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Salzburg siegt verdient in der Europa League

Verkehrte Welt im Bullenreich: Leipzig verliert RB-Duell

Salzburg hatte im RB-Duell über weite Strecken das Heft in der Hand
Salzburg hatte im RB-Duell über weite Strecken das Heft in der Hand
Foto: © getty, Matthias Kern
20. September 2018, 23:00

RB Leipzig hat sich im Dosenduell gegen den kleinen Bruder Red Bull Salzburg kräftig verschluckt. Der Fußball-Bundesligist verlor zum Start der Gruppenphase in der Europa League nach einer lange Zeit schwachen Vorstellung 2:3 (0:2) und steht in der Gruppe B gleich unter Druck.

Munas Dabbur (20.) und Amadou Haidara (22.) trafen schnell zur 2:0-Führung der Salzburger, ehe Konrad Laimer (70.) und Yussuf Poulsen (82.) mit großer Moral der Ausgleich gelang. Der kurz zuvor eingewechselte Fredrik Gulbrandsen (89.) versetzte Leipzig aber den späten K.o.

"Wir haben in der ersten Halbzeit alles vermissen lassen, was uns auszeichnet", ärgerte sich der Leipziger Marcel Sabitzer nach der Partie: "Wir haben uns dann auf 2:2 herangekämpft und stehen nun dennoch mit leeren Händen da."

Vor 24.057 Zuschauern in der halbleeren Leipziger Arena fand RB überhaupt nicht ins Spiel. Die Elf von Ralf Rangnick wirkte unsicher, leistete sich viele Fehlpässe. Innenverteidiger Ibrahima Konaté (9.) konnte nach einem bösen Patzer gegen Reinhold Yabo in letzter Sekunde noch retten. Nach einem Fehlpass von Stefan Ilsanker war Torjäger Munas Dabbur jedoch zur Stelle und köpfte im Nachsetzen das 0:1.

Forsberg fehlt an allen Ecken und Enden

Leipzig wirkte geschockt und war auch beim 0:2 nur Zuschauer. Salzburgs Kapitän Andreas Ulmer schüttelte auf dem linken Flügel RB-Abwehrchef Dayot Upamecano problemlos ab und passte mustergültig in die Mitte. Mittelfeldspieler Haidara schob zum 2:0 ein. Der 20-Jährige steht bei RB auf der Wunschliste und soll angeblich zur Winterpause nach Leipzig wechseln. Er wäre der 19. Spieler, der aus Salzburg zum Bruderklub nach Leipzig transferiert wird.

Leipzigs Offensivbemühungen waren schwerfällig und ohne zündende Ideen. Nach einer Ecke wurde der Schuss von Marcel Sabitzer (8.) abgeblockt. Kevin Kampl vergab kurz darauf mit einem Schuss aus guter Position - das war alles im ersten Durchgang. Spielmacher Emil Forsberg, den Rangnick auf der Bank ließ, fehlte an allen Ecken und Enden.

Nur wenig Gefahr konnten auch Leipzigs Stürmer Bruma und Jean-Kevin Augustin entwickeln. Oft verloren die Angreifer den Ball schon bei der Annahme. Nationalspieler Timo Werner (muskuläre Probleme) fehlte genauso wie seine Teamkollegen Lukas Klostermann (Kniereizung) und Marcelo Saracchi (muskuläre Probleme).

Rangnick reagiert zur Pause

Der Rückstand hinterließ Spuren bei RB. Als Konaté in der 36. Minute erneut patzte und Salzburg fast wieder durchgebrochen war, faltete ihn Mitspieler Marcel Sabitzer ordentlich zusammen. Nach weiteren Fehlpässen war auch die Geduld der Zuschauer vorbei, sie quittierten die miserable Leistung zur Halbzeit mit einem Pfeifkonzert.

Rangnick reagierte und brachte in Yussuf Poulsen, Diego Demme und Marcel Halstenberg drei neue Spieler. Die enttäuschenden Augustin, Nordi Mukiele und Bruma blieben in der Kabine. Salzburg war aber dem 3:0 näher. Dabbur (55.) traf den Pfosten. Leipzig blieb schwach, die Fans forderten: "Wir wollen euch kämpfen sehen".

Das tat Leipzig dann auch und kam tatsächlich zum Ausgleich. Am Ende standen die Gastgeber dennoch mit leeren Händen da.

Vor der Partie hatte das Dosenduell für Unmut gesorgt. Beide Klubs wurden durch den Getränke-Giganten Dietrich Mateschitz gegründet und finanziell im großen Stil gefördert. 2015 trat auf Drängen der UEFA ein Entflechtungsprozess ein, Red Bull ist in Salzburg nur noch Hauptsponsor, in Leipzig aber Hauptgesellschafter. Kritiker sehen die Gefahr, dass es Absprachen zwischen den Klubs geben könnte.

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