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WM-Held und FC-Legende Hans Schäfer verstorben

Hans Schäfer (2.v.r.) ist verstorben
Hans Schäfer (2.v.r.) ist verstorben
Foto: © imago sportfotodienst
07. November 2017, 12:46

Hans Schäfer, Weltmeister von 1954 und Legende des 1. FC Köln, ist am Dienstagmorgen im Alter von 90 Jahren gestorben. Das bestätigte der 1. FC Köln.

"Am 7. November 2017 ist Hans Schäfer gestorben. Er war der bedeutendste FC-Spieler und einer der größten deutschen Fußballer aller Zeiten", heißt es in einer Mitteilung der Geißböcke. 

"Die gesamte FC-Familie ist in tiefer Trauer und wir sind in Gedanken bei Hans Schäfers Angehörigen. Wir verlieren eine der größten Persönlichkeiten, die der 1. FC Köln je hervorgebracht hat. Als Weltmeister und größte Ikone dieses Klubs ist Hans Schäfer unsterblich", äußerte sich FC-Präsident Werner Spinner zum Tod der Legende.

Toni Schumacher, Spinners Stellvertreter, führte aus: "Von allen großen Spielerpersönlichkeiten des 1. FC Köln ist Hans Schäfer mit dem Wunder von Bern der Größte. Die FC-Familie verliert mit ihm einen Kölner Giganten, der Vorbild für unzählige Fußballer war. Der damals beste Linksaußen der Welt war ein Wilder auf dem Platz, wer sich nicht einsetzte, der bekam seinen Ehrgeiz zu spüren. Das verbindet uns beide über die Generationen hinweg. Stolz war ich stets darauf, wenn er sagte: 'Toni, wir beide hätten gut zusammen in eine Mannschaft gepasst.' Wir trauern mit seiner Familie und werden sein Andenken in unserem Verein stets in Ehren halten."

Zwei Jahrzehnte die prägenden Figur im Spiel der Kölner

Schäfer wurde 1927 im Kölner Stadtteil Zollstock geboren, beim dortigen Klub DJK Rheinland begann er mit dem Fußballspielen. Später wechselte er zum FC und war über fast zwei Jahrzehnte die prägenden Figur im Spiel der Kölner. Schäfer steht sinnbildlich für Meistertitel und eine der erfolgreichsten Epochen der Klubgeschichte, auf die auch heute noch viele Fans sehnsüchtig zurückblicken.

Beim ersten deutschen WM-Triumph 1954 in Bern gegen Ungarn (3:2) gehörte Schäfer zu den Leistungsträgern der Mannschaft um Kapitän Fritz Walter des damaligen Bundestrainers Sepp Herberger. Schäfer hatte dabei großen Anteil am Siegtreffer durch Helmut Rahn. Der Kommentar zum Spiel hat längst Kultstatus erreicht.

"... und Bozsik, immer wieder Bozsik, der rechte Läufer der Ungarn am Ball. Er hat den Ball – verloren diesmal, gegen Schäfer. Schäfer nach innen geflankt. Kopfball – abgewehrt. Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen..."

Letzter noch lebender Spieler aus der Weltmeister-Elf von 1954 ist damit Horst Eckel (85). Auch der Lauterer reagierte erschüttert. "Ein sehr trauriger Tag. Hans war ein sehr guter Kamerad von mir. Jetzt bin ich der Letzte der Mannschaft von 1954, ich fühle mich jetzt auch alleine", sagte Eckel der "Bild". Letztmals hatte er zu Schäfers 90. Geburtstag am 19. Oktober mit ihm telefoniert: "Da hatte ich das Gefühl, dass es ihm gut geht."


Reaktionen zum Tod von Hans Schäfer:

Reinhard Grindel (DFB-Präsident): "Der deutsche Fußball verliert mit Hans Schäfer einen herausragenden Spieler und eine starke, immer bodenständig gebliebene Persönlichkeit. Der Name Hans Schäfer bleibt für immer eng mit dem Wunder von Bern verbunden, er wird uns immer in Erinnerung bleiben. Unser Mitgefühl gilt der Familie, unsere Gedanken sind bei seiner Frau und seinen Töchtern."

Joachim Löw (Bundestrainer): "Die Nachricht, dass Hans Schäfer gestorben ist, macht uns alle hier bei der Nationalmannschaft sehr traurig. Als einer der Helden von Bern bleibt er unvergessen."

Oliver Bierhoff (Nationalmannschaftsmanager): "Wir sind mit der Nationalmannschaft in Gedanken bei Hans Schäfers Familie, Angehörigen und Freunden. Ohne die Weltmeister von 1954 hätte der Fußball in Deutschland nie diese rasante Entwicklung genommen, das war so was wie die Geburtsstunde der riesigen Fußballbegeisterung. Menschen wie Hans Schäfer bleiben nicht nur wegen des gewonnenen WM-Titels in Erinnerung, sondern vor allem auch aufgrund ihres Auftretens und Wirkens außerhalb des Platzes. Sie stehen für Bodenständigkeit, Bescheidenheit, Demut, Fair Play und Teamgeist."

Uwe Seeler (Schäfers Mannschaftskollege in der Nationalmannschaft): "Ich habe noch versucht, ihn an seinem 90. Geburtstag zu erreichen und habe ihm aufs Band gesprochen. Ich hoffe, dass er meine Nachricht noch bekommen hat. Er war ein erstklassiger Fußballer, Mensch und Kamerad. Als ich als junger Hirsch zur Nationalmannschaft kam, hat er uns immer geholfen, mit Rat und Tat. Er war eine Frohnatur, um ihn tut es mir besonders leid."

Horst Eckel (Weltmeister von 1954): "Am Dienstagmorgen erhielt ich die traurige Nachricht von dem Tod meines Kameraden und Freundes Hans Schäfers. Er war ein herausragender Spieler und ein wichtiger Teil unserer Mannschaft aber auch ein ganz besonderer Mensch und guter Freund. Ich hab mich noch mit ihm über seinen 90. Geburtstag gefreut. Da hatte ich das Gefühl, dass es ihm gut geht. Jetzt bin ich der letzte der Mannschaft und ich vermiss meine Kameraden. Es ist für mich ein sehr trauriger Tag. Meine Gedanken sind in dieser schweren Stunde bei seiner Familie. Es ziehen die Bilder jedes Einzelne vor meinen Augen vorbei und auch die Erinnerung an ausgelassene Zeiten, Lachen und Freude. Unsere Kameradschaft und der Fußball wird uns für alle Zeiten miteinander verbinden."

Werner Spinner (Präsident 1. FC Köln): "Die gesamte FC-Familie ist in tiefer Trauer und wir sind in Gedanken bei Hans Schäfers Angehörigen. Wir verlieren eine der größten Persönlichkeiten, die der 1. FC Köln je hervorgebracht hat. Als Weltmeister und größte Ikone dieses Klubs ist Hans Schäfer unsterblich."

Toni Schumacher (Vizepräsident 1. FC Köln): "Von allen großen Spielerpersönlichkeiten des 1. FC Köln ist Hans Schäfer mit dem Wunder von Bern der Größte. Die FC-Familie verliert mit ihm einen Kölner Giganten, der Vorbild für unzählige Fußballer war. Der damals beste Linksaußen der Welt war ein Wilder auf dem Platz, wer sich nicht einsetzte, der bekam seinen Ehrgeiz zu spüren. Das verbindet uns beide über die Generationen hinweg. Stolz war ich stets darauf, wenn er sagte: 'Toni, wir beide hätten gut zusammen in eine Mannschaft gepasst.' Wir trauern mit seiner Familie und werden sein Andenken in unserem Verein stets in Ehren halten."

Lukas Podolski per Twitter: "Ich bin sehr traurig und werde Hans Schäfer für immer als größten Kölner Spieler und tollen Menschen in Erinnerung behalten. #RIP"

Wolfgang Overath (Weltmeister 1974, ehemaliger Spieler und Präsident des 1. FC Köln): "Hans Schäfer war unser Idol, unser Vorbild, dem wir alle nachgelaufen sind."

Karl-Heinz Thielen (Schäfers ehemaliger Mitspieler beim 1. FC Köln): "Hans Schäfer war der wichtigste Spieler, was die Bedeutung für den Klub angeht."

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