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Hauptstadt-Klub bestätigt Entlassungen - Dárdai-Comeback?

Hertha-Beben! Labbadia und Preetz müssen gehen

Michael Preetz (l.) und Bruno Labbadia sind ihre Jobs los
Michael Preetz (l.) und Bruno Labbadia sind ihre Jobs los
Foto: © Winfried Mausolf via www.imago-images.de
24. Januar 2021, 12:14
sport.de
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Jetzt ist es endgültig offiziell! Der krisengeplagte Fußball-Bundesligist Hertha BSC trennt sich von Sport-Geschäftsführer Michael Preetz und Cheftrainer Bruno Labbadia. 

Der Klub aus der Hauptstadt bestätigte entsprechende Medienberichte am Sonntagmittag in einer offiziellen Vereinsmitteilung.

Nach der 1:4-Heimpleite gegen den SV Werder Bremen vom Samstagabend sahen sich die Hertha-Bosse um den neuen Geschäftsführer Carsten Schmidt demnach zum Handeln gezwungen.

Die Entlassung des Trainers habe einzig und alleine sportliche Gründe, wie Schmidt am Sonntag in dem offiziellen Klubstatement betonte: "Bruno Labbadia hat mit seinem Trainerteam Woche für Woche viel Arbeit in die Entwicklung der Mannschaft investiert. Dafür gebührt ihm großer Dank. Letztlich müssen wir aber festhalten, dass wir mit 17 Punkten nach 18 Spielen in einer sehr ernsten Situation stecken. Daher haben wir uns nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen, mit einem Trainerwechsel einen neuen Impuls zu setzen."

Über einen Nachfolger als Cheftrainer beim Tabellen-14. sei derzeit noch keine endgültige Entscheidung gefallen, fügte er hinzu: "Wir werden die Nachfolge auf der Trainerposition in den kommenden Tagen klären."

Als deutlich größere Zäsur ist derweil die Entlassung von Manager Michael Preetz zu verstehen. Der 53-Jährige war seit insgesamt 25 Jahren bei Hertha BSC beschäftigt und seit über zehn Jahren für das sportlich-operative Geschäft im Management verantwortlich.

"Ich bin unendlich dankbar für die vielen Jahre, die ich für meinen Herzensverein Hertha BSC auf und neben dem Platz spielen und arbeiten durfte. Das waren sehr intensive Jahre mit allen Höhen und Tiefen, die ein Fußballverein zu bieten hat. Wir haben während dieser Zeit sehr große Schritte gemacht, der Verein zu werden, dem - und davon bin ich überzeugt – die Zukunft gehören wird. Ich wünsche allen Mitgliedern, Fans sowie den Kollegeninnen und Kollegen nur das Allerbeste und möchte mich auch bei allen Gremien für das mir entgegengebrachte Vertrauen in den zurückliegenden Jahren bedanken", wird Preetz auf der Berliner Homepage zitiert. 

 "Michael Preetz hat den Verein in diesen Jahren sportlich in der Bundesliga etabliert, aber mit Blick auf die Entwicklung in der vergangenen wie der aktuellen Spielzeit sind wir zu dem Entschluss gekommen, diese Position für die Zukunft neu zu besetzen. Dennoch möchte ich mich ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit mit Michael Preetz über die vielen Jahre bedanken", meinte Geschäftsführer Carsten Schmidt. 

Friedrich übernimmt vorerst Preetz' Aufgabenbereich

Preetz' Aufgaben übernimmt bis zum Saisonende Sportdirektor Arne Friedrich. Als Interims-Trainer ist Pál Dárdai im Gespräch. Der Ungar hatte Herthas Profimannschaft bereits von 2015 bis 2019 betreut.

Hertha-Boss Schmidt bestätigte in der TV-Sendung "Sky90" bislang lediglich: "Dárdai ist möglich, viele andere sind möglich. Wir haben einen klaren Plan. Wir gehen nicht unvorbereitet in diese Aufgabe", sagte Schmidt.

Zu den Gerüchten, Ralf Rangnick könnte künftig als starker Mann für die sportlichen Belange zuständig sein, äußerte sich Schmidt derweil nicht. Man werde zeitnah den Plan für die "restlichen 16 Spiele plus die Zukunftsgestaltung präsentieren", sagte der frühere "Sky"-Chef, der seit Dezember der Geschäftsführung der Berliner vorsitzt.


Mehr dazu: Netzreaktionen zum Hertha-Beben: "Rollen mehr Köpfe als bei The Walking Dead"


Labbadia hatte im April 2020 das Traineramt der Berliner übernommen und den Klub in einer schwierigen Lage zum Klassenerhalt geführt. Die erschreckende Ausbeute von nur einem Punkt aus den vergangenen vier Spielen gegen Bremen, Hoffenheim, Köln und Bielefeld wurde dem 54-Jährigen nun zum Verhängnis.

Preetz kam 1996 nach Berlin und wirkte zunächst fünf Jahre lang als Mittelstürmer erfolgreich bei der Alten Dame. Später wurde er dann Assistent von Dieter Hoeneß und stieg schließlich zum Geschäftsführer Sport auf. 

Trotz erheblicher Transferausgaben dank der Investoren-Millionen von Lars Windhorst gelang es dem Rekord-Torjäger des Vereins nicht, Hertha sportlich nach vorne zu bringen.

Labbadia nach Bremen-Pleite bitter enttäuscht

Labbadia wurde die erschreckende Ausbeute von nur einem Punkt aus den vergangenen vier Spielen gegen Bremen, Hoffenheim, Köln und Bielefeld zum Verhängnis. "Natürlich fehlen uns gerade die Argumente", gab der 54-Jährige am Samstagabend zu. Labbadia war unmittelbar nach dem Abpfiff im "Sky"-Interview mit einer Meldung der "Bild"-Zeitung über seine bereits feststehende Entlassung konfrontiert worden. "Man wird zum Wohle des Vereins entscheiden", reagierte Labbadia souverän: "Dass wir Hiebe bekommen, ist ganz normal."

Dass der teuerste Kader der Klubgeschichte erneut im Abstiegskampf steckt und nicht wie von Investor Lars Windhorst gefordert um die Europacupplätze spielt, wurde auch Preetz zum Verhängnis. Der Manager gab in dieser und der vergangenen Saison rund 145 Millionen Euro für Neuzugänge aus. Doch Spieler wie Lucas Tousart (25 Millionen), Krzysztof Piatek (24) oder Dodi Lukebakio (20), der gegen Bremen aus sportlichen Gründen nicht mal im Kader stand, entpuppten sich trotz unbestrittener Qualität noch nicht als große Verstärkungen.

Proteste gegen Preetz bereits vor der Werder-Pleite

Unter der Leitung von Preetz erlebte der Klub zwei Ab- und zwei Aufstiege, aktuell wird ihm vor allem eine missglückte Spieler- und Trainerauswahl vorgeworfen. Weder Labbadia noch Ante Covic oder Alexander Nouri und schon gar nicht Jürgen Klinsmann konnten Hertha nach dem Dárdai-Aus im Sommer 2019 sportlich nach vorne bringen.

Schon vor dem Bremen-Spiel hatten daher rund 250 Fans bei einer Demonstration vor dem Olympiastadion Preetz' Rücktritt gefordert. Er sei "unendlich dankbar" für die vielen Jahre bei seinem Herzensverein, ließ Preetz in der Pressemitteilung zum Abschied verlauten: "Das waren sehr intensive Jahre mit allen Höhen und Tiefen, die ein Fußballverein zu bieten hat."

Labbadia hatte die Berliner im April 2020 übernommen und in einer schwierigen Lage zum Klassenerhalt geführt. In dieser Saison sollte er mit Hertha ans Tor zu Europa klopfen, stattdessen stecken die Berliner erneut im Abstiegskampf. Labbadias holte bei der Alten Dame im Schnitt nur 1,11 Punkte pro Spiel - viel zu wenig für die großen Ansprüche.

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