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Real in der Krise: Wird Kroos zum Bauernopfer?

Toni Kroos steht bei Real in der Kritik. Wohin führt der Weg des Weltmeisters?
Toni Kroos steht bei Real in der Kritik. Wohin führt der Weg des Weltmeisters?
Foto: © getty, Denis Doyle
18. Januar 2018, 15:14
sport.de
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Die Krise bei Real Madrid spitzt sich immer weiter zu. Die Königlichen rangieren mit deftigen 19 Punkten Rückstand auf den Erzrivalen aus Barcelona nur auf Platz vier der Primera División. Im Zuge der jüngsten Pleiten geriet nun auch der zuvor unantastbare Toni Kroos in die Kritik. Sogar ein Verkauf des deutschen Mittelfeldstrategen steht im Raum.

"Es fühlt sich einfach beschissen an", fasste Coach Zinédine Zidane die Lage nach der überraschenden Heimpleite gegen Villarreal prägnant zusammen. Es war bereits die vierte Saisonniederlage für den amtierenden Champions-League-Sieger, der in dieser Form sogar um eine erneute Teilnahme an der Königsklasse zittern muss.

Vor allem im heimischen Santiago Bernabéu läuft es in dieser Spielzeit nicht rund. Schon dreimal gingen "Los Blancos" in der Liga daheim als Verlierer vom Platz. Dabei gelang gegen Real Betis, den FC Barcelona und nun zuletzt Villarreal nicht mal ein Treffer.

Es hakt also vor allem in der sonst so schlagkräftigen Offensive der Madrilenen. Cristiano Ronaldo lässt eine Großchance nach der anderen aus, Karim Benzema stand 2018 verletzungsbedingt noch gar nicht auf dem Platz, Gareth Bale und Marco Asensio zeigen ihr Können zu selten.

Kroos "nicht wiederzuerkennen"

Doch nicht nur die Stürmer stehen in der Kritik. Nach der jüngsten Pleite bekam auch Mittelfeldstratege Toni Kroos, der über Jahre nahezu unantastbar war, von den spanischen Medien sein Fett weg.

"Mundo Deportivo" bescheinigte dem Weltmeister eine bescheidene Leistung und machte ihn zu einem Gesicht der Krise. "Kroos setzte keine Akzente, der deutsche Regisseur ist nicht wiederzuerkennen", befand die renommierte spanische Sportzeitung.

Belegende Fakten lassen sich dazu allerdings schwerlich finden. Toni Kroos gehörte gegen Villarreal noch zu den besseren Real-Akteuren und brachte gute 93 Prozent seiner Pässe an den Mitspieler. Der Deutsche leitete einige der insgesamt 28 Madrider Torchancen ein.

Kroos wehrt sich gegen Kritiker

Was die Zahlen belegen, sieht auch Kroos selbst so. "Es ist wahr, dass das eine schwierige Zeit für uns und alle Madridistas ist", postete der 28-Jährige bei Instagram und ergänzte: "Aber jeder, der sagt, wir hätten schlecht gespielt, hat keine Ahnung von Fußball."

Allerdings bringt auch die beste Leistung nichts Zählbares, wenn der Ball einfach nicht ins Tor will. Real muss seine Saisonziele in der Liga korrigieren und sich auf die erneute Qualifikation für die Champions League konzentrieren. "Wir müssen schauen, dass wir den dritten oder vierten Platz erreichen", erklärte der deutsche Taktgeber.

Und den Königlichen bleibt ja auch noch die aktuelle Königsklasse. Dort wartet im Achtelfinale mit dem Star-Ensemble von Paris Saint-Germain allerdings ein echter Brocken. In der aktuellen Form werden es Kroos und Co. gegen die Truppe um Superstar Neymar mehr als schwer haben.

Wird Kroos zum Neymar-Opfer?

Apropos Neymar: In den letzten Wochen kursierte wiederholt das Gerücht in den Medien, dass der brasilianische Angreifer bei Real Madrid im Gespräch sein soll, um den alternden und vermeintlich abwanderungswilligen Cristiano Ronaldo zu beerben.

Der spanische Rekordmeister soll bereit sein, unglaubliche 400 Millionen Euro für den PSG-Stürmer auf den Tisch zu legen. Wenn Real in dieser Sache ernst macht, müssten wohl andere Spieler weichen, um den Deal zu finanzieren.

Einer davon könnte Toni Kroos sein. Der Nationalspieler wurde jüngst erneut mit Manchester United in Verbindung gebracht, wo er schon vor seinem Wechsel nach Madrid 2014 fast gelandet wäre. 

Wochen der Wahrheit stehen an

Ob Präsident Florentino Pérez einen Neymar-Deal wirklich in Erwägung zieht, hängt neben der Entwicklung um Cristiano Ronaldo wohl auch vom restlichen Saisonverlauf der Königlichen ab. Denn traditionell schlägt Real immer dann groß zu, wenn Veränderungen nötig sind, um schlechte Phasen vergessen zu machen.

Bevor es Mitte Februar ins Gigantenduell mit PSG geht, hat die Truppe von Zinédine Zidane in der Primera División noch viermal die Chance, Selbstvertrauen zu tanken und Rang vier gegen die Verfolger abzusichern. Dazu müsste aber zuallererst der Ball mal wieder ins gegnerische Tor.

Einen ersten Schritt zurück in die Erfolgsspur können Kroos und Co. schon am heutigen Donnerstag machen. Um 21:30 Uhr gastiert Real Madrid im Hinspiel des Viertelfinales der Copa del Rey bei CD Leganés.

Lennart Wegner

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