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IIHF-Boss nach Lukashenko-Treffen: "Blöd gelaufen"

Hatten Redebedarf wegen der anstehenden Eishockey-WM: Alexander Lukashenko (l.) und René Fasel
Hatten Redebedarf wegen der anstehenden Eishockey-WM: Alexander Lukashenko (l.) und René Fasel
Foto: © dpa
13. Januar 2021, 11:28

Eishockey-Weltverbandspräsident René Fasel bereut die Umstände seines Besuchs beim belarussischen Machthaber Alexander Lukashenko.

An der Weltmeisterschaft in Minsk in diesem Jahr hält Fasel aber weiterhin fest. "Stellen Sie sich vor, wir sagen die WM in Weißrussland jetzt ab: Wird das etwas an der Situation im Land ändern? Sicher nicht", sagte Fasel am Dienstagabend im Interview des Schweizer TV-Senders "SRF News".

Fasel war am Montag nach Minsk gereist, um seine "guten Beziehungen" zu Lukashenko zu nutzen, einen Ausweg aus dem Dilemma um die Weltmeisterschaft in diesem Jahr zu erörtern. Wegen massiver Polizeigewalt gegen Andersdenkende und mangelnder Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie ist Belarus als WM-Standort umstritten. Die WM ist vom 21. Mai bis 6. Juni im lettischen Riga und in Minsk geplant.

Ausgehend vom Druck der lettischen Regierung hatten europäische und deutsche Politiker gefordert, Belarus die WM zu entziehen. Fasel indes räumte ein, dass dies allein aus finanziellen Gründen kaum möglich sei. "Wir haben einen Vertrag mit dem weißrussischen Eishockey-Verband. Unsere Pflicht ist es, die Eishockey-WM durchzuführen. Es gäbe auch Folgen, wenn man diese jetzt nicht abhält", sagte der 70 Jahre alte Schweizer.

Fasels Umgang mit Lukaschenko hatte zudem international Kritik ausgelöst. TV-Bilder von seinem Besuch in Minsk hatten einen herzlichen Umgang mit Lukashenko und innige Umarmungen beider dokumentiert. "Es ist etwas blöd gelaufen, das ist mir auch peinlich", räumte Fasel ein. "Es tut mir leid, wenn das zur Interpretation führt, ich würde die Vorgänge und die Repression in Belarus akzeptieren. Aber ich wollte diese spezielle Beziehung zu Lukaschenko nutzen, um etwas Gutes zu tun. Damit die WM zu einer Art Versöhnung zwischen Regierung und Opposition führt."

In rund zwei Wochen wird im Rat des Weltverbandes IIHF erneut über das WM-Turnier debattiert. Dem IIHF-Exekutiv-Komitee gehört auch der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes, Franz Reindl, an. Reindl gilt als möglicher Nachfolger Fasels als IIHF-Präsident. Fasel hat seinen Rückzug aus Altersgründen angekündigt. Bereits 2014 hatte in Belarus eine Eishockey-Weltmeisterschaft stattgefunden.

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