Die Diskussion um die Nummer eins im Tor der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft erhitzt seit Wochen die Gemüter. Nun äußerte sich erneut Uli Hoeneß in der Angelegenheit und legte mit deutlicher Kritik an der Kommunikation von Bundestrainer Julian Nagelsmann nach.
Der Ehrenpräsident des FC Bayern attackierte den Bundestrainer wegen dessen öffentlichen Umgang mit der Torwartfrage vor der Weltmeisterschaft klar.
Im "Spiegel"-Spitzengespräch machte Hoeneß klar, dass er die Informationspolitik und Art der Gesprächsführung bei Julian Nagelsmann für problematisch hält: "Das war nicht in Ordnung, nicht fair", sagte der 74-Jährige mit Blick auf die vermeintliche Festlegung auf Oliver Baumann als Nummer eins im DFB-Tor.
Denn inzwischen ist klar, dass doch wieder Manuel Neuer bei der WM in Kanada, Mexiko und den USA als Stammkeeper zwischen den Pfosten stehen soll. Die bevorstehende Rückkehr des Weltmeisters von 2014 sorgt seit Tagen für heftige Debatten, auch weil Baumann die komplette Qualifikation als Nummer eins absolviert hatte.
Sportlich stellte sich Hoeneß jedoch klar hinter Neuer. Bereits am Rande der Meisterfeier der Münchner auf dem Marienplatz vor wenigen Tagen hatte er erklärt, dass der Bayern-Kapitän für ihn weiterhin "der Beste" sei. Gleichzeitig betonte er erneut, dass ihm Baumann in dieser Situation leidtue.
Hoeneß hofft auf "Bayern-Block" bei der WM 2026
Doch die Kritik des Bayern-Patrons ging aber noch deutlich weiter. Hoeneß bemängelte grundsätzlich die Arbeit von Nagelsmann in den vergangenen Monaten.
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"Man hätte eine Mannschaft drei-, vier-, fünfmal zusammenspielen lassen müssen, um sie zu einer Einheit zu formen", sagte er. Seine Aussagen seien dabei ausdrücklich keine persönliche Attacke, sondern "sachlich-fachliche Kritik".
Auch die Qualität des aktuellen DFB-Kaders sieht Hoeneß kritisch. Die Mannschaft sei "gut, aber nicht Weltklasse". Besonders unverständlich ist für ihn die Rolle von Joshua Kimmich in der Nationalelf. Während Kimmich beim FC Bayern im zentralen Mittelfeld überzeugt, setzt Nagelsmann ihn häufig als Rechtsverteidiger ein.
"Ich würde Joshua, der eine überragende Saison im Mittelfeld des FC Bayern gespielt hat, auf keinen Fall da verbrennen", erklärte Hoeneß deutlich. Für ihn müsse Kimmich im Zentrum spielen, um dort seine Führungsqualitäten voll einzubringen. Als Idealbesetzung sieht der Bayern-Ehrenpräsident einen "Bayern-Block" mit Kimmich und Aleksandar Pavlović im Mittelfeld.































