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Dárdai und Co. schweben auf Wolke 7

Hertha BSC: "Ein Mix aus Künstlern und Arbeitern"

Herthas Profis feiern den Sieg über den FC Bayern vor der Fankurve
Herthas Profis feiern den Sieg über den FC Bayern vor der Fankurve
30. September 2018, 12:26

Die Berliner Profis dürfen auch zum Wochenstart noch das süße Gefühl genießen, die ersten Bayern-Bezwinger der Saison zu sein. Die Fans weit über die Hauptstadt hinaus reiben sich etwas verwundert die Augen.

Trainer Pál Dárdai aber denkt schon wieder an die nächste Bundesliga-Aufgabe seiner aufstrebenden Hertha, die eher nach Maloche als Fußball-Höhepunkt klingt.

"Mainz wird ein anderes Spiel", warnte der Ungar schon einmal vor der kommenden Partie am kommenden Samstag bei den bisher überraschend positiv mitspielenden 05ern. Erst am Dienstag startet Dárdai die Vorbereitung darauf.

Bis dahin soll das auch in der Entstehung überraschende 2:0 gegen den Branchenführer aus München noch nachwirken. "Ein Spiel, an das sich alle lange erinnern werden. Es verleiht Selbstvertrauen. 13 Punkte - das ist eine Top-Quote", erklärte Manager Michael Preetz, der mit seinen Aussagen schon vor dem Spiel ("Auch die Bayern sind verwundbar. Wir können Tabellenführer werden") für reichlich Optimismus gesorgt hatte. "Das hilft insbesondere den ganz jungen Burschen, die sicher Schwankungen haben werden. Aber im Moment werden sie getragen von dieser Welle", betonte der Manager.

"Die ganze Welt hat das Spiel gesehen"

Gleich sieben Spieler, die 23 Jahre und jünger sind, stellte Dárdai in die Startelf: Valentino Lazaro (22), Niklas Stark (23), Karim Rekik (23), Maximilian Mittelstädt (21), Arne Maier (19), Ondrej Duda (23) und Javairo Dilrosun (20). "Die ganze Welt hat das Spiel gesehen: Freitagabend gegen Bayern München, ein volles Stadion. Das ist gut für das Image so ein Spiel", sagte der Coach in bester Laune. Sein Team hatte es geschafft, den Rekordmeister aus München auch spielerisch zu beeindrucken.

"Die Tore waren exzellent herausgespielt", bemerkte Preetz, dessen mutige Personalpolitik plötzlich das Graue-Maus-Image der Hertha mit Farbe füllt. "Jetzt haben wir einen Mix: Künstler und Arbeiter", ergänzte Dardai. Der nach zwei Jahren Stagnation schon als Fehleinkauf eingestufte Slowake Duda markierte gegen die Bayern sein fünftes Saisontor. Auf der anderen Seite schloss Fußball-Arbeiter Per Skjelbred die Lücke, die der Verletzungsausfall des wertvollen Neuzugangs Marko Grujic riss. "Die Alten sind vorweg gegangen", betonte Preetz und schloss den Elfmeter-Torschützen Vedad Ibisevic ebenso ein wie den cleveren Salomon Kalou.

Die Liga muss nicht mehr drauf warten, dass die Bayern verlieren"

Dardai sieht die 13 Punkte, mit denen sich Hertha in der Tabellen-Spitzengruppe festgesetzt hat, aber nur als Zwischenresultat: "Zufrieden sind wir erst, wenn wir Weihnachten da oben stehen." Eins hat sein Team schon geschafft.

"Die Liga muss nicht mehr drauf warten, dass die Bayern verlieren", erklärte Preetz nicht ohne Stolz: "So ganz nebenbei haben wir den Effekt, dass es nicht so ist, dass sie schon weit weglaufen. Es sind ein paar Mannschaften eng dran. Auch mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit der Liga war das gut."

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