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Ausführlich wie nie

Biathlon-Star Simon spricht offen über Legasthenie

Julia Simon zählt zu den besten Biathletinnen der Welt
Julia Simon zählt zu den besten Biathletinnen der Welt
Foto: © IMAGO/Luciano Maria Bisi/IPA Sport / ipa-agency.ne
05. Oktober 2026, 08:59
sport.de
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Frankreichs Biathlon-Superstar Julia Simon hat bereits vor einiger Zeit öffentlich gemacht, Legasthenikerin zu sein. Allzu ausführlich darüber sprechen wollte die 29-Jährige allerdings nie. Das hat sich nun geändert.

Im Interview mit "Zebres & Cie" blickte Simon erstmals detailliert auf ihr Leben mit Legasthenie zurück. Das vierteljährlich erscheinende Magazin widmet sich dem Thema Neurodiversität und richtet sich an neuroatypische Menschen, etwa mit ADHS, Autismus, Dys-Störungen oder Hochbegabung, und deren Familien.

Bei Simon wurde die Diagnose erst spät gestellt, was ihr die Schulzeit durchaus kompliziert machte. "Ich bin die Älteste von drei Schwestern, und als ich in die Schule kam, hatte ich große Schwierigkeiten", gestand die dreifache Olympiasiegerin.

"Ich konnte nicht lesen oder schreiben lernen, und es fiel mir schwer, mir Dinge zu merken. Ich habe mich wirklich sehr angestrengt, aber es hat einfach nicht funktioniert", erinnerte sich die Skijägerin. Ihr Vater habe in der Folge phasenweise die Geduld mit ihr verloren.

All dies sei "nicht gerade angenehm gewesen", so Simon: "Je mehr ich merkte, dass ich es nicht schaffte, desto mehr fühlte ich mich als Versagerin und desto weniger Lust hatte ich darauf."

Biathlon-Star Simon hat "Schwierigkeiten überwunden"

Nicht nur Ablenkung, sondern auch Hoffnung schuf der Französin der Sport. "Er ermöglichte mir als Kind, mir zu sagen: 'Okay, in der Schule bin ich nicht besonders gut, aber in anderen Dingen schon!'", hob Simon hervor.

Dennoch habe sie stets weiter hart an sich gearbeitet und die Logopädie nie schleifen lassen - mit Erfolg. "Heute fällt es kaum noch auf. Ich mache kaum noch Rechtschreibfehler, obwohl das lange Zeit ein Problem war. Ich habe meine Schwierigkeiten überwunden", betonte die Biathletin stolz.

In ihren ersten Interviews sei sie noch unsicher gewesen. "Manchmal, wenn ich in Panik gerate, fließen meine Gedanken nicht ganz natürlich: Es kann passieren, dass ich Wörter durcheinanderbringe und sie nicht in der richtigen Reihenfolge herauskommen", gewährte sie Einblick. Doch heute sei all dies kein "Hindernis" mehr.

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