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Darum stürzt der VfB Stuttgart immer tiefer in die Krise

Hängende Köpfe bei den Profis des VfB Stuttgart
Hängende Köpfe bei den Profis des VfB Stuttgart
Foto: © getty, Christian Kaspar-Bartke
04. Februar 2019, 11:43

Für den VfB Stuttgart wird die Lage im Abstiegskampf immer prekärer. Die kommende Partie in Düsseldorf hat fast existenzielle Bedeutung.

Das Urteil fiel vernichtend aus. "Da passt hinten und vorne nichts. Die Spieler haben keine Qualität", schimpfte Weltmeister Thomas Berthold bei "Sky90" über die Zugänge der letzten eineinhalb Jahre bei seinem krisengeplagten Ex-Klub VfB Stuttgart - und Trainer Markus Weinzierl konnte der deutlichen Kritik nicht mal widersprechen: "Wir haben natürlich Probleme, sonst wären wir nicht in dieser Konstellation hinten drin."

Was sollte der 44-Jährige nach dem mageren 2:2 (0:1) im brisanten schwäbisch-badischen Kellerduell gegen den SC Freiburg angesichts der immer prekäreren Lage auch anderes sagen.

Nach fünf Spielen ohne Sieg mit vier Pleiten wird der Druck von Woche zu Woche größer, der Abstand auf den rettenden Platz 15 beträgt bereits drei Punkte - und jetzt geht es am Sonntag (18:00 Uhr) zu Fortuna Düsseldorf. Für den VfB hat die Partie gegen einen vermeintlichen Konkurrenten fast existenzielle Bedeutung.

"Die Spiele werden weniger, die Situation nicht einfacher. Die drei Punkte sind zwingend notwendig", sagte Kapitän Christian Gentner nach einem erneuten bitteren Tiefschlag mit finsterer Miene.

Wie wichtig das nächste Spiel sei, betonen sie in Stuttgart seit Wochen - passiert ist kaum etwas. "Natürlich kann man sagen, der Punkteschnitt ist ähnlich, dass es nicht besser geworden ist. Das stimmt", räumte selbst Weinzierl, der im Oktober das Amt von Tayfun Korkut mit großem Enthusiasmus angetreten hatte, schon etwas desillusioniert ein.

Für den VfB Stuttgart geht es nur noch um den Klassenerhalt

Inzwischen geht es für den VfB, bei dem vor der Saison schon wieder einige von höheren Sphären geträumt hatten, nur noch ums blanke Überleben. Auf die Frage, ob jeder verinnerlicht habe, dass es nur noch um den Klassenverbleib geht, antwortete Weinzierl: "Alles andere wäre schlimm. Es geht nur noch darum."

So klammerte sich Weinzierl nach dem Last-Minute-Ausgleich der Freiburger durch Florian Niederlechner (90.+4) an jeden Strohhalm. Die Mannschaft habe sich zuletzt schon beim 1:4 gegen die Bayern und nun gegen den SC "gewehrt. Das muss der Weg für die nächsten Wochen sein".

Allerdings weiß der frühere Augsburger und Schalker Trainer auch, dass dies nur bedingt ausreicht. Sein Team müsse "kompakter, zweikampfstärker, schneller" spielen: "Wir müssen an den Kleinigkeiten arbeiten, an der Defensive vor allem, und dann kommt das Offensive von allein, weil die Mannschaft Fußball spielen kann."

Was zu beweisen wäre. Nach dem frühen 0:1 durch Janik Haberer (4.) hatte der VfB lange Zeit nichts zu bieten, ehe Emiliano Insua (75.) und Daniel Didavi (83.) mit zwei Toren fast aus dem Nichts das Spiel gedreht hatten.

Welche Schuld am VfB-Remis gegen den SC Freiburg trägt der Schiedsrichter?

Dass es nicht zum erhofften Befreiungsschlag genügte, schob Weinzierl Schiedsrichter Deniz Aytekin in die Schuhe. Der hatte zum einen fünf Minuten nachspielen lassen - zu lange aus Sicht des VfB. Vor allem aber hatte er dem erst zur Pause eingewechselten Mario Gomez kurz vor Schluss Gelb-Rot gezeigt.

Der zeigte sich "schockiert. Ich habe jetzt 14 Jahre als Profi gespielt - und bin noch nie vom Platz geflogen. Solche Zweikämpfe habe ich schon drei Millionen Mal geführt und bin nie bestraft worden", sagte der Stürmer.

Auch Weinzierl war aufgebracht. "So ein Schiedsrichter muss sich auch bewusst sein, dass es um wichtige Punkte geht und dass solche Entscheidungen auch entscheidend sein können", sagte er: "Bei Elf gegen Elf hätten wir das Spiel definitiv gewonnen."

 

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