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Problematische Personalrochade mit Paco Alcácer

Warum der BVB um den Can-Deal bangen muss

Platzt der Wechsel von Emre Can zum BVB?
Platzt der Wechsel von Emre Can zum BVB?
Foto: © Giuseppe Maffia via www.imago-images.de
29. Januar 2020, 18:12

Borussia Dortmund schießt Tore wie am Fließband, kassiert aber zu viele. Die Defensivschwäche des BVB soll Emre Can ausmerzen. Doch dessen Transfer ist abhängig vom Abgang Paco Alcácers - und die problematische Personalrochade dreht noch weitere Kreise.

Es klingt nach einem für alle Seiten zufriedenstellenden Deal: Emre Can, 26 Jahre alt, möchte zu Borussia Dortmund wechseln. Und Borussia Dortmund will gerne Emre Can verpflichten. 

Der BVB kann einen sicheren Defensivmann gut gebrauchen. Schließlich stehen für den Tabellenvierten in dieser Saison bereits 28 Gegentore in der Statistik. Alle anderen Topklubs der Liga warten mit weniger auf.

So schlug der Leiter der Lizenzspielerabteilung, Sebastian Kehl, bereits Alarm: "Wir müssten schnellstmöglich stabiler werden."

Er sieht die Titelambitionen in Gefahr: "Wenn wir am Ende erfolgreich sein wollen, müssen wir deutlich besser verteidigen und weniger Gegentore kassieren."

Kann Emre Can die Defensivprobleme des BVB beheben?

Can, der in der Jugend des FC Bayern ausgebildet wurde, dann über Leverkusen zum FC Liverpool wechselte und derzeit bei Juventus Turin unter Vertrag steht, sollte da eine gute Alternative darstellen.

Er durchlief alle Jugend-Nationalmannschaften, debütierte unter Joachim Löw am 4. September 2015 für die DFB-Elf und war bei der EM 2016 sowie dem Confed-Cup-Titel 2017 im Kader.

Nach einer längeren Pause - auch wegen Verletzungen - kam er bei den Spielen der EM-Qualifikation in Estland und gegen Nordirland wieder zum Einsatz. Beim 3:0 in Tallin allerdings flog er nach einer Viertelstunde und einer Notbremse mit Rot vom Platz.

Dennoch: Can ist einer, der sich nicht schont, der körperlich robust und zweikampfstark ist. Einer, der die schwächelnde Defensive des BVB festigen könnte.

Juventus und der BVB offenbar schon einig

Passt also alles - oder? Ganz so einfach ist es nicht auf dem Transfermarkt, der in Deutschland noch bis Freitag um 18 Uhr geöffnet ist.

Damit Can nach Dortmund kommen kann, muss der Klub erst Stürmer Paco Alcácer verkaufen. Der Spanier soll 30 Millionen Euro Ablöse bringen, damit wäre der Deal mit Can abgesichert.

Dessen Arbeitgeber Juventus Turin soll nämlich laut "Calciomercato" 25 Millionen Euro für den Nationalspieler erhalten.

Dem Bericht zufolge hat sich Turin mit dem BVB darauf verständigt, von den zunächst geforderten 30 Millionen Euro abzurücken. Dafür wiederum würde der BVB von seinem Wunsch abrücken, Can lieber langfristig leihen zu wollen.

Platzt Alcácers Rückkehr zum FC Valencia?

Doch selbst wenn sich diese beiden Klubs einig sind - der Transferreigen geht noch weiter. Alcácer möchte zurück zu seinem Jugendklub FC Valencia.

In der vergangenen Saison brillierte der 26-Jährige noch mit 18 Treffern in der Bundesliga, nun wird er von Trainer Lucien Favre nicht mehr berücksichtigt.

Die Spanier würden ihren früheren Spieler ebenfalls gerne zurückholen. Doch auch hier muss einer weichen: Stürmer Rodrigo. Der 28-Jährige ist im Gespräch beim FC Barcelona. Die Katalanen könnten mit ihm die Lücke schließen, die der schwer am Knie verletzte Luis Suarez hinterlässt.

Doch Barça ist offenbar nicht bereit, die von Valencia geforderten 60 Millionen Euro Ablöse plus Bonuszahlungen zu überweisen.

Derzeit ist unklar, ob die Weigerung lediglich zu den Spielchen im Transferpoker gehört oder ob der Deal endgültig geplatzt ist. Und genau an diesem Konflikt könnte letztlich noch der Can-Transfer zum BVB scheitern.

Keine Rückkehr auf die Insel für Emre Can

Der deutsche Nationalspieler soll aber definitiv mit seiner Zeit in Turin abgeschlossen haben, wo er seit Sommer 2018 spielte. Die "Gazzetta dello Sport" berichtet, dass er sein Haus in Turin bereits geräumt hat. 

Bei Juve durfte er in dieser Saison erst in acht Partien ran - kein einziges Mal spielte er über die vollen 90 Minuten. Trainer Maurizio Sarri setzt nicht auf ihn. Klar also, dass Can sich umsieht.

So hatte er Berichten zufolge auch Angebote aus der Premier League, unter anderem vom FC Everton, vorliegen, soll die aber zugunsten des BVB abgesagt haben.

Mit dem Bundesligisten waren die Gespräche "Calciomercato" zufolge so weit fortgeschritten, dass sich beide Seiten auf einen Vertrag bis 2024 geeinigt hatten.

Can verzichtet für den BVB auf Gehalt

Für den BVB würde Can demnach sogar auf Gehalt verzichten. In Turin kassierte er 14 Millionen Euro, in Dortmund soll er sich laut "Gazzetta dello Sport" mit acht Millionen Euro zufriedengeben.

Can verbindet mit einem Transfer zum BVB offenbar die Hoffnung, Bundestrainer Löw von seinen Leistungen zu überzeugen. So sehr, dass der ihn für die Europameisterschaft im Sommer berücksichtigen würde.

Doch damit das gelingt, muss zunächst einmal der FC Barcelona eine Entscheidung treffen.

Im schlimmsten Fall sitzt Can damit bis Freitagabend auf gepackten Koffern in Turin und weiß nicht, wohin er reisen wird.

Anja Rau

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