Die Unruhe rund um Eintracht Frankfurt wurde in den letzten Tagen immer lauter. Nun äußerte sich auch Deutschlands Rekordnationalspieler Lothar Matthäus überaus kritisch über die Entwicklungen bei der SGE unter Cheftrainer Albert Riera, der die Mannschaft nicht aus dem Tabellenmittelfeld hinausführen konnte.
In seiner "Sky"-Kolumne zeichnete Lothar Matthäus ein ernüchterndes Bild der aktuellen Lage bei Eintracht Frankfurt: "Wir alle haben uns in den vergangenen Jahren in den Fußball verliebt, den Eintracht Frankfurt gezeigt hat, in der Bundesliga und in Europa. Doch momentan ist die Mannschaft verunsichert."
Für den 65-Jährigen steht fest, dass die Verpflichtung des neuen Cheftrainers im Februar dieses Jahres keine Verbesserung hervorgebracht hat: "Ich glaube, dass der Trainerwechsel von Dino Toppmöller zu Albert Riera nichts gebracht hat."
Besonders kritisch sieht der Weltmeister-Kapitän von 1990 die taktischen Veränderungen unter Riera. Neue Systeme und ungewohnte Rollen hätten eher für zusätzliche Unsicherheit gesorgt.
Als Beispiel nannte Matthäus die neue Position von Ritsu Doan: "Ritsu Doan, der in Frankfurt und vorher in Freiburg jahrelang auf Rechtsaußen gewirbelt hat, spielt auf einmal im Mittelfeld." Für Matthäus eines der Anzeichen dafür, dass die Balance im Team verloren gegangen ist.
Vergleiche mit Sandro Wagners Situation beim FC Augsburg
Auch die jüngsten Nebengeräusche bewertet er als problematisch. Der öffentliche Wirbel um Jonathan Burkardt sei schon mehr als ein Warnsignal gewesen: "Es kann Diskussionen zwischen Trainer und Spielern geben, es darf aber nichts nach außen dringen, wie zuletzt im Fall Jonathan Burkardt. Der Trainer ist nicht an die Öffentlichkeit gegangen, also muss es einen Maulwurf geben."
Der TV-Experte sieht die Mannschaft der SGE in der Verantwortung, die zuletzt nicht über einen Sieg aus sechs Spielen hinaus gekommen war. Matthäus fügte aber auch hinzu: "Ich wünsche keinem Trainer einen Rauswurf, ich selbst habe so etwas aus anderen Gründen selbst erlebt, aber Riera ist ein bisschen selbst schuld." Vor allem die Außendarstellung sei problematisch gewesen, zu sehr habe sich zuletzt alles um den Coach selbst gedreht.
Matthäus zog sogar Parallelen zu anderen Trainer-Fehlbesetzungen in dieser Saison und verglich die derzeitige Riera-Situation bei den Adlerträgern mit der von Sandro Wagner zu Saisonbeginn beim FC Augsburg: "Ähnlich wie Wagner muss Riera lernen, die Dinge so anzugehen, dass er als Trainer weniger in den Medien sichtbar ist."
Das Fazit des einstigen Weltfußballers ist eindeutig: "Ich glaube nicht, dass Riera noch eine Zukunft in Frankfurt haben kann. Dafür ist zu viel passiert."



























