Vor heimischer Kulisse im legendären Bell Centre kassierten die Montreal Canadiens am Mittwoch in Spiel 4 der Eastern Conference Finals eine bittere 0:4-Niederlage gegen die Carolina Hurricanes und stehen nun mit dem Rücken zur Wand.
Was als Schlüsselspiel für die Canadiens angekündigt worden war, entwickelte sich schnell zu einer Machtdemonstration Carolinas. Den Anfang machte Sebastian Aho mit einem Powerplay-Treffer per Direktabnahme (15.). Kurz darauf erhöhte Kapitän Jordan Staal vor dem Tor auf 2:0 (17.), ehe Rookie Logan Stankoven einen schnellen Konter eiskalt abschloss (18). Damit zerlegte Carolina die Defensive der Gastgeber schon im ersten Drittel und ließ die euphorischen Fans im Bell Centre verstummeln. Andrei Svechnikov setzte in der 59. Minute den Schlusspunkt.
Dabei war Torhüter Jakub Dobes lange Zeit der einzige Lichtblick der Canadiens. Der 25-Jährige verhinderte mit 39 Paraden eine noch deutlichere Niederlage und wurde trotz des Debakels von den eigenen Fans gefeiert. Teamkollege Lane Hutson fand nach dem Spiel klare Worte: "Es sah so aus, als wäre Doby der Einzige gewesen, der heute erschienen ist."
Canadiens-Fans fordern: "Shoot the Puck!"
Auf der anderen Seite zieht Carolina weiter kompromisslos sein Playoff-Programm durch. Das Team von Coach Rod Brind'Amour präsentiert sich defensiv nahezu unüberwindbar und offensiv gnadenlos effizient. Goalie Frederik Andersen benötigte lediglich 18 Saves für seinen dritten Shutout der diesjährigen Playoffs und stellte zugleich mit seinem fünften Shutout der Saison einen Franchise-Rekord auf.
"Shoot the Puck!" skandierten die frustrierten Canadiens-Fans im dritten Drittel, doch Montreal fand offensiv weder Antworten noch gefährliche Abschlüsse. Nach der überraschenden Auftaktniederlage hat Carolina nun drei Spiele in Serie gewonnen.
"Vielleicht machen wir uns selbst zu viel Druck", sprach Canadiens-Kapitän Nick Suzuki anschließend offen über die Situation. "Wir versuchen, perfekte Spielzüge zu kreieren."
Nun droht das bittere Ende einer emotionalen Saison. Spiel 5 steigt am Freitag um 20 Uhr in Raleigh. Carolina steht kurz davor, erstmals unter Brind'Amour in die Stanley-Cup-Finals einzuziehen. Dort warten die Vegas Golden Knights, die ihre Serie gegen die Colorado Avalanche bereits per Sweep entschieden haben.
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