Die Biathlonstrecke im thüringischen Oberhof wird in der anstehenden Saison radikal verändert. Gleich zwei nostalgische Abschnitte werden ersatzlos gestrichen.
Der Biathlon-Weltcup macht in Oberhof in dieser Saison nicht mehr im Januar in Oberhof Halt, sondern erst im März. Diese Veränderung des Kalenders bringt auch eine Veränderung der Streckenführung mit sich, wie Bernd Wernicke, Geschäftsführer der Oberhofer Sport und Event GmbH, im Interview mit dem "MDR" verriet.
"Wir mussten unser Konzept durch den verspäteten Termin umstellen. Wir haben beobachtet, welche Streckenabschnitte über die gesamte Saison betrachtet sehr windanfällig sind, wo sich die Schneehöhe bis Ende oder Anfang März schneller abbaut. Und haben da zwei Schwerpunkte ausgemacht. Einmal den oberen Teil des Birxstiegs und einmal die Henkel-Schleife in Verbindung mit der langen Zielgeraden", erklärte der Verantwortliche.
Birxstieg wird nur noch bis zur Hälfte erklommen
Diese Beobachtungen haben Folgen, wie Wernicke weiter schilderte. "Der Birxstieg wird eine Änderung bekommen und nicht mehr ganz überlaufen. Er wird hochgelaufen bis zur Hälfte, dort erfolgt eine Wende und dann eine Abfahrt, den Birxstieg wieder runter. Danach geht es links in die IBU-Schleife hoch. Das wird auf der Strecke in Oberhof jetzt der längere Anstieg sein."
Mehr dazu:
Der Birxstieg ist einer der nostalgischsten Orte im gesamten Biathlon-Weltcup. An dem bislang 270 Meter langen und bis zu 13 Prozent steilen Anstieg wurden in der Vergangenheit unzählige Rennen entschieden. Unter den Biathletinnen und Biathleten ist bzw. war er gleichermaßen gefürchtet und geliebt. Die so genannte IBU-Schneise, die ab diesem Jahr hoch- statt runtergelaufen wird, wird nun zu einem weiteren Anstieg umfunktioniert.
Henkel-Schleife wird zum Zuschauer-Platz
Ersatzlos aus dem Kurs gestrichen wird derweil die Henkel-Schleife. Hier werden ab der kommenden Saison neue Zuschauerplätze entstehen. "Wer Andrea kennt, weiß, dass sie da im Interesse des Sports denkt. Sie wird uns wohlgesonnen bleiben", sagte Wernicke mit dem Verweis auf Deutschlands Biathlon-Größe, nach der diese Streckenpassage einst benannt wurde.
Insgesamt sieht der Verantwortliche mit dem neuen März-Termin "mehr Vorteile als Nachteile", wie er es ausdrückte. Dies betreffe unter anderem die Infrastruktur rund um das Rennen, die in der Vergangenheit weit vor dem Rennwochenende aufgebaut werden musste, jetzt aber kurzfristiger angegangen werden kann. Auch die Energiekosten werden durch die längeren Tage im März gesenkt, so Wernicke.
"Dass wir exklusiv nach der WM oder Olympia die aktuellen Weltmeister und Olympiasieger präsentieren dürfen", sei ebenfalls wichtig, so der Verantwortliche.



