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Superstar verspottet den Deutschen

Neymar hetzt Internet gegen DFB-Schiri auf

Neymars Jubel kam bei Schiri Siebert nicht gut an
Neymars Jubel kam bei Schiri Siebert nicht gut an
Foto: © IMAGO/Aurelien Morissard
15. September 2022, 09:42

Neymar ist vieles. Er ist Schwalbenkönig, Abrollexperte, Flugkünstler und schnell. Wenn er ins Tor trifft, jubelt er gern. Wie so viele seiner Kollegen hat er seinen Jubel perfektioniert. Dies stößt dem deutschen Schiedsrichter Daniel Siebert böse auf. Er verwarnt ihn. Im Internet ist die Hölle los.

Schiedsrichter Daniel Siebert wird den Deutschen Fußball-Bund bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar vertreten. Der 38-jährige Berliner hat es als einziger Vertreter Deutschlands auf die im Mai veröffentlichte FIFA-Liste geschafft. Im Wüstenstaat wird er sich mit den Stars des Weltfußballs auseinandersetzen und die eine oder andere Karte verteilen müssen.

Da kam ihm das Spiel zwischen Maccabi Haifa und Paris Saint-Germain in der Champions League gerade recht. Das gewannen die Gäste nach Rückstand noch 3:1. Die Treffer für PSG erzielten die Superstars Lionel Messi, der nun in der 18. Champions-League-Saison hintereinander seinen Namen auf die Torschützenliste brachte, Kylian Mbappé und Neymar. Siebert verteilte vier Gelbe Karten.

Siebert nun weltweit bekannt

Mit seiner Leistung gelang es dem Schiedsrichter innerhalb weniger Stunden weltweit bekannt zu werden. Dafür langte eine geschickt gewählte Gelbe Karte für Superstar Neymar. Der Brasilianer beendete mit dem Treffer zum 3:1 in der 88. Minute seine seit dem 9. Dezember 2020 andauernde Durststrecke in der Königsklasse. Grund zur Freude für den 30-Jährigen, der trotz zahlreicher Gerüchte im Sommer immer noch für den vom WM-Gastgeber Katar finanzierten Pariser Hauptstadtverein aufläuft.

Neymar also setzte zu seinem bekannten Clownsjubel an, streckte dem Publikum die Zunge raus und kassierte von Siebert die Gelbe Karte. Ein perfekter Anlass für den Brasilianer, seine rund 58 Millionen Follower auf der Plattform Twitter zu aktivieren. Dort zürnte er ob der Respektlosigkeit des Berliner Schiedsrichters, der ihn verwarnt hatte, obwohl er nachweislich doch nichts getan habe. Neymar überzog den 38-Jährigen mit einer wahren Salve an Tweets. Einmal schrieb er nur den Namen "Daniel Siebert" in dicken Kapitalen und fügte noch drei Emojis an. Die sollten seinen Torjubel darstellen.

Auch Sippel kritisiert Siebert

Durch die Macht seiner Follower katapultierte Neymar so also den Namen des deutschen FIFA-Schiedsrichters in die Empörungsumlaufbahn, in der sich Siebert am Mittwoch ohnehin wiederfand. Im Rahmen einer Generalabrechnung mit den Leistungen der Bundesliga-Schiedsrichter an den vergangenen zwei Spieltagen kam auch Siebert nicht unbescholten davon.

Siebert war am fünften Spieltag beim Bundesliga-Spiel zwischen Borussia Dortmund und TSG Hoffenheim eingesetzt worden. Dort hatte er den Gastgebern nach einem Handspiel des Hoffenheimers Ozan Kabak einen Elfmeter verweigert. Eine glasklare Fehlentscheidung, wie Peter Sippel, Sportlicher Leiter Bundesliga beim DFB, in einer Blitzanalyse der unglücklichen Handspielbewertungen der Liga-Schiedsrichter erklärte.

Von dieser verspäteten Blitzanalyse des DFB wird Neymar nichts mitbekommen haben. Der Brasilianer, dem der Ruf eines Schauspielers anhängt, gab sich als Unschuldslamm und badete in den Reaktionen des Internets. Daniel Siebert äußerte sich bislang nicht zu den Attacken. Auch über eventuelle Ermittlungen der UEFA war am Vormittag noch nichts bekannt.

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