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"Überall hieß es, da kommt van der Verrat"

Van der Vaart über HSV-Zoff: "Ich war jung und dumm"

Rafael van der Vaart verabschiedet sich im Oktober von den HSV-Fans
Rafael van der Vaart verabschiedet sich im Oktober von den HSV-Fans
Foto: © Julian Finney, getty
23. September 2019, 08:42
sport.de
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Rafael van der Vaart verabschiedet sich am 13. Oktober ganz offiziell vom Profi-Fußball. In Hamburg lädt er ehemalige HSV-Wegbegleiter und zahlreiche Weltstars ein. Dass das Abschiedsspiel in der Hafenstadt stattfindet, ist nicht zufällig gewählt.

Das Spiel sei "ein Dankeschön an Hamburg", erklärte van der Vaart im Interview mit dem "kicker": "Es ist aber auch eine Entschuldigung." Der Niederländer spielt damit auf die Wechselposse im August 2007 an: Der Mittelfeldspieler, seit 2005 in Diensten des HSV, wollte unbedingt zu Real Madrid wechseln. Mit einer fingierten Krankmeldung hatte er versucht, den Wechsel herbeizuführen.

"Ich hätte das damals nicht tun dürfen. Aber auch durch Dinge wie diese habe ich mich weiterentwickelt", so der 36-Jährige im Rückblick. Als ein Transfer zu den Königlichen platzte, hatte van der Vaart noch versucht, einen Wechsel zum FC Valencia herbeizuführen, indem er sich von Fotografen der spanischen Zeitung "AS" im Trikot der Fledermäuse hat ablichten lassen.

Valencia habe "ein richtig gutes Angebot gemacht, aber der HSV wollte gar nicht reden", so van der Vaart nun: "Ich war jung und dumm. Ich wollte einfach unbedingt wechseln. Ich hatte die Zusage, dass wir bei einem guten Angebot reden können." 

"Überall hieß es, da kommt van der Verrat"

Dann folgte wohl Rafael van der Vaarts emotionalster Moment im Trikot des HSV. Wenige Tage nach Veröffentlichung der Fotos spielte der Nordklub gegen Bayer Leverkusen. Beim Stand von 0:0 erzielte ausgerechnet der Mittelfeldstar den Siegtreffer per Elfmeter. "Es war eine Geschichte, die zu mir gehört", erklärte der 109-fache Nationalspieler.

"Gefühlt konnte ich in diesem Moment in Hamburg nicht mehr leben. Überall, wo ich hinkam, waren Fotografen, überall hieß es, da kommt van der Verrat", erinnerte sich van der Vaart: "Ich war im Tunnel, wollte nur noch weg, habe gegen Leverkusen trotzdem ein richtig gutes Spiel gemacht, und dann kam der Elfmeter."

Ein Jahr später wechselte der Niederländer dann doch zu Real Madrid, wo er zwei Jahre unter Vertrag stand. Nach weiteren zwei Jahren bei Tottenham Hotspur kam van der Vaart 2012 zum HSV zurück, erlebte dort unter anderem das Relegations-Rückspiel gegen den Karlsruher SC im Frühjahr 2015 - ein "in positiver wie in negativer Hinsicht" emotionales Spiel.

Er habe sich seine zweite Zeit in Hamburg "anders vorgestellt. Ich habe auch da alles gegeben, aber ich muss ehrlich sein: In mir steckte nicht mehr das drin, wie beim ersten Mal." 

Rafael van der Vaart ließ seine Karriere schließlich mit Stationen bei Real Betis, FC Midtjylland und Esbjerg fB ausklingen. Er blickt auf 530 Pflichtspiele zurück.

 

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