Der FC Bayern hat sich zum 35. Mal zum Meister gekrönt und kämpft im DFB-Pokal und der Champions League um weitere Titel. Aber weil Stillstand eben Rückschritt ist, sind die Münchner schon auf der Suche nach weiteren Verstärkungen für ihren Luxus-Kader. Anthony Gordon soll auf der Liste von Eberl und Co. weit oben stehen. Doch wer ist Gordon eigentlich?
Die Spur der bayerischen Transferbemühungen scheint dem Vernehmen nach tatsächlich nach Newcastle zu führen. In den vergangenen Tagen und Wochen gab es immer mehr Berichte über ein mögliches Interesse des FC Bayern an Anthony Gordon. Auch der Spieler soll durchaus mit einem Wechsel liebäugeln.
Grund genug, um sich den englischen Offensivmann näher anzuschauen, um zu verstehen, was die Verantwortlichen des FC Bayern in Gordon sehen und worauf sich die Fans freuen könnten.
Stockender Karriere-Start
Im Februar 2001 erblickte besagter Anthony Gordon in Liverpool das Licht der Welt. Während der heute 25-Jährige seine ersten Wochen hinter sich brachte, ging der FC Bayern seinerzeit 0:3 in Lyon unter. Kahn, Effenberg und Co. mussten sich anschließend von Franz Beckenbauer als Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft bezeichnen lassen, gewannen Monate später dann aber doch ihren ersten Champions-League-Titel - so viel zur zeitlichen Einordnung.
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Elf Jahre später kam Gordon dann in die Jugend des FC Everton, wo er später seine ersten Schritte als Profi gehen sollte. Gordon debütierte 2017 in der Europa League gegen Apollon Limassol.
Der damals 16-Jährige träumte womöglich von einer großen Karriere, seine Entwicklung verlief in den folgenden Jahren allerdings eher schleppend. Zwar folgten weitere Auftritte und weitere Meilensteine, wie der erste Premier-League-Einsatz im Januar 2020 - mehr als zwei Jahre nach seinem Profi-Debüt - wirklich festspielen konnte sich Gordon allerdings nicht.
2021 folgte dann eine Leihe in die zweite englische Liga zu Preston North End, doch auch dort kam Gordon nicht in Fahrt. In elf Spielen blieb er in der Championship ohne Treffer.
Nach seiner Rückkehr feierte der Engländer dann aber endlich seinen Durchbruch: Gordon spielte sich bei Everton fest, wurde zum Leistungsträger und weckte Begehrlichkeiten in der Premier League.
Newcastle-Krise als Chance des FC Bayern?
Den Zuschlag erhielt Newcastle United, das im Januar 2024 knapp 46 Millionen Euro für Gordon ausgab.
Eine Investition, die sich gelohnt haben dürfte. Laut "transfermarkt.de" liegt der Marktwert des Angreifers mittlerweile bei 60 Millionen. Wie "The Times" zuletzt berichtete, soll das Preisschild für den FC Bayern sogar bei 75 Millionen Euro liegen.
Ob der Wichtigkeit von Gordon für die Magpies ist das aber nicht verwunderlich. Alleine in dieser Saison erzielte Gordon bereits wettbewerbsübergreifend 17 Treffer und bereitete weitere fünf Tore vor. Und das, obwohl das Team um Nick Woltemade schwer in der Krise steckt.
In der Premier League rangiert man auf dem 14. Platz und auch wenn man nicht in Abstiegsgefahr geriet, ist das zu wenig für die Ansprüche der Nordengländer.
Doch die Krise der Magpies könnte eine Chance für die Bayern sein, denn sollte Newcastle das internationale Geschäft verfehlen, wäre das sowohl für Gordon als auch für das Team sicherlich ein Grund, intensiver über einen Transfer nachzudenken.
Ex-Bayern-Trainer Tuchel mit Lob für Gordon
In Gordon würden die Bayern einen Spieler bekommen, der auf den ersten Blick wirklich sehr gut zum Deutschen Meister passt. Denn Gordon ist kein klassischer Offensivspieler, er ist auch gegen den Ball wertvoll. Mit seinem Tempo und seinem Fleiß könnte er beispielsweise das Gegenpressing auf ein neues Level heben. Ähnlich wie es in München dieser Tage beispielsweise ein Luiz Diaz tut.
Um sich das zu bestätigen, müssten die Bayern-Bosse lediglich bei ihrem ehemaligen Trainer, Thomas Tuchel, nachfragen. Dieser arbeitet als Coach der Three Lions ebenfalls mit Gordon zusammen und war voll des Lobes über den Blondschopf.
"Es ist wichtig, dass er seine Stärken kennt und diese voll ausspielt. Wir spielen jetzt mit hohem Pressing, und er ist im Zweikampf entscheidend", beschrieb Tuchel im Herbst Gordons Stärke.
"Er ist ein Spieler, der direkt zum Ziel geht – ich glaube, das ist seine größte Stärke: immer wieder direkt nach vorne zu stürmen. Diese Wiederholung in seiner Intensität. Er legt einfach immer wieder hochintensive Läufe hin, sammelt Meter in Sprints, und das ist einfach unglaublich gut", schwärmte Tuchel vom Einsatz des Angreifers.
All dies sind Attribute, die perfekt zum Stil des FC Bayern unter Vincent Kompany passen. Dass Gordon zudem in der Sturmspitze spielen kann und somit zusätzlich als Backup von Harry Kane dienen könnte, wäre ein Bonus.
Klar ist: Gordon ist bereit für den nächsten Schritt und dürfte einem Wechsel zu einem absoluten Top-Klub nicht abgeneigt sein. Nun muss sich der FC Bayern nur noch gegen die namhafte Konkurrenz durchsetzen, denn auch Arsenal und Liverpool sollen Interesse an Gordon haben.
Doch zumindest sportlich machen die Bayern aktuell ja genug Werbung für sich.































