Casper Ruud gehört seit Jahren zu den besten Tennis-Spielern der Welt. Drei Mal stand er bereits in einem Grand-Slam-Finale, ein Titel sprang bisher nicht heraus. Ungewöhnlich offen spricht der Norweger nun über die Schattenseiten des Sports.
In einem Interview mit der französischen Zeitung "L’Équipe" sprach Ruud erstmals ausführlicher über eine depressive Phase im Jahr 2025. Die Belastungen des Tour-Alltags hatten ihm zeitweise die Freude am Tennis genommen.
"Das Schwierigste ist, dass es ein sehr eintöniges und sich ständig wiederholendes Leben ist. Training kann Spaß machen, aber es kann auch erschöpfend sein. Die Matches sind natürlich aufregend, verlangen einem mental aber ebenfalls sehr viel ab", schilderte der Norweger.
Vor allem die fehlenden längeren Pausen im Turnierkalender machten dem 27-Jährigen zu schaffen. Zwischen den Wettbewerben bleibt den Spielern nur wenig Zeit, um sich wirklich auf sich selbst und die eigene Entwicklung zu konzentrieren.
"Wir haben nicht die Möglichkeit, anzuhalten, für ein oder zwei Monate nach Hause zu fahren und richtig zu trainieren. Der einzige Zeitpunkt dafür ist die Pause zwischen den Saisons", erklärte Ruud.
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Ruud erinnert sich an dunkle Zeiten
Doch selbst diese Zeit sei häufig knapp bemessen. Wer bei den ATP Finals antritt, beendet seine Saison erst Ende November und muss bereits Anfang Januar in Australien wieder bereit sein.
Wie stark ihn dieser Rhythmus belastete, beschrieb der Norweger schonungslos ehrlich: "Im vergangenen Jahr führte das dazu, dass ich morgens, wenn der Wecker klingelte, überhaupt keine Lust mehr hatte, aufzustehen und zum Training zu gehen", erinnerte sich Ruud.
Besonders alarmierend war für ihn der Verlust seiner ursprünglichen Motivation. "Ich trainierte, weil es mein Beruf war, nicht weil ich mich verbessern wollte. Mein Zustand hat mir Angst gemacht. In dieser Zeit habe ich versucht, Hilfe zu finden und bestmöglich mit der Situation umzugehen. Ich hoffe, dass so etwas nicht wieder passier", sagte Ruud.










