Championship Sunday steht in den NFL Playoffs auf dem Plan und wir bekommen zwei hochspannende Duelle geliefert. Der Super-Rookie wird den Eagles das Leben schwer machen und beim ewig jungen Duell Mahomes gegen Allen kommt wohl alles auf einen Mann an.
Das sind die Predictions von sport.de-Redakteur Marcus Blumberg (Vorwoche: 2-2 / Regular Season: 190-82 / Playoffs: 5-5 / Gesamt: 195-87).
NFL Predictions Championship Sunday
Die Divisional Round war hart. Das Wetter spielte rein, ebenso Verletzungen und Fehler von Topstars. Entsprechend chaotisch ging es ergebnistechnisch zu. In dieser Woche sollte das Wetter zumindest mal keine Ausrede sein, weshalb zweimal die Tagesform entscheiden wird.
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Washington Commanders (12-5) @ Philadelphia Eagles (14-3) (So., 21 Uhr live bei RTL)
Die Commanders und Eagles trafen bereits in den Wochen 11 und 16 aufeinander. Die Eagles gewannen das erste Spiel 26:18 mit einer furiosen Aufholjagd im dritten Viertel samt dreier Touchdowns. Die Commanders revanchierten sich vor heimischer Kulisse mit einem ebenfalls fulminanten 4th-Quarter-Comeback, allerdings mit dem Hinweis, dass Jalen Hurts früh im Spiel mit einer Gehirnerschütterung raus musste und Kenny Pickett übernahm.
Nun sollte Hurts trotz seiner Knieverletzung aber spielen können, wie gut und vor allem wie mobil, bleibt jedoch die große Frage. Denn als Pocket-Passer allein ist er vielleicht nicht die beste Lösung. Allerdings sei erwähnt, dass er sich besonders gefährlich zeigte, wenn er gegen Man Coverage agierte. In diesen Konstellationen kam er auf 12 Touchdown-Pässe (INT) in dieser Saison - laut "Next Gen Stats" sind das die meisten für einen Quarterback in einer Saison seit 2021. Und allein gegen die Commanders sah er in dieser Saison in 40 Prozent seiner Dropbacks Man Coverage - gegen alle anderen Gegner waren es nur 30,7 Prozent.
Allerdings sei auch erwähnt, dass Hurts in diesen Playoffs bei elf Dropbacks gegen Man nur Erfolg hatte, wenn er zu Tight End Dallas Goedert geworfen hat. Dann war er 3/3 für 65 Yards und einen Touchdown. Alle anderen Targets waren Incompletions.
Ein Trumpf für die Eagles ist zweifelsohne Saquon Barkley, der das Spiel in Woche 11 mit seinen zwei langen Touchdown-Runs entschieden hat. Auch gegen die Rams war er es letztlich, der offensiv für die Vorentscheidung sorgte mit seinem 78-Yard-Touchdown. Und er liegt in dieser Saison dank der monströsen Offensive Line auf Rang 6 mit einer Explosive Run Rate von 13,3 Prozent - Explosive Runs sind solche, die mindestens über 15 Yards gehen. Und er legt in der Regel 2,6 Yards vor dem ersten Kontakt zurück. Die Commanders hingegen ließen die zweithöchste Explosive Run Rate (13,2 Prozent) und die meisten Yards vorm ersten Kontakt (1,9) in der NFL zu. Gegen Barkley waren es in zwei Spielen sogar 3,6 YBC und sechs Explosive Runs.

Wie stoppt man Jayden Daniels?
Auf der anderen Seite jedoch wird sich auch für die Eagles das Problem stellen, wie man denn Super-Rookie Jayden Daniels wird beikommen können. Jener zeigte nicht zuletzt gegen die Lions, dass er Blitzes in der Regel zerstört. Die Eagles blitzten ihn in Woche 11 in nur 12,5 Prozent seiner Dropbacks, was sein niedrigster Wert der Saison war. Im zweiten Spiel waren es dann 35,6 Prozent. Und mit ihren Blitzes erzeugten sie eine Pressure Rate von 52,6 Prozent, allerdings sprang nur ein Sack dabei heraus. Und Daniels brachte 11/17 Pässen für 193 Yards und 3 Touchdowns an. Weniger blitzen scheint jedoch auch nicht das Wahre zu sein, denn mit nur ihrem 4-Man-Rush brachten es die Eagles gegen Daniels nur auf eine Pressure Rate von 20,3 Prozent.
In Sachen Coverage-Matchups spricht einiges für die Eagles. Defensiv schaltete Rookie Quinyon Mitchell Terry McLaurin im ersten Spiel aus, während Daniels seine linke Seite mit Mitchell im zweiten Duell komplett vermied. Die Frage ist hier jedoch, ob Mitchell nach seiner Schulterverletzung fit sein wird. Auf der anderen Seite liegt der Fokus auf dem Duell zwischen A.J. Brown und Marshon Lattimore. Brown hatte da bislang die Oberhand und fing 5 Pässe (10 Targets) für 68 Yards (TD) und zog zudem drei Pass-Interference-Strafen für 68 weitere Yards. Doch auch die Fitness von Brown steht derzeit infrage.
Wie geht es also aus? Die Buchmacher sehen die Eagles mit 6 Punkten vorne. Aber wenn es der Front nicht gelingt, Daniels im Zaum zu halten, dann könnte das ein langer Tag werden für Philly. Gleiches gilt eigentlich auch für die Commanders, wenn sie Barkley nicht halten können. Jedoch könnte Dan Quinn darauf setzen, dass Hurts mit seinem Knie nicht so laufen kann wie sonst und dann womöglich seine Defense so aufstellt wie in der zweiten Hälfte in Woche 16 gegen Pickett - mit Single-High-Safety und Shells-Coverage, sodass ein zusätzlicher Verteidiger in der Box gegen Barkley aushelfen kann. Der sah danach kaum noch Land. Und das wäre ein herber Schlag für die Eagles.
Ich habe Hurts am Ende gegen die Rams gesehen. Das sah nicht gut aus und ist ein enormer Nachteil fürs Heimteam, wenn er sich nicht ganz schnell erholt. Daher tippe ich auf den Underdog, der mit Schwung kommt.
Tipp: Commanders @ Eagles 26:24

Buffalo Bills (13-4) @ Kansas City Chiefs (15-2) (Mo., 0:30 Uhr live bei RTL)
Here we go again! Zum vierten Mal treffen die Chiefs mit Patrick Mahomes auf die Bills mit Josh Allen in den Playoffs. Die ersten drei Duelle endeten bekanntermaßen alle mit Siegen der Chiefs. So auch im Vorjahr im Divisional Game, das zur Abwechslung mal in New York stattfand. Dort gewannen die Bills auch das letzte Duell der beiden in Woche 11 (30:21).
Damals hatte Mahomes zwei Interceptions geworfen, eine zu Beginn, eine ganz am Ende. Seither jedoch leisteten sich die Chiefs keinen einzigen Turnover mehr - Allen auf der anderen Seite hatte seit Mitte November auch nur noch eine Interception. Entsprechend befinden sich beide Teams in Topform.
Spannend wird nun, welchen Ansatz man verwendet und was man im Vergleich zu Woche 11 verändert. Die größte Frage auf beiden Seiten wird sein, wie man den jeweils anderen Quarterback bekämpft. Die Chiefs hatten früher in dieser Saison Erfolg damit, Josh Allen zu blitzen. Er brachte dann nur 8/16 Pässen für 106 Yards (TD, INT) an den Mann. Gegen nur vier Pass-Rusher jedoch war er 19/24 für 154 Yards. Es könnte also sein, dass man ihn dieses Mal noch aggressiver blitzt.
Auf der anderen Seite hielt sich Sean McDermott mit Blitzes gegen Mahomes zurück. Und jener war ohnehin effektiv im Quick Passing Game. Mahomes brachte 83,6 Prozent seiner Pässe an, die er in unter 2,5 Sekunden loswurde. Und damit haben die Bills Probleme. Sie ließen eine Completion Percentage von 78,1 Prozent zu gegen Quick Passes (Success Rate: 53,6 Prozent). Allerdings fingen sie auch 5 Interceptions - die viertmeisten der NFL.
Allerdings war Mahomes deutlich ineffizienter mit Pässen, bei denen er den Ball länger als 2,5 Sekunden hielt. Er brachte dann nur noch 14/23 an und warf seine beiden Interceptions. Die Bills könnten also verstärkt auf Press Coverage setzen, jedenfalls dann, wenn Cornerback Christian Benford (Gehirnerschütterung) rechtzeitig fit wird.
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Obacht vor Allens Ausflügen
Ein Problem für die Chiefs wird es derweil, Allen mit ihrer üblichen Defense zu kontrollieren. Sie spielen gerne Man, Allen scrambelt derweil gerne, besonders gegen die Chiefs. So entschied er auch das Spiel im November. Darüber hinaus setzt Defensive Coordinator Steve Spagnuolo gerne auf Split-Safeties. Allen jedoch ist der einzige qualifizierte Quarterback der Liga, der gegen Split-Safety-Coverage keine Interception geworfen hat. Und: Er kassierte lediglich in 3,2 Prozent seiner Dropbacks einen Sack dagegen. Spagnuolo hat ohnehin Mühe, Sacks gegen Allen zu landen - nur 1,3 Sacks pro Spiel (8 Spiele) sind der geringste Wert für Spagnuolo gegen QBs mit mindestens vier Starts gegen ihn.
Der Schlüssel in diesem Spiel - das Run Game auf beiden Seiten lassen wir mal außen vor, auch wenn beide selbiges häufig nutzen werden - dürfte aber letztlich wie immer die Frage sein, wie die Bills mit Travis Kelce klarkommen. Sie nahmen ihn in Woche 11 aus dem Spiel (2 REC, 4 TGTS, 8 YDS) und umzingelten ihn mit mehreren verschiedenen Verteidigern, allen voran Linebacker und Safeties. Es war das einzige Spiel für Mahomes gegen die Bills, in dem er nicht ein Mal in die Richtung von Kelce in der Red Zone geworfen hat!
Damals fehlte Linebacker Matt Milano, jener ist nun wieder mit von der Partie und wird zusammen mit Terrel Bernard genau diese Aufgabe bekommen. Wenn es ihnen gelingt, Kelce erneut einzuschränken - und darüber hinaus Mahomes selbst vom Scramblen abzuhalten, was damals ebenfalls gelang -, dann haben die Bills mit ihrer eigenen Offense eine echte Chance.
Unberechenbar bleibt dieses hochklassige Matchup dennoch, zumal es im Arrowhead stattfindet und Zebras vermutlich erneut nicht ganz unbeteiligt sein werden. Das Wetter wiederum wird nur bedingt eine Rolle spielen - es wird mit rund -10 Grad Celsius klirrend kalt beim Kickoff, doch Schnee ist nicht angesagt.
Tipp: Bills @ Chiefs 28:27
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