Bereits die Thanksgiving Games brachten in der NFL eine Menge Spektakel mit sich, das sich in den Partien am Sonntag nahtlos fortsetzte. Besonders viele Punkte gab es beim brisanten Divisionsduell zwischen den Pittsburgh Steelers und Cincinnati Bengals zu bewundern. Die Seattle Seahawks und Minnesota Vikings hingegen feierten Siege nach zwischenzeitlichem Rückstand. Die NFL-Spiel vom Sonntag im Roundup:
Los Angeles Chargers (8-4 ) @ Atlanta Falcons (6-6)
Ergebnis: 17:13 (3:7, 6:0,8:6,0:0) BOXSCORE
- Die Atlanta Falcons mussten im packenden Playoff-Rennen in der NFC einen heftigen Dämpfer hinnehmen. In einer wahren Defensiv-Schlacht gegen die Los Angeles Chargers ging das Team um den schwächelnden Quarterback Kirk Cousins (245 Yards, vier Interceptions) als Verlierer vom Platz.
- Das Spiel hatte für die Gastgeber, die in der gesamten Partie nicht einen Offensiv-Touchdown zuließen, eigentlich gut begonnen. Ein früher Touchdown der Falcons blieb von den Chargers zunächst unbeantwortet. Die Offensive der Kalifornier um Justin Herbert (147 Yards) tat sich so schwer, dass es in der ersten Halbzeit nur drei Field Goals aufs Scoreboard schafften.
- Die Wende brachte dann allerdings ein schwerwiegender Fehlpass von Cousins, den Tarheeb Still für einen Pick Six in die Endzone trug. In der Folge arbeitete sich die Falcons-Offensive an den Chargers ab, die ihre Führung allerdings ebenfalls nicht ausbauen konnten. Den möglichen Sieg warf Cousins dann mit einer erneuten Interception kurz vor dem Ende weg.
Pittsburgh Steelers (9-3) @ Cincinnati Bengals (4-8)
Ergebnis: 44:38 (7:14,20:7,7:3,10:14) BOXSCORE
- War es das mit den Playoff-Hoffnungen der Cincinnati Bengals? In einem Offensiv-Spektakel gegen den Divisionsrivalen aus Pittsburgh kassierte das Team um Star-Quarterback Joe Burrow (309 Yards, drei TD, eine Interception) eine bittere Niederlage.
- Dabei ging es für die Bengals richtig gut los. Die Defensive interceptete Russell Wilson (414 Yards, drei TD, eine Interception) im Opening Drive und trug das Leder zur frühen Führung in die Endzone. Bis zur Pause folgten zwei weitere Touchdowns der Gastgeber, die jedoch stets von Wilson und Co. beantwortet wurden.
- So entwickelte sich ein packender Schlagabtausch, der in einer knappen Halbzeitführung der Steelers endete. Nach der Pause geriet jedoch etwas Sand ins Getriebe. Für die Bengals ging nicht mehr viel, sodass Pittsburgh die Führung langsam ausbauen konnte.
- Ein starkes Schlussviertel reichte dann nicht mehr aus, um die fünfte Heimpleite im sechsten Heimspiel verhindern zu können.
Houston Texans (8-5) @ Jacksonville Jaguars (2-10)
Ergebnis: 23:20 (0:0,6:3,10:3,7:14) BOXSCORE
- Überraschend knapp setzten sich die Houston Texans gegen die krassen Außenseiter aus Florida durch. Überschattet wurde die Partie allerdings von der möglicherweise schweren Verletzung von Trevor Lawrence, der nach einem harten Hit gegen den Kopf das Feld verlassen musste.
- Bei einem Slide wurde der Quarterback so heftig am Kopf getroffen, dass er benommen zu Boden ging. Anschließend kochten die Emotionen auf beiden Seiten über und sorgten für je eine Disqualifikation bei den Kontrahenten. Für Texans-Verteidiger Al-Shaair war die Partie nach dem Tackle beendet, Jarrian Jones hatte sich zu energisch bei dem Verursacher für die Verletzung revanchiert.
- Für Lawrence übernahm Mac Jones, der seine Sache mit 235 Yards und zwei Touchdowns ordentlich machte. Die Texans brauchten lange, um richtig ins Spiel zu finden. Erst zum Ende der Partie spielten sich die Gäste einen komfortablen 17-Punkte-Vorsprung heraus, den die Jaguars trotz eines guten Schlussviertels nicht mehr drehen konnten.
Tennessee Titans (3-9) @ Washington Commanders (8-5)
Ergebnis: 19:42 (0:21,7:7,6:0,6:14) BOXSCORE
- Eine furiose erste Halbzeit reichte den Washington Commanders, um im Kampf um die Krone in der NFC East an den Eagles dranzubleiben. Bereits zur Pause war die Begegnung zu Gunsten des Teams aus der Hauptstadt entschieden. Die Tennessee Titans hingegen wirkten maßlos überfordert und leisteten sich gleich zwei frühe Fumbles.
- Die Commanders-Offensive um Rookie Jayden Daniels (206 Yards, drei TD, eine Interception) schlug daraus Kapital. Drei Touchdowns im ersten Abschnitt brachte das Team aus der Hauptstadt früh auf die Siegerstraße. Anschließend ließ es Washington etwas ruhiger angehen, wirklich in Gefahr geriet der deutliche Sieg aber nicht mehr.
- So plätscherte das Spiel über weite Teile der zweiten Hälfte nur noch dahin. Für Highlights sorgte nur noch das Laufspiel der Commanders. Brian Robinson Jr. und Chris Rodriguez Jr. erzielten zusammen beinahe 200 Yards über den Boden.
Arizona Cardinals (6-6) @ Minnesota Vikings (10-2)
Ergebnis: 23:22 (3:3,6:3,10:7,3:10) BOXSCORE
- Fünfter Sieg in Folge für die Minnesota Vikings, die damit ein ganz heißer Kandidat auf eine Bye-Week in der ersten Playoff-Runde bleiben. Der Sieg gegen die Arizona Cardinals war für den Klub aus dem Norden allerdings ein ganz schön hartes Stück Arbeit. Arizona reichte ein zwischenzeitlicher 13-Punkte-Vorsprung nicht aus.
- Die Vikings-Offensive brauchte bis tief ins 3. Quarter um ins Rollen zu kommen. Sam Darnold (235 Yards) erster Touchdown brachte Minnesota kurz vor der letzten Viertelpause auf sechs Punkte heran. Weil sowohl die Cardinals, als auch die Vikings noch ein Field Goal zwischen die Pfosten kickten, ging es mit diesem Abstand auch ins Two-Minute-Warning.
- Dort führte Darnold seine Offensive über souverän über das Feld. Vollendet wurde der 70-Yard-Drive mit einem kurzen Pass auf Running Back Aaron Jones. Ein Novum für den Quarterback: Erstmals in seiner NFL-Karriere erzielte er in dieser Zeit einen Touchdown, der sein Team in Führung brachte.
- Das Spiel beendete Kyler Murray (260 Yard) anschließend mit einer Interceptions bei einer Hail Mary.
Indianapolis Colts (6-7) @ New England Patriots (3-10)
Ergebnis: 25:24 (7:6,7:10,3:0,8:8) BOXSCORE
- Die Indianapolis Colts bleiben dank ganz viel Mut und Risiko im Rennen um die Playoffs! Bei den New England Patriots lagen die Gäste über weite Teile der Partie zurück. Mit nur 109 Passing Yards und zwei Touchdowns und Interception hinterließ Rookie-Quarterback Anthony Richardson einmal mehr keinen guten Eindruck.
- Die Entscheidung in einer hochspannenden Partie fiel erst in den letzten Sekunden. Mit nur noch zwölf Sekunden auf der Uhr fand Richardson seinen Star-Receiver Alec Pierce, der mit seinem Touchdown auf 23:24 stellte. Doch anstatt die sichere Overtime mitzunehmen, gingen die Colts aufs Ganze!
- Die Two-Point-Conversion lief Richardson in die Endzone. Das Risiko wurde belohnt, weil Drake Maye mit der wenigen Restzeit (238 Yards, 1 TD, eine Interception) nicht mehr viel anzufangen wusste. Das Field Goal aus 68 Yards mit auslaufender Uhr geriet viel zu kurz.
Seattle Seahawks (7-5) @ New York Jets (3-9)
Ergebnis: 26:21 (0:14,16:7,0:0,10:0) BOXSCORE
- Ein starkes erstes Viertel reichte den New York Jets nicht, um im heimischen Met Life Stadium den vierten Saisonsieg einzufahren. Am Ende behielten die Seattle Seahawks die Oberhand, weil für die Jets nach einer ordentlichen ersten Halbzeit nach der Pause nicht mehr ging.
- Gleich zweimal führte Aaron Rodgers seine Offensive im ersten Abschnitt in die Endzone, ehe sich Seattle im zweiten Viertel mit einem Touchdown erstmals auf der Anzeigetafel verewigte. Danach wurde es richtig wild: Den anschließenden Kickoff returnierte Kene Nwangwu spektakulär und stellte den alten Abstand wieder her.
- Lange hielt das aber nicht, weil Rodgers einzige Interception an diesem Abend von der Seahawks-Defensive ebenfalls in die Endzone getragen wurde. Nach der Halbzeit passierte dann nicht mehr viel. Auf beiden Seiten entwickelte sich ein zähes Spiel, das Seattle dank eines Touchdowns und Field Goal im vierten Abschnitt für sich entscheiden konnte.
Los Angeles Rams (6-6) @ New Orleans Saints (4-8)
Ergebnis: 21:14 (0:3,0:3,7:0,14:8) BOXSCORE
- Die Los Angeles Rams gewinnen nach einer katastrophalen ersten Hälfte gegen die New Orleans Saints und bleiben damit in Schlagdistanz zu den Playoff-Plätzen in der NFC.
- Zum erst zweiten Mal unter der Leitung von Head Coach Sean McVay gelang dem Team aus Kalifornien in einer ersten Halbzeit kein einziger Punkt. Das hatte es bislang nur im Super Bowl 53 gegen die Ppatriots gegeben. Glück im Unglück: Auch die Saints konnten nur sechs Punkte aufs Scoreboard bringen.
- Nach der Halbzeit steigerte sich der Playoff-Contender dann deutlich. Wirklich absetzen konnten sich die Rams trotz dessen aber nicht. So blieb den Saints in den letzten Minuten die Chance auf die Overtime. Doch beim entscheidenden vierten Versuch in der Red Zone von Los Angeles verlor Derek Carr den Ball.
- Den knappen Sieg brachten die Gäste anschließend über die Zeit. Ein Grund mehr zur Freude: Cooper Kupp knackte einen NFL-Rekord. Kein Spieler seit 1970 fing in seinen ersten 100 Spielen mehr Pässe als der Wide Receiver.
Tampa Bay Buccaneers (6-6) @ Carolina Panthers (3-9)
Ergebnis: 26:23 (7:3,3:10,0:3,13:7;3:0) BOXSCORE
- Lange Zeit dümpelte die ausgeglichene Partie zwischen den Tampa Bay Buccaneers und Carolina Panthers nur so dahin. Erst im vierten Quarter nahm das Spiel dann so richtig Fahrt auf. Mit weniger als vier Minuten Rest auf der Uhr führte Bryce Young (298 Yards, ein TD) seine Offensive quer über das Feld.
- Als er Wide Receiver Adam Thielen zur Drei-Punkte-Führung in der Endzone fand, waren dann nur noch 30 Sekunden zu spielen. Doch die Buccs um einen schwachen Baker Mayfield (zwei Interceptions) schlugen noch vor Ablauf der Uhr zurück und sorgten mit einem Field Goal für eine Overtime.
- Dort kamen die Buccaneers in den Genuss des ersten Ballbesitzes, der jedoch keine Punkte einbrachte, weil Chase McLaughlin aus 55 Yards daneben kickte. Die Vorentscheidung? Weit gefehlt! Nur wenige Spielzüge später gaben die Panthers nach einem Fumble ihr Angriffsrecht wieder ab.
- Die starke Run Offensive der Buccs, die für mehr als 200 Yards verantwortlich war, sorgte dann für eine gute Feldposition, sodass McLaughlin aus 30 Yards eine erneute Entscheidung auf den Sieg bekam - und sie nutzte.



































