Nachdem Magnus Carlsen seinen Auftakt bei Norway Chess gegen den Franzosen Alireza Firouzja am Montag überraschend verloren hatte, musste der norwegische Superstar bei seinem Heim-Turnier im Klassik-Schach in Oslo am Dienstag den nächsten Rückschlag hinnehmen. Gegen den deutschen Großmeister Vincent Keymer endete eine "peinliche Partie" mit einem Remis.
Nach etwas mehr als vier Stunden einigten sich die Nummer eins und sieben der FIDE-Weltrangliste auf ein Remis. Zuvor hatte es der deutsche Großmeister Vincent Keymer verpasst, seinen Kontrahenten aus Norwegen für einige Fehler zu bestrafen. "Magnus Carlsen hat dem Deutschen so viele Chancen gegeben, aber Keymer versäumt es immer wieder, sie zu nutzen", ordnete Experte Jon Ludvig Hammer die Partie bei "TV2" ein.
Mit dem 32. und 37. Zug hatte der 21-Jährige gleich zwei große Chancen, den Norweger vor arge Probleme zu stellen, hielt dem Druck aber nicht stand. "Das ist eines der schlimmsten Spiele, die ich in letzter Zeit bei Spitzenspielern gesehen habe", zog Hammer anschließend ein ernüchterndes Fazit. Carlsen schaffte es nach zwei Patzern des gebürtigen Mainzers, sich noch ins Remis zu retten.
Schach: Carlsen hat es "komplett vermasselt"
"Diese Partie war einfach peinlich. Ich habe das Gefühl, dass jeder Zug, den wir machen, ein positioneller Fehler war. Das war wirklich schade", bilanzierte Carlsen seine Leistung. Er habe während der Partie gleich "mehrere Kurzschlüsse gehabt und schlechte Entscheidungen getroffen". Dies habe dazu geführt, dass sich der 35-Jährige gegen Keymer viele Fehler erlaubte.
"So etwas ist mir schon früher passiert. Ich bin müde und will einfach nur ohne jegliche Probleme gewinnen, aber der Weg, die Partie einfach für mich zu entscheiden, entpuppt sich als der Weg, es komplett zu vermasseln", zeigte sich die Nummer eins der Schach-Welt anschließend selbstkritisch. Den Sieg bei seinem Heim-Turnier in Oslo will Carlsen nach dem Fehlstart aber noch nicht abhaken.
Er sei "jetzt in einer ziemlich guten Position, wenn ich mich nicht völlig verrechnet habe", erklärte der Lokalmatador, der am Mittwoch im dritten Spiel auf Außenseiter Rameshbabu Praggnanandhaa aus Indien trifft.
