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Gefeuerter Benítez kritisiert Pérez

Rafael Benítez sprach erstmals über seine Zeit bei Real Madrid
Rafael Benítez sprach erstmals über seine Zeit bei Real Madrid
Foto: © getty, Gonzalo Arroyo Moreno
18. Februar 2016, 10:18

Rafael Benítez hat sein Schweigen gebrochen und sich am Mittwoch bei den Kollegen von "BT Sports" erstmals zu seiner Entlassung bei Real Madrid geäußert. Dabei hat der Trainer durchblicken lassen, was die Arbeit bei den Königlichen so schwierig macht: Präsident Florentino Pérez.

"Als jemand, der aus der Akademie von Real kommt, war ich sehr stolz, für Real zu arbeiten", sagte der im Januar geschasste 55-Jährige. Wie die Dinge letztlich gelaufen sind sei sehr schade, denn "wir haben uns ohne Niederlage für die nächste Runde in der Champions League qualifiziert und viele Tore geschossen." Was am Ende zu seiner Entlassung führte sei "schwer zu erklären."

"Dazu muss man wissen", so Benítez, "was in den letzten Jahren bei Real passiert ist." Der Klub habe viele Trainer in der jüngsten Vergangenheit verschlissen. "Es ist nicht leicht, dort zu arbeiten", berichtete der Spanier. "Man muss alles perfekt machen. Wenn etwas falsch läuft, oder der Präsident denkt, es würde etwas falsch laufen, bekommt man Probleme." Zwar gestand Benítez auch ein, dass die Dinge durchaus besser hätten laufen können, aber die Fans und der Präsident seien "nervös" geworden. "Und dann haben sie den Trainer gewechselt."

Pérez ist überall

Auf die Frage, ob sich die Klubspitze womöglich zu oft in die Angelegenheiten des Trainers einmischt, sagte Benítez: "Mein Assistent Fabio Pecchia hat einmal gesagt, dass man die Anwesenheit des Präsidenten permanent spürt. Er ist überall, redet mit Spielern, redet mit der Presse. Jeden einzelnen Tag. Das ist für einen Trainer nicht einfach."

"Konstanz ist das Schlüsselwort. Um die Meisterschaft zu gewinnen, muss man konstant spielen. Und man muss gegen Barcelona kämpfen. Sie haben einen bestimmten Stil, ein Modell. Und Real wechselt jedes Jahr den Trainer aus. Also muss man jedes Jahr wieder von vorne anfangen." Dies sei der Grund, warum Real in den letzten sieben Jahren lediglich eine Meisterschaft gewonnen habe und die Katalanen im gleichen Zeitraum mehr als doppelt so viele Titel abgeräumt haben.

Barcelona ist das größte Problem

Ob Florentino Pérez der Hauptgrund für den zuletzt eher mäßigen Erfolg der Königlichen sei, ließ Benítez offen. Einen Seitenhieb konnte sich der Trainer aber nicht verkneifen. "Was das Geschäftliche angeht, hat er einen großartigen Job gemacht. Das Problem im sportlichen Bereich ist, dass Barcelona immer noch die Titel holt. Er (Pérez, Anm. d.Red.) ändert Dinge, weil er nach einer Lösung für dieses Problem sucht." Diese Erfolgsserie der Katalanen sei unter dem Strich das größte Übel für die Hauptstädter.

Abschließend gab der 55-Jährige noch einen Einblick in seine Gefühlswelt. Die Entlassung sei schon "ein bisschen frustrierend. Ich war traurig, weil ich 20 Jahre als Spieler und Trainer bei Real Madrid gearbeitet habe. Dann zu sehen, dass ich es nicht geschafft habe, die Dinge so zu kontrollieren, wie ich es mir vorgenommen habe, ist frustrierend."

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