Im Sommer 1995 landete der FC Bayern einen echten Transfercoup, als sich der Rekordmeister die Dienste von Jürgen Klinsmann sicherte. Franz Beckenbauer leitete den Deal in die Wege. Groß überzeugen musste er den damaligen Tottenham-Stürmer vom Wechsel nach München nicht.
Jürgen Klinsmann musste im Sommer 1995 nicht lange überlegen, ob er das Angebot für einen Wechsel zum FC Bayern annehmen soll. Damals klingelte eines Tages das Telefon in seiner Londoner Wahl-Heimat. Am anderen Ende der Leitung war: Franz Beckenbauer. "Wenn der anruft, ist es meist was Wichtiges", erinnerte sich Klinsmann in der aktuellen Ausgabe des "Behind The Athletes"-Podcasts an den Moment zurück, der seine Karriere mitprägen sollte.
"Innerhalb von ein paar Sekunden sagte er: Pass auf, wir wollen dich beim FC Bayern. Otto Rehhagel wird neuer Trainer und der hat dich auf der Liste ganz oben", berichtete Klinsmann im Gespräch mit dem SportBusiness-Experten Mark Hartmann von seinem Austausch mit dem "Kaiser". Lange über dieses Angebot nachdenken musste der heute 61-Jährige nicht.
"Damit war es eigentlich schon entschieden. So gerne ich damals auch bei Tottenham war, dort hatte ich keine Chance auf einen Titel, noch nicht einmal, europäisch zu spielen. Und dann war es für mich klar", erinnerte sich Klinsmann, für den der Anruf aus München genau zum richtigen Zeitpunkt bekam: "Die Entscheidung war in 15 Sekunden getroffen."
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Klinsmann und der FC Bayern: Das passt nur fast perfekt
Beim FC Bayern angekommen, lief es für die DFB-Legende allerdings nicht immer nach Plan. Sportlich gab es keine Reibungen, aber das ganze Drumherum, das dem Klub den wenig schmeichelhaften Spitznamen "FC Hollywood" einbrachte, störte Klinsmann.
"Es kam zu, ich sag mal, Aneckungen. Weil ich gemerkt habe, dass schon alles ein bisschen extrem ist. Es war damals der FC Hollywood ... die Stimmung in der Kabine, es gab viele Stars. Sportlich war alles top, ich habe mich direkt eingefunden. Aber alles, was drumherum ablief, hatte für mich nicht mit dem Produkt Fußball zu tun. Diese ganze Verkaufsmaschinerie. Das hat mich schon ein bisschen aufgefressen", gab er ehemalige Top-Stürmer zu.
Nach zwei Jahren sei er dann zu Franz Beckenbauer und Uli Hoeneß gegangen. "Ich habe gesagt, ich glaube, ich passe hier nicht her und möchte wieder weiter. Sie haben es geschluckt und eingesehen", berichtete Klinsmann vom Ende seiner Spieler-Zeit an der Säbener Straße, die er rückblickend als "unglaubliche Lebenserfahrung" bezeichnete.
Wie Jürgen Klinsmann das legendäre deutsche "Sommermärchen" als Hauptverantwortlicher erlebte, warum ihn ausgerechnet Ersatzkeeper Oliver Kahn dabei besonders beeindruckte und Vieles mehr, erfahrt Ihr in der aktuellen Ausgabe des "Behind The Athletes"-Podcasts, die unter anderem auf Spotify (hier entlang) oder auch auf dem "Behind The Athletes"-Youtube-Kanal (hier entlang) zu hören und sehen ist.
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