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Rote Karte entscheidet das Spiel

Köln droht Europa-Aus nach Horror-Halbzeit

Der 1. FC Köln musste sich überraschend geschlagen geben
Der 1. FC Köln musste sich überraschend geschlagen geben
Foto: © IMAGO/Revierfoto
18. August 2022, 22:20

Nach der Heim-Niederlage gegen den deutschen Trainer Michael Boris und dem Siegtor des gebürtigen Berliners Palko Dardái droht der 1. FC Köln die Gruppenphase der Conference League zu verpassen.

Vor allem wegen einer 70-minütigen Unterzahl verlor der FC das Playoff-Hinspiel gegen den ungarischen Klub Fehérvár FC mit 1:2 (1:2) und steht im Rückspiel in Ungarn in einer Woche vor einer schweren Aufgabe.

"Es war kein gutes Spiel, aber es ist auch nicht einfach mit zehn Mann gegen einen tiefstehenden Gegner", sagte Thomas Kessler, Leiter der Lizenzspieler-Abteilung, bei RTL und betonte: "Es ist Halbzeit, wir haben noch ein Spiel in Ungarn und ich bin guter Dinge, dass wir das mit Elf gegen Elf noch drehen."

Das 2:1 für Fehérvár erzielte ausgerechnet der langjährige Herthaner Palkó Dardái (40.), Sohn von Ex-Hertha-Coach Pal Dardái. Die Kölner, die schon im DFB-Pokal in der ersten Runde scheiterten, sind auf die Mehreinnahmen von rund zehn Millionen in der Gruppenphase finanziell eigentlich angewiesen.

Beim letztlich verpatzten Europacup-Debüt von Kölns Trainer Steffen Baumgart als Coach war es ein schwacher Trost, dass FC-Stürmer Florian Dietz sein persönliches Fußball-Märchen mit dem Führungstor (14.) fortschrieb.

Vor anderthalb Wochen noch ein 24 Jahre alter Regionalliga-Spieler ohne Profi-Einsatz, markierte der nach dem Verkauf von Anthony Modeste an Borussia Dortmund plötzlich in die Startelf beförderte Dietz elf Tage nach seinem Profi-Debüt und fünf Tage nach seinem ersten Bundesliga-Tor seinen Premieren-Treffer im Europacup.

Ab der 20. Minute spielte Köln aber zu zehnt, nachdem Abwehrspieler Julian Chabot nach einer Notbremse Dárdai zurecht Rot sah. Budu Zivzivadze köpfte den Ausgleich (32.).

1. FC Köln legt los wie die Feuerwehr

Die ganz in Rot gekleideten FC-Fans hatten ihr Team vor dem ersten Europacup-Spiel seit 1715 Tagen mit einer Choreo dazu aufgefordert, sie sollten "Europa auffressen". Und die FC-Profis wirkten von der ersten Sekunde an entschlossen und hochmotiviert. Die Ungarn, von Boris mit einer defensiven Fünferkette ausgerichtet, erwiesen sich aber als zäh und leidenschaftlich verteidigender Gegner.

Nach zehn Minuten hatte der starke Dejan Ljubicic die Führung auf dem Kopf, erwischte den Ball nach Flanke von Jan Thielmann aber nicht richtig. Zwei Minuten später schüttelte Dietz nach schönem Pass von Ljubicic zwei Gegner ab und schob den Ball eiskalt ein.

Doch sechs Minuten später dezimierten sich die Kölner, als Chabot Dardái 20 Meter vor dem Tor als letzter Mann foulte. Obwohl der Platzverweis durch Schiedsrichter Tiago Lopes berechtigt war, schien Chabot überrascht. Der Abwehrspieler sah zunächst gar nicht hin und blickte dann völlig entgeistert, als er die Rote Karte sah.

Maina scheitert am Pfosten

Baumgart, der auch im Europacup nicht im Anzug, sondern erst im roten, dann im weißen Shirt an der Seitenlinie stand, wechselte nicht. Er zog Kapitän Jonas Hector nach dem Platzverweis vom zentralen Mittelfeld auf die angestammte Linksverteidiger-Position zurück und ließ im 4-2-2-1 agieren - doch Zivzivadze köpfte nach herrlicher Flanke von Loic Nego den Ausgleich. Für den Georgier war es der sechste Treffer im fünften Quali-Spiel.

Und Dardái legte noch vor der Pause mit einem spektakulären Schrägschuss unter die Latte nach.

Erst nach etwa einer Stunde berappelten sich die Kölner wieder und wurden druckvoller, der eingewechselte Linton Maina traf den Pfosten (70.).


Die hochspannende Entscheidung um den Einzug in die Gruppenphase des UEFA-Wettbewerbs können Fans live und exklusiv auf RTL+ verfolgen. Der Streamingdienst präsentiert das Play-off-Rückspiel gegen den ungarischen Club Fehérvár FC am 25. August um 18:45 Uhr (Anstoß: 19:00 Uhr). Kommentiert wird die Partie von Cornelius Küpper.

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