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Stuttgart unterliegt im Südwest-Duell

VfB-Moral kommt zu spät: Freiburg feiert "dreckigen" Sieg

Der SC Freiburg setzte sich gegen den VfB Stuttgart durch
Der SC Freiburg setzte sich gegen den VfB Stuttgart durch
Foto: © Peter Hartenfelser via www.imago-images.de
19. September 2020, 17:32

Aufsteiger VfB Stuttgart überzeugte bei seiner Bundesliga-Rückkehr erst in der Schlussphase durch Moral. Der SC Freiburg konnte sich bei einem Debütanten bedanken.

Christian Streich riss erleichtert die Arme in Höhe, umarmte seine Co-Trainer und stürmte dann erst mal in die Kabine. Nach einer Schlussphase, die nichts für schwache Nerven war, rettete sein SC Freiburg eine zunächst beruhigende Führung beim VfB Stuttgart gerade noch bis zum Schlusspfiff. 3:0 hatten die Gäste beim ungeschickt agierenden Aufsteiger geführt und scheinbar alles im Griff, ehe die Schwaben mit einem imponierenden Endspurt fast noch den Ausgleich erzwungen hätten und letztlich eine unglückliche 2:3 (0:2)-Derbyniederlage quittieren mussten.

"Das war ein dreckiger Sieg", kommentierte der nur wenige Tage nach seiner Verpflichtung zum Matchwinner avancierte SC-Torhüter Florian Müller bei "Sky" den Erfolg. Der für den verletzten Mark Flekken vom FSV Mainz 05 gekommene Debütant rettete den Sieg seines neuen Teams in der packenden Nachspielzeit.

"Wir haben viel investiert und waren am Anfang durch Spielglück psychologisch im Vorteil. Aber am Schluss war es das Gegenteil", kommentierte Freiburgs Torschütze Nils Petersen die turbulente Schlussphase: "Wir haben uns das 3:0 erarbeitet und über die Ziellinie gebracht."

Seine Erleichterung über den Erfolg beim baden-württembergischen Rivalen war nachvollziehbar. Durch einen weitgehend reifen Auftritt und nach Treffern von Petersen (7.), Roland Sallai (26.) und Vincenzo Grifo (48.) gegen eine oft naive und ungeschickte VfB-Abwehr hatten die Breisgauer das Duell auch lange unter Kontrolle.

VfB-Kapitän: "Wir haben die Tore zu einfach hergeschenkt"

Doch als die Freiburger Kräfte nachließen, witterten die Hausherren bei ihrem Bundesliga-Comeback 482 Tage nach dem Abstieg doch noch eine Chance zur Wende und wurden durch Sasa Kalajdzic (71.) und Silas Wamangituka (81.) zumindest für ihre Moral belohnt.

Für Kapitän Gonzalo Castro kein Trost: "Wir haben die Tore zu einfach hergeschenkt. Das ist Lehrgeld, das wir bezahlt haben."

Vor 7123 sorgfältig verteilten und lautstarken Zuschauern begann das erste Spiel denkbar schlecht für den VfB: Nach ein wenig Klein-Klein auf der rechten Seite flankte Sallai auf den völlig freistehenden Petersen, der nickte aus gut sieben Metern locker ein. Es war nicht das erste Problem der Stuttgarter Abwehr, die mit zunehmender Spieldauer große Abstimmungsprobleme offenbarte.

Der Aufsteiger ließ sich durch den Rückschlag zunächst nicht aus der Ruhe bringen und hätte beinahe den Ausgleich durch Wamangituka erzielt: Doch dessen Schuss bremste Torhüter Florian Müller noch so stark ab, dass Dominique Heintz den Ball von der Linie schlagen konnte (15.).

Schon kurze Zeit später stellte sich der VfB erneut ungeschickt an: Sallai konnte nach einem Freistoß von Grifo, einer Hacken-Verlängerung von Petersen und einer Glanzparade von VfB-Torhüter Gregor Kobel mühelos einschieben. Grifo selbst raubte dem Aufsteiger kurz nach der Pause die Hoffnung auf eine Wende - die der VfB nach zwei Freiburger Abseitstreffern von Jeong Wooyeong (29.) und Petersen (50.) dennoch unverdrossen zu erzwingen suchte - und beinahe noch geschafft hätte.

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