Da die Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag mit der Schiedsrichtergewerkschaft stocken, bereitet sich die NFL offenbar auf den Ernstfall vor und sucht bereits nach Ersatzschiedsrichtern für die kommende Saison.
Die NFL steckt seit vielen Monaten in Verhandlungen mit der Schiedsrichtergewerkschaft über ein neues Collective Bargaining Agreement (CBA), gewissermaßen ein Tarifvertrag, für die kommenden Jahre. Diese Verhandlungen laufen jedoch seit geraumer Zeit nur noch stockend, was die NFL nun offenbar dazu gebracht hat, eine Liste von möglichen Ersatzschiedsrichtern zusammenzustellen.
Das berichtet "ESPN" unter Berufung auf interne E-Mails, die dem Sender vorliegen. Das aktuelle CBA mit der NFL Referee Association läuft Ende Mai aus. Für die NFL ist dieses Vorgehen kein Novum, denn bereits 2012 begann man die Saison mit Ersatzschiedsrichtern, da die offiziellen Refs per Lockout ausgeschlossen waren. Die Ersatzleute waren dann für die ersten drei Wochen im Einsatz, was teils chaotische Umstände zur Folge hatte.
Der "Höhepunkt" war dann der "Fail Mary" in einem Monday Night Game zwischen den Seahawks und Packers (14:12), als Russell Wilson in letzter Sekunde einen Hail Mary in die Endzone feuerte, den Packers-Defensive-Back M.D. Jennings ziemlich eindeutig abfing. Seahawks-Receiver Golden Tate hatte irgendwie beim Landen die Hand halbwegs am Ball, weshalb die zwei Schiedsrichter in der Endzone einmal Interception und einmal Touchdown anzeigten. Am Ende entschied man sich irgendwie auf Touchdown, was einen wahren Shitstorm auslöste. In den Tagen danach wurde dann Einigung über ein neues CBA erzielt und die etablierten Schiedsrichter kehrten zurück.
NFL sucht 150 Ersatzleute
Gemäß der E-Mails sucht die NFL gerade nach circa 150 Schiedsrichtern, die hauptsächlich für kleine Colleges aktiv sind. Die Liste soll bis zum Wochenende stehen, sodass diese Individuen einen Einführungskurs im April absolvieren könnten. Sollte es dann nicht zu einem neuen CBA kommen, könnten diese dann auch durch den Sommer hinweg trainieren und auch die Training Camps der NFL besuchen, was sonst die etablierten Schiedsrichter tun würden.
Während sich die NFL noch nicht zu dem Bericht geäußert hat, äußerte der Geschäftsführer der NFLRA gleich zwei Bedenken bei diesem Vorhaben: Die Erste ist das, was Green als eine erhöhte Anfälligkeit der Ersatzschiedsrichter gegenüber Glücksspielern ansieht. Das Zweite, so Green weiter, ist die Sicherheit der Spieler in Partien, die von Unparteiischen geleitet werden, welche zuvor noch nie die Wucht und Geschwindigkeit eines NFL-Spiels erlebt haben. "Ehrlich gesagt bin ich überrascht, dass sie das nach 2012 überhaupt in Erwägung ziehen."
Die NFL erklärte im Vorjahr in einem Memo, dass sie "weiterhin darauf konzentriert bleibt, Änderungen an der Vereinbarung so umzusetzen, dass die Leistung unserer Schiedsrichter verbessert, die Verantwortlichkeit erhöht und sichergestellt wird, dass die leistungsstärksten Unparteiischen unsere hochkarätigsten Spiele leiten". Die NFLRA möchte jedoch den Status quo beibehalten oder in einigen Fällen den Zugriff der Liga auf die Arbeit mit den Schiedsrichtern sogar einschränken.



































