Erstmals seit drei Jahren tritt Schach-Superstar Magnus Carlsen wieder bei einem einem Klassik-Turnier außerhalb Norwegens an. Nachdem der 35-Jährige beim TePe Sigeman & Co Turnier im schwedischen Malmö mit einem Sieg und zwei Remis in sein Comeback-Event gestartet war, erlebte der Norweger am Montag gegen Jorden van Foreest eine "große Enttäuschung".
Gegen die Nummer 15 der Schach-Welt aus den Niederlanden stand Magnus Carlsen nach einem Fehlstart früh unter Druck und musste am Ende die erste Niederlage in Malmö hinnehmen. "Jorden van Foreest ist ein junger und sehr talentierter Großmeister, aber die Niederlage ist dennoch eine große Enttäuschung für ihn", analysierte Schachexperte Torstein Bae die Pleite gegenüber "VG".
Carlsen habe sich beim TePe Sigeman & Co Turnier nach einer "schlechten Eröffnung" zwar erfolgreich zurück in die Partie gekämpft, dann aber erneut übel gepatzt: "Er stand die ganze Partie über unter Druck, aber es sah so aus, als würde er es schaffen, im Endspiel ein Remis zu retten. Mit wenig Zeit auf der Uhr machte er überraschenderweise einen groben Fehler, der ihn einen Springer kostete. Damit war die Partie dann durch."
Schach: Schlägt Carlsen nach einem "großen Rückschlag" zurück?
Klassik-Schach und Magnus Carlsen sind seit vielen Jahren nicht mehr die besten Freunde. Der Ausnahmespieler hatte der Variante mit langer Bedenkzeit schon vor langer Zeit den Rücken gekehrt und sich stattdessen auf Schnellschach- und Freestyle-Partien fokussiert. Einzige jährliche Ausnahme: Norway Chess, das Turnier, das direkt vor seiner Haustür stattfindet. Überraschend ging er auch in Schweden an den Start.
Nicht wenige Experten hatten zuletzt kritisiert, dass es Carlsen daher nicht mehr verdient, als Nummer eins der Welt im Klassik-Schach geführt zu werden. Bae glaubt, dass die Kritik nach der überraschenden Pleite wieder zunehmen wird. "Das ist jetzt natürlich Wasser auf die Mühlen der Kritiker", ist sich der Schach-Experte sicher: "Es bestärkt ihren Eindruck, dass Magnus schlechter als seine Wertung ist."
Um überhaupt noch eine Chance auf den Turniersieg zu haben, wird der fünffache Schach-Weltmeister seine verbleibenden drei Spiele allesamt gewinnen. "Magnus hat schon oft nach einem großen Rückschlag heftig zurückgeschlagen", glaubt Bae noch an seinen Landsmann, der zunächst am Dienstag auf die Chinesin Jiner Zhu trifft.
