Spätestens nachdem die Utah Jazz und Indiana Pacers von der NBA mit teilweise hohen Geldstrafen wegen Tanking, also dem bewussten Schonen von Star-Spielern, um sich eine bessere Draft-Ausgangslage zu verschaffen, belegt wurde, ist die Diskussion um das umstrittene Vorgehen in der besten Basketball-Liga der Welt in aller Munde. Die Stars der Liga sehen das Problem allerdings nicht wirklich.
In einer von The Athletic durchgeführten Spielerumfrage, wurden mehr als 150 Profis aus der NBA zu aktuellen Themen befragt. Eines der Themen, zu denen sich das Online-Portal eine Meinung von den Spielern einholte: Tanking. Dass sich Teams ohne Playoff-Chancen extra schlecht verkaufen, um einen möglichst guten Draft-Pick zu erhalten, ist nicht neu, nahm in der jüngeren Vergangenheit aber immer bizarrere Züge an.
Während die Liga bereits über die daraus resultierenden Folgen diskutiert, scheint die Diskussion unter den Spielern eher wenig Relevanz zu haben. "Fast 75 Prozent der Befragten gaben an, dass die Integrität der Liga nicht in Gefahr sei; etwa 72 Prozent sagten, Tanking sei entweder ein 'kleines Problem' oder 'gar kein Problem'", heißt es in der Auswertung von The Athletic.
"Es ist manchmal gar nicht so schlecht, wenn Teams absichtlich verlieren", wird ein anonymer Befragter zitiert: "Ich finde, es ist nicht gut für den Basketballsport, aber ich habe das Gefühl, dass man durch das Absichtlich-Verlieren individuelle Chancen bekommt, die es nicht unbedingt gegeben hätte, wenn man versucht hätte zu gewinnen. Und ich denke, das ist riesig für den einen oder anderen Spieler."
Das sagen die Profis zum Tanking in der NBA
Ein anderer Profi sagte, Tanking sei nur ein "kleines Problem" und verwies auf die letztjährige Draft-Lotterie: "Die Mavericks haben letztes Jahr die Nummer-1-Auswahl bekommen." Doch diese Meinung vertreten nicht alle NBA-Stars. "Das ärgert mich, ich finde, die Liga muss etwas dagegen unternehmen", heißt es von einem anderen Spieler, der nachschob: "Das geht schon ewig so und die Liga tut nichts dagegen."
Zuletzt nahm die NBA aber eine wegweisende Änderung in Angriff. Wie unter anderem die Associated Press zuletzt berichtete, haben die General Manager der Liga den sogenannten "3-2-1 Lottery"-Vorschlag besprochen, der die derzeitige Praxis grundlegend verändern würde. Die Idee werde demnach bei einem weiteren Treffen am Donnerstag vertieft, bevor nächsten Monat das Board of Governors über den Antrag abstimmen soll.
"3-2-1" sieht vor, dass alle zehn Teams, die die Postseason verpasst haben, plus die 9- und 10-Seeds der jeweiligen Conference sowie die jeweiligen Verlierer des Play-In-Spiels 7 vs. 8 zwischen einem und maximal drei Bällen in der Lotterie erhalten können. Die schlechtesten drei Mannschaften werden zudem in die sogenannte "Draft Relegation" geschickt, durch die ihnen jeweils ein Lottery-Ball entzogen wird.
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