Es ist soweit. Am kommenden Sonntag steht das Munich Game der NFL auf dem Programm. Die Carolina Panthers empfangen die New York Giants in der Allianz Arena. Auf welche Spieler es besonders ankommt, verrät Euch sport.de.
Es mag nicht das hochklassigste Matchup sein, das uns die NFL in diesem Jahr in München präsentiert. Das heißt aber nicht, dass wir uns nicht dennoch auf ein paar herausragende Spieler freuen können, die teilweise sogar zu den besten ihres Fachs gehören.
Zur Einstimmung auf das NFL-Highlight des Jahres aus deutscher Sicht sind hier jeweils vier Spieler, auf die ihr achten solltet, wenn der Kickoff am Sonntag um 15:30 Uhr in der bayrischen Landeshauptstadt erfolgt ist.
NFL: New York Giants @ Carolina Panthers seht Ihr am Sonntag ab 14:30 Uhr live bei RTL und auf RTL+*
NFL Munich Game 2024: Players to watch
Players to watch: Carolina Panthers
Bryce Young (Quarterback, Panthers)
Der erste Pick insgesamt im Draft 2023 hat schon jetzt eine bewegte Zeit hinter sich in der NFL. Nach schwacher Rookie-Saison und ebenso ernüchternden Auftritt zum Beginn dieser Spielzeit landete er unter dem neuen Head Coach Dave Canales, der als Quarterback-Flüsterer bekannt ist, auf der Bank. Bis auf ein paar Kurzeinsätze blieb das auch erstmal so, ehe ihn das Schicksal in Woche 8 wieder in die Startformation spülte.
Andy Dalton, der für Young in Woche 3 übernahm und prompt die Las Vegas Raiders schlug, war in einen Autounfall mit seiner ganzen Familie verwickelt, der zum Glück glimpflich ausging. Jedoch zog sich Dalton dabei eine Verletzung an der rechten Wurfhand zu, die ihn seither außer Gefecht gesetzt hat. Mittlerweile trainiert er wieder, doch Young wird auch in München den Vorzug erhalten.
Young hält den Ball relativ lange und kommt bisweilen nicht allzu gut mit Druck des Gegners klar. Was ihn jedoch auszeichnet, ist seine Fähigkeit, aus der Pocket auszubrechen und selbst Plays zu kreieren, auch wenn das bislang auch zu selten zu Erfolg geführt hat.
Bemerkenswert: Er hat massive Probleme mit Zone Coverage und hat dagegen noch keinen Touchdown-Pass geworfen. Die Giants wiederum sind das drittschlechteste Zone-Team der NFL in dieser Saison. Da bietet sich also ein Angriffspunkt für Young.
Mehr dazu:
Xavier Legette (Wide Receiver, Panthers)
Mit dem 32. Pick im vergangenen Draft haben sich die Panthers diesen relativ großen Wide Receiver (1,90 m) gesichert, für den sie in die erste Runde hoch getradet haben. Legette ist einer der wenigen Lichtblicke des Teams in dieser Saison und hat bereits vier Touchdowns erzielt.
Legette, der auch im Slot aufgestellt wird, ist so etwas wie der Deep Threat des Teams mit einer durchschnittlichen Target-Tiefe von 11 Air Yards laut "Next Gen Stats". Mit seinem Speed kann er auch eine Gefahr nach dem Catch sein, jedoch hat er das auch aufgrund seiner bisherigen Rolle im Team noch nicht allzu oft zeigen können.
Seit dem Abgang von Diontae Johnson Richtung Baltimore sollte der Weg für ihn hin zu variableren Routes aber offen sein.
Jaycee Horn (Cornerback, Panthers)
Auch Horn war ein Erstrundenpick (2021) und kam damals mit vielen Vorschusslorbeeren in die Liga. Seither kämpft er sich in einer über die Jahre stetig schlechter werdenden Defense durch. In diesem Jahr ist er besonders beschäftigt und hat vor Woche 10 die viertmeisten Pässe in der NFL verteidigt (9).
Allerdings, und das sei auch erwähnt, hat Horn auch die zweitmeisten Touchdowns als nächster Verteidiger zugelassen (5). Dennoch stellt er sich insgesamt gar nicht so schlecht an in Coverage und lässt nur ein Passer Rating von 77,3 zu. Im Spiel gegen die Giants wird er es derweil wohl hauptsächlich mit Malik Nabers zu tun bekommen. Eine große Herausforderung für den Cornerback.
Chuba Hubbard (Running Back, Panthers)
Hubbard ist das Stehaufmännchen der Panthers. Seit er als Viertrundenpick 2021 nach Charlotte kam, war er eigentlich immer als Backup eingeplant. Doch letztlich kam es öfter anders. Zuletzt versuchte man ihn mit dem teuren Miles Sanders aus Philadelphia zu verdrängen, doch während Sanders seit Wochen ein möglicher Kandidat für eine Trennung ist, hat sich Hubbard mal wieder in den Vordergrund gespielt.
In diesem Jahr lief er bereits für 612 Yards und steuert auf seine erste 1000-Yard-Saison zu. Seinen Karrierebestwert von fünf Touchdowns hat er derweil schon jetzt eingestellt. Hubbard wird auch in München starten und versuchen, den Ball gegen eine starke Defense zu bewegen.
Allerdings steht sein designierter Nachfolger schon in den Startlöchern, denn die Panthers haben mit dem 46. Pick Jonathon Brooks aus Texas geholt. Jener erholte sich bislang von einem Kreuzbandriss, könnte aber womöglich in München sein NFL-Debüt feiern. Auch er ist damit ein potenzieller "Player to watch"!

Players to watch: Carolina Panthers
Dexter Lawrence (Defensive Tackle, Giants)
Der wohl beste Spieler auf dem Platz in der Allianz Arena wird am Sonntag wohl Dexter Lawrence sein. Der massige Defensive Tackle ist das Herzstück einer Defense, die vor allem für Druck auf den Quarterback steht. Und Lawrence, der einst als Nose Tackle, also im Grunde als klassischer Run-Stopper, in die Liga kam, ist der Hauptverantwortliche für den Druck.
Lawrence führt sein Team trotz seiner Position mit neun Sacks an - nur Edge Rusher Trey Hendrickson von den Bengals (11) hat mehr. Lawrence trifft man während des Spiels überall entlang der Defensive Line an, überwiegend wird er dabei die A- (zwischen Center und Guard) und B-Gap (zwischen Guard und Tackle) attackieren, steht aber hin und wieder auch mal dem Tackle direkt gegenüber. Lawrence ist derzeit der wohl zweitbeste Defensive Lineman der NFL hinter Chris Jones von den Chiefs.
Gut möglich, dass die Panthers des Öfteren zwei Blocker auf ihn ansetzen werden, um ihn etwas einzudämmen. Üblich ist das für ihn allemal - er sieht Double Teams in 64,4 Prozent seiner Pass-Rush-Snaps - einsame Spitze in der NFL.
Brian Burns (Edge Rusher, Giants)
Der größte Profiteur von Lawrences Präsenz in der Mitte dürfte derweil Brian Burns sein. Denn wenn jener gedoppelt wird, dann winkt Burns ein Eins-gegen-eins-Duell! Und diese nutzt er nur zu gerne aus. Er führt die Giants in Pressures laut "NGS" mit 35 an und 17 davon sind Quick Pressures, also solche, die er in unter 2,5 Sekunden nach dem Snap erzeugt.
Burns steht jedoch per se im Fokus, denn er spielt gegen sein ursprüngliches NFL-Team, das ihn im Draft 2016 in Runde 1 gezogen hat. Und das bringt ihn in eine seltene Position, denn mit einem Pressure gegen die Panthers könnte er erst der vierte Spieler werden, der laut "NGS" Pressures gegen jedes Team der NFL seit 2019 gesammelt hat. Zuvor gelang dies nur Javon Hargrave, Khalil Mack und Leonard Williams.
Daniel Jones (Quarterback, Giants)
Der athletische QB der Giants hat am vergangenen Wochenende erstmals seit fast zwei Jahren wieder Touchdown-Pässe vor heimischer Kulisse geworfen. Dazwischen lagen schwankende Leistungen und eine lange Verletzungspause. In diesem Jahr hat man wohl auch aufgrund seines Kreuzbandrisses aus der Vorsaison seinen Spielstil verändert.
War er früher jemand, der sehr viel auf eigene Faust gelaufen ist, wurde diese Zahl nun deutlich reduziert. Bislang improvisierte Jones nur in 11,6 seiner Dropbacks. Im Vorjahr lag er hier noch bei 21,7 Prozent. Entsprechend waren 48,3 Prozent seiner Läufe sogenannte "designed Runs", was deutlich der höchste Wert seiner Karriere ist.
Jones versucht in diesem Jahr seine Fehlerquote zu minimieren und hat auch erst fünf Interceptions auf dem Konto (8 TD). Er wird den Ball mehr als eine Zehntelsekunde schneller los als in den vergangenen zwei Jahren und wirkt etwas strukturierter in seinem Spiel. Jedoch heißt das nicht, dass das zu einer massiven Leistungssteigerung geführt hat. Er ist weiterhin höchstens ein Durchschnitts-Quarterback.
Malik Nabers (Wide Receiver, Giants)
Keineswegs nur Durchschnitt ist dagegen Malik Nabers. Der sechste Pick im Draft 2024 hat schon jetzt gezeigt, dass er ein herausragender Receiver sein kann mit seiner außergewöhnlichen Kombination aus Größe und Speed. Nabers ist explosiv, spielt hauptsächlich den X-Receiver und belegt mit 2,19 Yards pro gelaufener Route derzeit Rang 2 aller qualifizierter Rookies, dazu Rang 13, wenn man alle Wide Receiver zählt.
Nabers führt alle Rookies derweil auch mit 55 Receptions and und ist Zweiter mit 557 Receiving Yards, obwohl er zwei Spiele verletzt verpasst hat.
Zudem ist er brandgefährlich nach Pre-Snap-Motion. Wenn er vor dem Snap in Bewegung ist, bekommt er anschließend in 55,8 Prozent der Fälle auch den Ball - das ist die höchste Target-Rate nach Motion seit mindestens 2018. Bislang kam er in diesem Situationen auf 290 Yards und einen Touchdown.
Zudem sei gesagt, dass die Panthers in 17,4 Prozent der Snaps nach Motion explosive (mindestens 15 Yards) Pass-Spielzüge zulassen. Das ist der vierthöchste Wert der NFL und könnte ein großer Faktor werden am Sonntag.
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