Seine Gala beim 2:1-Sieg des FC Bayern in der Champions League bei Real Madrid befeuerte einmal mehr die Debatte um ein DFB-Comeback von Manuel Neuer zur WM im Sommer. Torhüter-Ikone Sepp Maier glaubt nicht daran - wegen des Dissens zwischen Neuer und Bundestrainer Julian Nagelsmann.
"Wenn das stimmt, was man so hört, dann ist das Ding durch. Das Verhältnis ist kaputt. Einen zerbrochenen Maßkrug kannst du auch nicht mehr hinbekommen", sagte der 82-Jährige bei "Sport1". "Und wenn sogar Lothar Matthäus sagt, das Tischtuch ist zerschnitten – ja mei, dann kannst du es eigentlich einrahmen und an die Wand hängen. Das wird nichts mehr. Und ich gebe dem Lothar nicht oft recht."
Er frage sich, "geht’s jetzt um Eitelkeiten oder um Leistung?", sagte Maier. "Du kannst doch nicht so einen Torwart draußen lassen, nur weil’s menschlich knirscht. Das ist doch kein Betriebsausflug, das ist die Nationalmannschaft. Manu ist nach wie vor die Nummer 1 in Deutschland."
Verständnis hat der Weltmeister von 1974 für Nagelsmanns Haltung in der Causa Neuer nicht.
"Früher hast du deine besten Leute aufgestellt, Punkt. Heute wird analysiert, moderiert, kommuniziert – und am Ende sitzt der Beste draußen", polterte Maier.
FC Bayern: Neuers Leistung gegen Real "Zauberei"
Er kritisierte, der Fußball sei insgesamt "zu geschniegelt geworden", so der langjährige Keeper des FC Bayern. "Der Julian Nagelsmann wirkt auf mich oft wie einer, der alles perfekt vorbereiten will – das ist ja auch seine Stärke. Aber Fußball ist keine Excel-Tabelle! Da brauchst du Gefühl, Hierarchie, Respekt. Und wenn ein Manuel Neuer in der Kabine sitzt, dann verändert das etwas – im positiven Sinn."
Er würde Neuer an Nagelsmanns Stelle "sofort" zurückholen, betonte Maier. Gegen Real habe der 40-Jährige "gehalten, da hätte es mich früher zerrissen im Tor. Das ist doch keine normale Leistung mehr – das ist Zauberei mit Handschuhen. Wer da noch diskutiert, ob der gut genug ist, hat vom Torwartspiel ungefähr so viel Ahnung wie ich vom Ballett."






























