Formel-1-Ikone Gerhard Berger sieht Ferrari wegen des Konflikts zwischen Lewis Hamilton und Charles Leclerc in der Pflicht - und rechnet damit, dass die Scuderia bereits über Konsequenzen nachdenkt.
"Ich gehe davon aus, dass in Maranello schon Diskussionen geführt werden. 'Wie regelt man das? Wie ändert man das? Wie macht man das?' Und es ist sicher keine einfache Geschichte bei zwei Fahrern mit dem Kaliber Hamilton und dem Kaliber Leclerc, aber das ist ihre Aufgabe", sagte Berger bei "RTL/Sky Sport".
Hamilton und Leclerc waren beim Formel-1-Rennen in Mexiko zunächst auf der Strecke aneinander geraten. Der siebenmalige Weltmeister setzte das teaminterne Duell anschließend verbal fort - und handelte sich damit einige Kritik ein.
"Einerseits jammert Luis Hamilton immer gerne ein bisschen, andererseits attackiert er andere in einer Art und Weise in der ersten Kurve, was nicht teamfördernd ist, wo er nicht für Ferrari fährt. Wenn da einer nicht ein bisschen nachgibt oder nicht aufpasst, dann endet es mit einem Crash von zwei Ferraris und das kann es nicht sein", sagte Berger dazu.
Der 67-jährige Österreicher ergänzte: "Ich will da gar nicht zu viel unterstellen, aber Lewis Hamilton ist einer, der gerne über das Radio schon seinen Unmut bekanntgibt und auch gerne mit dem Finger aufzeigt, wo man ansetzen könnte, den anderen ein bisschen zu schwächen. Da ist zum Teil Frust dabei, da ist zum Teil Politik dabei, da ist zum Teil auch die berechnende Art dabei."
Formel 1: Das erwartet Berger jetzt von Ferrari
Ferrari müsse "einfach in der Lage sein, das zu managen, ohne groß eine Stallorder auszugeben", so Berger. "Wir sprechen da von zwei Top Fahrern. Und wenn man zwei Topfahrer reinholt und nicht sagt, einer ist Nummer eins, einer Nummer zwei, dann muss man auch die Möglichkeit haben, das zu managen."
Er sei "ein Fan von davon, sich die besten Fahrer ins Team zu holen und gegeneinander fahren zu lassen", sagte der frühere Formel-1-Pilot und -Funktionär. "Und ein Sportler soll immer so lange die Möglichkeit haben, selbst Weltmeister zu werden, selbst Rennen zu gewinnen, so lange er theoretisch die Chance hat. Wenn er sie nicht mehr hat, dann ist er meiner Meinung nach verpflichtet, dem Team zu helfen, um den anderen an die beste Stelle zu bringen. Das ist meine Grundeinstellung bei den beiden."
