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Was der BVB mit Barcas Aufschwung zu tun hat

Sinnbild des Barca-Aufschwungs: Ex-BVB-Star Pierre-Emerick Aubameyang reckt die Faust
Sinnbild des Barca-Aufschwungs: Ex-BVB-Star Pierre-Emerick Aubameyang reckt die Faust
Foto: © Cesare Purini / Insidefoto via www.imago-images.de
04. März 2022, 10:49
sport.de
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Im Spätherbst lag der einst so stolze FC Barcelona sportlich wie finanziell am Boden, mittlerweile wittern die Katalanen aber wieder Morgenluft. Hauptverantwortlich für den Stimmungsumschwung am Camp Nou ist Trainer Xavi, doch auch zwei frühere BVB-Stars haben durchaus ihren Anteil.

Manch ein Barca-Fan konnte am vergangenen Sonntag seinen Augen kaum trauen. Ein 4:0-Heimsieg gegen Athletic Bilbao? Zum vierten Mal im Februar ein Erfolg mit vier eigens erzielten Treffern? Und das alles ohne Lionel Messi?

Ja, tatsächlich, es ist wahr: Im Frühjahr 2022 ist der FC Barcelona zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit keine Lachnummer mehr, sondern eine der formstärksten Mannschaften der europäischen Top-Ligen.

Die zwischenzeitlich weit entfernte Champions-League-Qualifikation ist durch die jüngste Serie der Blaugrana, die nach dem Jahreswechsel noch ungeschlagen sind und fünf von sieben LaLiga-Begegnungen gewonnen haben, wieder in greifbare Nähe gerückt.

Von ungefähr kommt die positive Entwicklung in Katalonien indes nicht: Im deprimierenden Herbst, als der Tiefpunkt erreicht war, wurden in Barcas Führungsriege umfassende personelle Veränderungen beschlossen, die langsam Früchte tragen. Zudem macht sich das Abklingen der Verletzungswelle bemerkbar.

Drei Namen stehen sinnbildlich für die Renaissance des stolzen Vereins:

  • Xavi

Mit der Entscheidung, den chronisch überforderten Ronald Koeman zu entlassen und durch Klub-Ikone Xavi zu ersetzen, haben die Barca-Verantwortlichen einen Volltreffer gelandet.

Der Ex-Profi bringt alles mit, um eine neue Erfolgs-Ära zu prägen: große Identifikation mit dem Verein und seinen Werten, den nötigen Tatendrang und vor allem das nötige Know-how für modernen, attraktiven Fußball.

Auffällig ist, dass der FC Barcelona unter Xavi wieder dominanter auftritt. Hohes Pressing und schnelle Kombinationen lassen erahnen, wohin der Weg, der eingeschlagen wurde, noch führen könnte.

Xavi (2.v.r.) hat Barca neues Leben eingehaucht
Xavi (2.v.r.) hat Barca neues Leben eingehaucht

Auch ohne Lionel Messi verfügt der Kader über viele herausragende Einzelkönner. Die Kunst besteht darin, aus ihnen ein Team zu formen. Xavi scheint hierbei eine gute Mischung gefunden zu haben. Auch den vielen Top-Talenten aus Barcas weltbekannter Nachwuchsakademie La Masia kommt der Ansatz des Trainers zugute.

  • Pedri

Der Shootingstar der Vorsaison ist nach einem kräftezehrenden Sommer inklusive EM- und Olympia-Teilnahme endlich wieder voll belastbar. Von der Dauer-Belastung gezeichnet, hatte Pedri im September eine hartnäckige Oberschenkelverletzung erlitten, die ihn ein Vierteljahr außer Gefecht setzte.

Ende Januar kehrte der 19-Jährige, der auch beim FC Bayern auf dem Zettel stehen soll, schließlich auf den Platz zurück und ist seither wieder der Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld des FC Barcelona.

"Pedri verliert keinen Ball, spielt einfach, bewegt sich zwischen die Linien. Es ist wunderbar, ihn spielen zu sehen. Er erinnert mich sehr an Andres Iniesta, setzt alles leicht um. Solche Talente habe ich nicht oft gesehen. Wenn der Ball Pedri erreicht, wird das Spiel besser", schwärmte Xavi nach der Gala gegen Bilbao von seinem Schützling.

Plus: Pedri ist eine der wichtigsten Identifikationsfiguren dieses neuen Barcas. Die Perspektive, mit ihm zusammenspielen zu können, dürfte im Poker um Verlängerungen und Neuzugänge ein Faustpfand des Managements sein.

  • Pierre-Emerick Aubameyang

Beim FC Arsenal auf unrühmliche Art und Weise vom Hof gejagt, unterschrieb der langjährige BVB-Torjäger Aubameyang im Frühjahr in Barcelona. Zwischen dem LaLiga-Giganten und dem mittlerweile 32 Jahre alten Gabuner scheint es sofort gefunkt zu haben: In seinen ersten sechs Einsätzen im rot-blauen Trikot traf der Angreifer schon fünf Mal.

"Er ist gut im Strafraum. Er ist reif, intelligent, bescheiden und positiv. Ich bin sehr zufrieden mit ihm. Die Tore werden ihm Selbstvertrauen geben", stimmte Xavi nach Aubameyangs drei Treffern gegen Valencia ein Loblied an.

Der Coach dürfte hoffen, fortan noch häufiger von der "BVB-Connection" im Team zu profitieren: Auch der eigentlich bereits aussortierte Ousmane Dembélé, mit dem Aubameyang in Dortmund in der Saison 2016/2017 nahezu perfekt harmoniert hatte, deutete bei seinem genialen Joker-Einsatz gegen Bilbao an, mit dem Kapitel Barcelona noch lange nicht abgeschlossen zu haben.

Übrigens war Aubameyang nicht der einzige Winter-Transfer, mit dem die Offiziellen um Präsident Joan Laporta goldrichtig lagen: Auch 55-Millionen-Euro-Mann Ferran Torres (kam von Manchester City), der wuchtige Flügelflitzer Adama Traoré (mit Kaufoption von den Wolverhampton Wanderers ausgeliehen) und Rückkehrer Dani Alves schlugen direkt ein.

Es scheint, als sei das Fundament für eine bessere Zukunft beim FC Barcelona gelegt.

Heiko Lütkehus

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