Der SC Freiburg ist auch im fünften Spiel der laufenden Europa-League-Saison ungeschlagen geblieben, hat den möglichen Sprung an die Tabellenspitze aber verpasst. Der badische Fußball-Bundesligist kam beim sechsmaligen tschechischen Meister Viktoria Pilsen nicht über ein 0:0 hinaus.
Fünf Tage nach der 2:6-Klatsche beim FC Bayern München präsentierten sich die Freiburger defensiv zwar wieder stabiler, waren offensiv in Summe aber zu harmlos. Auf Kurs Richtung K.o.-Runde liegen sie dennoch weiterhin.
"Es war das erwartet schwierige Spiel - eklig", sagte SC-Kapitän Christian Günter bei RTL. "Den Punkt nehmen wir mit." Aus den verbleibenden Partien wolle man das Maximale, sprich den direkten Achtelfinal-Einzug, herausholen.
Stressige Minuten vor der Pause
30 Minuten lang war es eine ziemlich zähe Partie. Die Freiburger, deren Trainer Julian Schuster wie gewohnt im Europapokal auf mehreren Positionen rotierte, hatten das Geschehen im Griff. Stürmer Junior Adamu, dessen Schuss aus der Drehung am Außennetz landete, vergab die einzige nennenswerte Chance (18. Minute).
Dann aber verloren die Gäste völlig den Faden. Wieder und wieder tauchten die Pilsener in den Minuten vor der Pause gefährlich im Freiburger Strafraum auf. Ein Treffer von Rafiu Durosinmi wurde wegen einer Abseitsstellung nicht gegeben (38.). SC-Keeper Noah Atubolu musste mehrfach eingreifen - unter anderem bei einem strammen Flachschuss von Prince Kwabena Adu (43.).
"Da haben wir Glück gehabt", räumte Freiburgs Sportdirektor Klemens Hartenbach zur Pause am RTL-Mikrofon ein. Zumindest mit der ersten halben Stunde seiner Mannschaft zeigte sich der 61-Jährige aber zufrieden.
Manzambi setzt gleich ein Zeichen
Nach dem Seitenwechsel berappelten sich die Breisgauer wieder. Der eingewechselte Igor Matanovic scheiterte an Pilsens Torwart Florian Wiegele (53.), auf der Gegenseite verpasste Amar Memic das 1:0 für Viktoria (61.).
SC-Coach Schuster versuchte, weiteren Schwung ins Spiel zu bekommen und wechselte unter anderem Mittelfeld-Juwel Johan Manzambi ein. Der formstarke 20-Jährige war kaum in der Partie, als er Torhüter Wiegele prüfte. Der lenkte Manzambis Schuss von der Strafraumkante gerade noch an den Pfosten (74.).
Auch Pilsen tauchte noch mal gefährlich vorn auf: Durosinmis Direktabnahme war letztlich aber kein allzu großes Problem für Atubolu (81.).
Weitere Stimmen zu Pilsen gegen den SC Freiburg:
Christian Günter (Kapitän SC Freiburg) ...
... zum Remis: "Es ist ein gerechtes Unentschieden, beide Mannschaften hatten ihre Chancen. Wir waren die ersten 30 Minuten die bessere Mannschaft, hatten alles im Griff. Dann sind viele Standards reingeflogen, da wurde es kurz vor der Halbzeit gefährlich. Wir kommen dann gut aus der Halbzeit, haben wieder zwei, drei Möglichkeiten. Es war das erwartete schwierige Spiel. Eklig, viele lange Bälle von ihnen. Da haben wir gegengehalten und den Punkt nehmen wir mit."
... zu den Platzverhältnissen: "Es war manchmal eher ein wenig stockend, der Ball ist dann liegengeblieben. Bei meinem Abschluss in der ersten Halbzeit bleibt er liegen, dann schieße ich ihn eigentlich mehr mit der Hacke. Es waren ein paar Situationen, aber daran lag es nicht."
... zu einem möglichen direkten Einzug ins Achtelfinale: "Dann stünden wir im Achtelfinale. Das ist einfach nur eine Runde weiter, als wenn man in den Play-offs spielt. Schlussendlich haben wir es in den drei Spielen in der eigenen Hand, haben zwei Heimspiele. Wir wollen das Maximale rausholen. Wenn es die Play-offs werden, werden es die Play-offs. Dann werden wir da versuchen weiterzukommen. Der echte Erfolg wäre allerdings direkt das Achtelfinale."
Noah Atubolu (Torwart SC Freiburg) ...
... zum Spiel: "Wir waren bis zur 30. Minute ganz gut im Spiel, haben es fußballerisch oft gut gelöst, hatten unsere Chancen. Danach war es fahrlässig, wir hatten viele unnötige Fehlpässe und ein paar Kleinigkeiten, die nicht so gestimmt haben. Wir haben dann mehr auf lange Bälle gespielt. In der zweiten Halbzeit hatten wir noch eine gute Chance von Johan."
... zur Frage, ob es beim aberkannten Gegentreffer eher Abseits oder ein Foul gewesen sei: „Für mich ist es beides. Ich habe mich auf die Standards gut vorbereitet und wusste, was auf mich zukommt. Von daher wusste ich, dass der Stürmer mich blocken möchte. Er hat es ein bisschen übertrieben, weil er gar nicht mehr weggehen wollte. Selbst als der Ball im Tor war, stand er immer noch vor meiner Nase. Irgendwo ist es also auch Abseits. Das andere ist ein Foul. Der sieht ihn gar nicht, kämpft nur mit den zwei Spielern.“
... zur sportlichen Lage in der Europa League: "Grundsätzlich ist es positiv, dass wir in der Europa League ungeschlagen sind, das spricht für Qualität. Auch dass wir trotz so eines Spielverlaufs, der nicht ganz positiv ist, die Sachen annehmen und trotzdem ein Punkt holen – es war echt eklig, sie haben es uns nicht einfach gemacht und stehen auch gut da. Wir wollen immer mehr, es wäre auch mehr drin gewesen. Schlussendlich müssen wir uns aber dann auch zufriedengeben."
Julian Schuster (Trainer SC Freiburg) zur Rotation (vor dem Spiel): "Wir betonen Woche für Woche, dass wir absolut die Qual der Wahl haben. Die Jungs bieten sich alle an. Wir müssen auf Strecke schauen, haben viele Spiele und da gilt es in jedem Spiel, frische Kräfte zu haben. Von daher können wir ruhigen Gewissens diese Rotation vornehmen."
Klemens Hartenbach (Sportdirektor SC Freiburg) ...
... zur Bedeutung des Spiels (vor dem Spiel): "Wenn man rein tabellarisch und in Punkten denkt, dann wäre ein Sieg hier wahnsinnig wichtig im Hinblick auf die zwei Heimspiele, die dann folgen. Dann hätte man die Möglichkeit, direkt weiterzugehen."
... zur Rotation (vor dem Spiel): "Bis Weihnachten haben wir noch ein paar Nüsse zu knacken. Deswegen ist es gut, wenn man frühzeitig Johan eine Pause gibt, dass er wieder frisch da ist. Wir hatten dazu noch ein paar Angeschlagene, die wir zuhause lassen mussten. Alles richtig so."













































