Für seinen Vorschlag, Spielerberater komplett abzuschaffen, gibt es weiter Gegenwind für BVB-Vorstandsberater Matthias Sammer aus der Branche.
"Einen Berufsstand komplett abschaffen zu wollen ist schon etwas extrem. Matthias, den ich persönlich und fachlich sehr schätze, hat sich hier ein wenig die Trump-Rhetorik zu eigen gemacht, und das ist meiner Meinung nach keine allzu gute Idee", sagte der frühere Bundesliga-Profi Christian Nerlinger dem "kicker".
Der 53-Jährige, der beim FC Bayern zwischen 2009 und 2012 als Sportdirektor arbeitete und in dieser Rolle dann von Sammer beerbt wurde, ist heute mit seinem Unternehmen CN Sports selbst als Spielerberater tätig.
Bei Sammers Vorstoß, für welchen dieser bereits viel Kritik einstecken musste, habe er "ein wenig schmunzeln" müssen, schilderte Nerlinger, der aber auch erklärte, mit der Berater-Kritik der Bayern-Granden Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge "gut leben" zu können. "Man muss hier natürlich deutlich differenzieren", sagte der Ex-Profi, der in seiner aktiven Karriere unter anderem zwei deutsche Meisterschaften, einmal den DFB-Pokal sowie den UEFA-Pokal 1996 mit dem FC Bayern gewann.
Nerlinger sagte: "Wenn Hoeneß und Rummenigge über Fehlentwicklungen im Beratergeschäft sprechen, haben sie teilweise sicherlich recht. Gefährlich wird es, wenn Spieler ihre komplette Verantwortlichkeit und Entscheidungshoheit abgeben."
Trotz Kritik von FC Bayern und Co.: Nerlinger hält Berater-Plädoyer
Grundsätzlich hält Nerlinger eine Beratung für Fußballer aber für wichtig und sinnvoll.
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"1998 war ich ablösefrei, hatte zahlreiche Angebote und unter anderem ein persönliches Gespräch mit Luciano Moggi bei Juventus Turin zusammen mit meinem Vater, aber ohne professionellen Berater. Das Gespräch verlief völlig abstrus", blickte er in dem Interview auf eine Situation aus seiner eigenen Laufbahn zurück.
Er führte aus: "Das war ein Moment, in dem ich gemerkt habe, dass man als Spieler unbedingt jemanden an seiner Seite braucht. Jemanden, der hilft, unterstützt und topprofessionell aufgestellt ist. Nicht jemanden, der über deinen Kopf hinweg entscheidet."































