Mit einem furiosen Endspurt hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft André Rankel einen gelungenen Einstand als Eishockey-Bundestrainer beschert. Der neue Chefcoach sah nach 0:3-Rückstand noch ein 4:3 (0:1, 0:2, 4:0) gegen die Slowakei und verbuchte in seinem dritten Spiel an der Bande der Nationalmannschaft den zweiten Sieg. Mit Platz zwei beim Deutschland Cup verbreitete die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) zumindest ein wenig Aufbruchsstimmung für die Heim-WM in sechs Monaten - auch wenn die Russland-Frage das Turnier überschattete.
Der Nürnberger Thomas Heigl (42.), der Mannheimer Max Calce (48.), der Münchner Tobias Rieder (53.) und Wojciech Stachowiak (59.) drehten am Sonntag vor 7218 Zuschauern noch das Spiel gegen den Olympiavierten. Der 17-jährige Calce krönte sich zum jüngsten Torschützen in der Geschichte der Nationalmannschaft. Patrik Hrehorcak (6.), Pavol Regenda (37.) und Marek Valach (39.) hatten die Slowaken mit 3:0 in Führung gebracht. Rankel fehlten in Düsseldorf zahlreiche Leistungsträger der DEL-Topklubs, die für die Champions League geschont wurden.
Bei Rankels Debüt hatte das DEB-Team am Donnerstag 3:0 gegen Österreich gewonnen, gegen Lettland setzte es trotz zahlreicher hochkarätiger Chancen ein 1:3. Die Letten sicherten sich ihren zweiten Triumph beim Deutschland Cup nach der Corona-Ausgabe 2020 bereits am Mittag mit einem ungefährdeten 6:2 gegen Österreich.
Schwach angefangen, ganz stark aufgehört
Ihr letztes Spiel begann die deutsche Mannschaft weit weniger zielstrebig als an den Tagen zuvor. In der Offensive zu umständlich, in der Defensive arg sorglos geriet sie immer wieder in Bedrängnis - und folgerichtig durch Hrehorcak in Rückstand. Die besseren Chancen hatten auch in der Folge die Slowaken, die den Ingolstädter Torhüter Jonas Stettmer ein ums andere Mal in Verlegenheit brachten.
Auf der Gegenseite sprang selbst in Überzahl wenig Hochkarätiges heraus. Beim 0:2 hatte Stettmer Pech, dass Verteidiger Maximilian Kastner den Schuss unhaltbar abfälschte. Im Schlussdrittel steigerte sich die deutsche Mannschaft noch einmal, verkürzte, glich aus und drehte das Spiel mit vier Treffern.
Überlagert wurde das Turnier von den Folgen der Wiederzulassung Russlands zu den Eishockey-Weltmeisterschaften durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS. Der DEB als Ausrichter der WM im kommenden Mai forderte schnelle Klarheit, der Weltverband IIHF unternahm schon erste Schritte für die Rückkehr des ehemaligen Rekordweltmeisters - zunächst für das U20-Turnier zum Jahreswechsel. Dessen Gastgeber Kanada hat ein Einreiseverbot angekündigt, mehrere europäische Teams um Weltmeister Finnland drohen mit Boykott, Sponsoren mit Rückzug.





