich der Trainerbeschützer und hat sie noch länger im Job gehalten, das haben sie aber leider gar nicht so gesehen", sagte Kosicke mit Blick auf das Duo.
Viel diskutiert wurde nach dem Wechsel von Red Bull zum DFB über Klopps zahlreiche Sponsorenverträge und seine Dauerpräsenz in der Werbung. Diese soll laut Kosicke zukünftig aber zurückgefahren werden. "Jürgen hat jetzt eine neue Rolle, und in der wird er am meisten zu sehen sein", betonte der 55-Jährige, den der DFB im Paket mit Klopp als externen Berater an Bord holte.











