Nach wenigen Monaten im Amt wurde Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt bei Zweitligist Hannover 96 schon wieder vor die Tür gesetzt. In einem Interview hat Klubboss Martin Kind heftig gegen den 44-Jährigen nachgetreten.
"Es war zum Schluss ein Irrtum", sagte der Aufsichtsrats-Chef von Hannover 96 im Gespräch mit der "Sport Bild" über Boldt, der am vergangenen Wochenende bereits nach fünf Monaten hatte gehen müssen.
Offenbar gab es grundlegende Differenzen, was die Befugnisse des früheren HSV-Vorstands anging. So soll Kind in Boldt "nur" einen Sportchef gesehen haben, dieser habe hingegen schon wie ein CEO gedacht, heißt es.
"Wir haben ihn als Geschäftsführer Sport eingestellt, aber er hat sich gedanklich schon differenziert eingeordnet. Da begannen die ersten Missverständnisse", enthüllte Kind, der nach wie vor riesigen Einfluss hat.
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Im Kernbereich Sport sah er Boldts Arbeit zudem äußerst kritisch. "Es gab Transferentscheidungen, die waren nicht ganz stressfrei. Nach meiner Einschätzung, und das haben mir auch einige Fachleute bestätigt, ist unsere Mannschaft schwächer geworden", bilanzierte Kind.
Scharfe Kritik an privater Reise
"Bild" hatte zuletzt berichtet, dass Boldt mit einer privaten Reise inmitten der sportlichen Krise für Irritationen gesorgt haben soll. Vor dem richtungsweisenden und emotional aufgeladenen Niedersachsen-Derby bei Eintracht Braunschweig soll er bei einem Sport-Event auf einem Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer gewesen sein.
"Ein Geschäftsführer hat Vorbild zu sein, er sollte am meisten arbeiten - und nicht am meisten Freizeit haben", kritisierte Kind. Spätestens Ende des Monats soll nun ein Nachfolger präsentiert werden.
Drei aussichtsreiche Kandidaten gibt es laut einem Bericht der "Neuen Presse" für das Boldt-Erbe. Auf die Namen komme man aber nicht so leicht, betonte Kind. "Hoffe ich jedenfalls", schob er hinterher.
Der gehandelte Sebastian Schuppan, der aktuell bei RB Leipzig als sportlicher Leiter arbeitet, stehe nicht auf dieser Liste. Gerüchte um den ehemaligen Gladbacher Roland Virkus, der das 2:1 gegen Dynamo Dresden am Sonntag live im Stadion verfolgt hatte, wies Kind derweil zurück.






























