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Offensiv vs. Offensiver: PSG empfängt ASM

Paris-Stürmer Edinson Cavani traf in dieser Saison bereits 20 Mal
Paris-Stürmer Edinson Cavani traf in dieser Saison bereits 20 Mal
Foto: © imago sportfotodienst
29. Januar 2017, 11:57
sport.de
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105 Tore erzielten Paris Saint-Germain und Monaco bereits in dieser Saison. Eine Zahl, die in der traditionell als torarm geltenden Ligue 1 besonders außergewöhnlich ist. Am Sonntag treffen beide Teams aufeinander.

Der 28. August 2016 kann als Initialzündung dieser Ligue-1-Spielzeit gesehen werden. Wir schreiben den 3. Spieltag, Monaco war mühsam in die Saison gestartet und empfängt Paris Saint-Germain, bis dato mit Weißer Weste und auf bestem Wege, die fünfte Meisterschaft in Folge einzusacken.

Doch die scheinbar klare Sache erweist sich Duell auf Augenhöhe, Monaco nutzt die Überheblichkeit der Hauptstädter und fegt PSG mit 3:1 aus dem Louis II. Ein erstes Ausrufezeichen aus dem Fürstentum, dem bis zum jetzigen Zeitpunkt noch viele weitere folgen sollten.

Initialzündung für Europas Tormaschinerie

In den folgenden Wochen drehte die ASM richtig auf und schoss vor allem Tore wie am Fließband, insgesamt gut zwölf Prozent aller Tore in Frankreichs höchster Spielklasse. Mit 64 Treffern in 21 Ligaspielen hat sich Monaco nicht nur an die Spitze der Ligue 1 geballert, sondern stellt auch mit Abstand den besten Angriff der fünf europäischen Topligen.

14 verschiedene Torschützen belegen zudem die Unberechenbarheit der Offensivabteilung. Ob Lemar, Bernardo Silva, Germain oder Mbappé – sie alle entschieden die Spiele regelmäßig für die Monegassen. Shootingstar Djibril Sidibé unterstreicht Monacos Selbstvertrauen: "Dieses Jahr gibt es mehr als nur PSG in der Liga. Es liegt an uns, Paris auf Distanz zu halten."

Auch Paris findet seine Form

Genau das ist der Punkt; denn auch der Serienmeister kommt seit Ende des letzten Jahres in Fahrt und kann sechs Pflichtspielsiege in Folge verbuchen, mit nicht weniger als 21 Toren und nur einem Gegentreffer. Wohlgemerkt seit dem erneuten Torwartwechsel hin zu Kevin Trapp, der Alphonse Aréola vorerst wieder auf die Bank verwiesen hat. "Wenn wir viele Tore schießen ist das auch ein Zeichen an die anderen, dass wir stark und solide sind", zeigte sich der Ex-Frankfurter mit seiner Offensivabteilung zufrieden.

Der Hauptstadtklub hat sich nach schwierigen Monaten an die Spielweise seines Coaches Unai Emery gewöhnt und legt im neuen Jahr ein weitaus offensiveres Grundkonzept an den Tag – und ähnelt damit bereits dem kommenden Gegner. "Wir haben uns enorm entwickelt. Wir mussten uns erst an die neue Spielweise gewöhnen, aber jetzt sehen wir ein anderes Paris. Ein Paris, das die Philosophie des Trainers verstanden hat", so Innenverteidiger Marquinhos. Teamkollege Rabiot fasste zusammen: "Sie sind in Form, aber wir sind es auch – das wird ein großes Spektakel!"

"Matador" und "Tiger" jagen wieder

Wie so oft in solchen Spitzenduellen wird die Partie in französischen Medien besonders auch als Privatduell der beiden Toptorjäger zugespitzt – Cavani gegen Falcao. In der Tat lassen sich einige Parallelen zwischen beiden Südamerikanern feststellen: Beide wechselten 2013 als europaweit gejagte Tormaschinen nach Frankreich, konnten allerdings seither selten überzeugen und feiern erst in dieser Spielzeit ihre Renaissance.

Edinson Cavani stand in Paris von Beginn an im Schatten von Platzhirsch Zlatan Ibrahimović, musste immer wieder auf den Flügel ausweichen und schien auch von seiner Platzpräsenz her stets gehemmt. Seit diesem Sommer blüht der Uru jedoch auf, hat als einziger Spieler in Europas Topligen bereits die 20-Tore-Marke in der Liga geknackt und auch sein ihm in Frankreich anhaftendes Image als Chancentod endlich abgelegt.

Radamel Falcaos Karriereknick ereignete sich nach einem guten ersten Halbjahr in Monaco vor fast genau drei Jahren: Am 22. Januar 2014 riss er sich in einem Pokalspiel das Kreuzband, verpasste die herbeigesehnte WM auf tragische Weise und kam auch danach bei seinen Leihen in Manchester und Chelsea nie wieder in Form.

Obwohl bei seiner Rückkehr nach Monaco in diesem Sommer prompt eine saftige Gehaltskürzung wartete, gab der Kolumbianer nicht auf und hat als Kapitän der jungen Monegassen bereits zwölf Ligatore auf seinem Konto. "Er ist ein Spieler mit einer hervorragenden Mentalität. In dieser Saison sieht man, dass er nicht nur ein großer Torjäger ist, sondern auch ein guter Techniker, der seine Mitspieler einzusetzen weiß", lobt ihn Jean Petit aus dem Trainerstab Monacos.

Hoffnungsträger Draxler erstmals auf großer Bühne

Während Monaco eher lauern und seine Chancen mit schnellem Konterspiel suchen wird, kommt es bei PSG vor allem darauf an, Cavani in geeignete Abschlusspositionen zu bringen. Die Hauptverantwortung wird dabei Julian Draxler übernehmen müssen, der nach seiner kleineren Wadenverletzung unter der Woche wieder auf dem Rasen stehen wird.

"Draxler ist mit seiner Vielseitigkeit bereits unverzichtbar für PSG – er ist es der Spiele entscheiden kann", so PSG-Legende Safet Sušić gegenüber "L'Equipe". Seit der Ankunft des Weltmeisters zeigt sich der Spielfluss im Mittelfeld der Hauptstädter gleich flüssiger, vor allem Marco Verrattis Stärken im Kombinationsspiel in die Tiefe kommen besser zutage - Monaco wird also gewarnt sein.

Johann Mai

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