Die fortwährende Kritik an Weltmeister Dommaraju Gukesh ist in der Schach-Szene zum Dauerthema geworden. Peter Heine Nielsen, langjähriger Trainer von Superstar Magnus Carlsen, kann das auf der einen Seite nachvollziehen, findet es aber auch übertrieben.
Auf Schach-Weltmeister Dommaraju Gukesh ist in den letzten Monaten einiges eingeprasselt. Der jüngste Titelträger aller Zeiten rutschte nach seinem WM-Triumph im Dezember 2024 in eine Krise, aus der er sich bis heute nicht komplett befreien konnte. Entsprechend deutlich fällt im Jahr seiner ersten WM-Titelverteidigung die Kritik an seinem Spiel aus.
Magnus Carlsens Coach Peter Heine Nielsen bewertete die Fähigkeiten des jungen Inders im Gespräch mit der "Hindustan Times" ausgewogener als viele der Kritiker.
"Gukesh kann gegen jeden verlieren, er kann aber auch gegen jeden gewinnen", hielt der Norweger nüchtern fest. Nielsen weiter: "Er [Gukesh] hat diesen besonderen Style und ist sehr stark, sehr gefährlich und hat keine Angst. Das gibt ihm eine hohe Chance, Erfolg zu haben."
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"... dann hätte er ein Rating von 3000"
Dass Gukesh dennoch immer wieder kritisiert wird, liegt nicht nur daran, dass er Partien regelmäßig verliert, sondern, wie er es tut. "Sein Problem ist manchmal, dass er, wenn er verliert, auf hässliche Art und Weise verliert", analysierte Nielsen mit dem Verweis auf die zum Teil krachenden Niederlagen des Weltmeisters.
Gukesh versuche einfach, seine Eröffnungen stark zu variieren und seine Gegner permanent unter Druck zu setzen. Das könne nicht immer funktionieren, so der Carlsen-Coach: "Wenn das jedes Mal klappen würde, hätte er ein Rating von 3000."
Die plumpe Kritik am 20-Jährigen geht Nielsen daher auch zu weit. "Wenn die Leute sagen, Gukesh hat Glück oder so was, würde ich entgegnen, dass er Risiken eingeht, weil er davon überzeugt ist, dass es die richtige Strategie ist. Wenn das schiefgeht, lebt er mit den Konsequenzen."


