Das Wunder bleibt aus: Der 1. FC Heidenheim steigt trotz der jüngsten Aufholjagd nach einem 0:2 gegen Mainz aus der Fußball-Bundesliga ab.
Frank Schmidt begann die Abschiedstour schon vor dem Abpfiff. Das Trainer-Urgestein klatschte seine Ersatzspieler ab, und als wenig später dann wirklich Schluss war für den 1. FC Heidenheim in der Fußball-Bundesliga, da stand das ganze Stadion auf und spendete Applaus. Nach dem verdienten 0:2 (0:2) gegen den FSV Mainz 05 ist der Abstieg nach drei Spielzeiten besiegelt - im Umfeld des FCH wussten aber alle, was der kleine Klub in den vergangenen Wochen, Monaten und Jahren geleistet hat.
"Heute tut es extrem weh", sagte Heidenheims Vorstandschef Holger Sanwald bei "Sky": "Wir hatten eine tolle Aufholjagd, haben nie aufgegeben, aber heute hat es nicht sein sollen." Als Tabellenvorletzter geht der Verein zurück in die 2. Liga.
Philipp Tietz brachte den FSV, für den es tabellarisch um nichts mehr ging, bereits in der 7. Minute in Führung. Nadiem Amiri erhöhte für das Team von Urs Fischer (43.). Der FCH hatte nach zuletzt zwölf Zählern aus sieben Spielen wieder Hoffnung im engen Abstiegskampf geschöpft - letztendlich reichte es nicht.
"Aber wir werden wieder kommen", kündigte Sanwald an: "Davon bin ich überzeugt. Ein Neuaufbau, in der 2. Liga wieder anzugreifen, das kann auch Spaß machen." Klar ist, dass Schmidt (52) seinen Vertrag bis 2027 erfüllen und auch in der kommenden Saison Coach beim FCH sein wird - dann im 20. Jahr. Nach Sensationsplatz acht in der Premierensaison hatte sich der kleine Klub von der Ostalb im vergangenen Jahr in der Relegation noch gerettet.
Angesichts des jüngsten Aufwärtstrends war Schmidt vor dem Showdown bemüht, etwas Druck rauszunehmen. "Wir können nur gewinnen. Wir können nichts mehr verlieren", sagte er vor dem Anpfiff und forderte "eine leidenschaftliche Leistung".
Mainz zunächst klar überlegen
Doch zunächst bestimmten die Gäste das Geschehen. 05-Coach Fischer hatte vor der Partie deutlich gemacht, dass es "keine Geschenke gibt. Wir sind nicht verantwortlich für die Situation der anderen." Entsprechend traten die Mainzer auch auf. Die Führung begünstigte allerdings die schläfrige FCH-Defensive, die Kacper Potulski gewähren ließ. Dessen Flanke musste Tietz nur noch über die Linie drücken. Der Angreifer hatte kurz darauf sogar die große Chance zum 2:0.
Heidenheim benötigte nach dem frühen Schock eine gewisse Zeit, um sich zu sammeln. Arijon Ibrahimovic (14.) verfehlte knapp das Ziel. Zudem parierte Daniel Batz einen Schuss von Eren Dinkci (23.). Die größte Möglichkeit zum Ausgleich hatte jedoch Marvin Pieringer, der nur die Latte traf (29.).
Das spielerisch überlegene Mainz blieb jedoch stets gefährlich: Amiri hatte erst Pech bei einem Pfostentreffer (35.), ehe er nach Vorlage von Tietz die FCH-Abwehr und Batz lässig ausspielte und traf.
Der Nationalspieler hatte auch nach dem Wechsel bei einem Schuss ans Außennetz die erste Chance. Heidenheim riskierte nun mehr. Jan Schöppner köpfte an die Latte (51.). Viel mehr kam dann aber lange nicht. Mainz hätte sogar einige Male erhöhen können.




























