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"Tut unglaublich weh": Bitteres CL-Drama für Wolff und Co.

Kein Champions-League-Titel für Andreas Wolff und Co.
Kein Champions-League-Titel für Andreas Wolff und Co.
Foto: © IMAGO/Holsteinoffice.de/Jörg Lühn
19. Juni 2022, 20:07

Der FC Barcelona hat einen starken Andreas Wolff aus allen Titelträumen gerissen und erneut den europäischen Handball-Thron bestiegen.

Der Titelverteidiger rang im hochspannenden Finale der Champions League Wolffs Klub Vive Kielce 37:35 (32:32, 14:13) nach Siebenmeterwerfen nieder und triumphierte zum zehnten Mal in der Königsklasse, 1991 hatte der Rekordsieger zudem den Europapokal der Landesmeister geholt.

"Das muss ich erstmal verarbeiten. Es tut gerade unglaublich weh", sagte Wolff niedergeschlagen, aber ergänzte: "Ich bin sehr, sehr stolz auf die Mannschaft. Wir haben in dieser Saison und heute eine unfassbare Moral gezeigt."

Rechtsaußen Aleix Gomez war vor 19.750 Zuschauern in der ausverkauften Kölner Lanxess Arena am Sonntag mit neun Toren der beste Werfer für die Spanier, die im Halbfinale den THW Kiel (34:30) ausgeschaltet hatten.

Barca beendete zudem den "Köln-Fluch": Erstmals seit der Erstaustragung des Final Four in der Domstadt in 2010 konnte der amtierende Champion seinen Titel erfolgreich verteidigen.

Starke Leistung von Andreas Wolff

Wolff schrammte bei seiner ersten Teilnahme am Finalturnier in Köln trotz einer starken Leistung zwischen den Pfosten knapp am großen Erfolg vorbei.

Der 31-Jährige Wolff zeigte mehrere starke Paraden und peitschte sein Team an. Kielce rettete sich drei Sekunden vor Spielende in die Overtime. Wolff hielt auch dort stark. Kielce, das den zweiten Titel nach 2016 verpasste, fehlte offensiv aber die Abgezocktheit. Zudem vergab ausgerechnet Ausnahmespieler Alex Dujshebaev im Siebenmeterwerfen.

Für die Kieler endete das Finalturnier derweil versöhnlich. Die Mannschaft von Trainer Filip Jicha sicherte sich in einem packenden kleinen Finale gegen Telekom Veszprem mit 37:35 (34:34, 14:18) nach Siebenmeterwerfen die Bronzemedaille, es überwog der Stolz auf eine gute Saison: "Wir können auf jeden Fall zufrieden sein", sagte THW-Kapitän Domagoj Duvnjak.

Wolff durfte gegen Barca wie schon im Halbfinale gegen Veszprem von Beginn an zwischen die Pfosten - und startete gleich mit einer Parade. Die komplett in Gelb gekleideten polnischen Fans pfiffen jeden Angriff der Spanier aus, das Duell auf den Rängen ging klar an die Polen.

Doch auf dem Feld erwischte Barca den besseren Start. Wolff bekam häufig eine Hand an den Ball, verhinderte damit aber zunächst nur einen größeren Rückstand. Die viel gelobte Offensive des polnischen Champions kam nicht ins Rollen und ließ klarste Chancen aus. Über 5:2 (7.) setzte sich Barca auf 10:7 (20.) ab.

Offener Schlagabtausch

Angeführt von Dujshebaev kam Kielce jedoch zurück, glich beim 12:12 (26.) wieder aus. Wolff war mit einem Drittel parierter Bälle im ersten Durchgang ein enorm wichtiger Faktor, in der Pause tigerte er auf dem Spielfeld auf und ab und tankte neue Kräfte.

Das 17:16 (37.) markierte die erste Kielce-Führung seit dem 1:0, es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch - die Führungen wechselten hin und her. Auch Barca-Keeper Perez de Vargas griff nun immer wieder stark ein. Die Abwehrreihen schienen zu Beginn der Schlussphase über Sieg und Niederlage zu entscheiden.

Wolff fehlte nach der Pause die Quote vom ersten Durchgang, er entschärfte aber auch klarste Möglichkeiten wie einen Tempogegenstoß in der 54. Minute. Kielce legte in der Crunch Time meist vor, Barca war schwer gefordert.

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