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"Hat nichts mit Bundesliga zu tun"

Entfesselter VfB ballert 96 endgültig in den Abgrund

Der VfB Stuttgart feierte gegen Hannover 96 ein Schützenfest
Der VfB Stuttgart feierte gegen Hannover 96 ein Schützenfest
03. März 2019, 18:13
sport.de
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Thomas Doll schlich wie in Trance über den Platz und verschwand mit hängendem Kopf in der Kabine. Ein paar Meter weiter strahlte Mario Gomez über das ganze Gesicht und ließ sich mit seinen Teamkollegen von den Stuttgarter Fans feiern. Doch dafür hatte der neue Trainer von Hannover 96 keinen Blick.

Durch das 1:5 (0:3)-Debakel im Kellerduell beim VfB ist der Tabellenvorletzte noch näher an den Abgrund herangerückt, der Absturz in die zweite Liga scheint unvermeidbar. "Was wir gezeigt haben, hat nichts mit Bundesliga zu tun", urteilte Mittelfeldspieler Marvin Bakalorz bei "Sky": "Wenn du das Fußball-ABC nicht auf den Platz bringst, wird's schwer."

Nach der vierten Pleite im fünften Spiel unter Doll hat Hannover weiter nur 14 Punkte nach 24 Spielen auf dem Konto - mit dieser Zwischenbilanz hat in der Bundesliga-Geschichte noch kein Klub die Klasse gehalten.

Hitzlsperger: "Es fällt eine Last ab von allen"

Beim VfB ist dagegen nach dem ersten Sieg seit dem 15. Dezember die Hoffnung zurückgekehrt. "Es fällt eine Last ab von allen", sagte VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger: "Es hilft fürs Selbstbewusstsein. Die Spieler sehen, dass sie wieder einen Schritt nach vorne gemacht haben. Es hat Auftrieb gegeben."

Mit seinem ersten Tor seit knapp drei Monaten löste Ex-Nationalspieler Gomez die Blockade schon früh (4.). Der türkische Winter-Neuzugang Ozan Kabak mit seinen ersten Bundesliga-Treffern (16./45.) und Steven Zuber (78./81.) schraubten das Ergebnis in die Höhe. Der Vorsprung des Tabellen-16. auf die Niedersachsen, für die der eingewechselte Jonathas (68.) traf, ist auf fünf Punkte gewachsen.

Vor 55.781 Zuschauern hätte Gomez die Gastgeber schon nach 45 Sekunden in Führung bringen können. Der 33-Jährige hatte Hannovers Torwart Michael Esser schon ausgespielt, konnte aus spitzem Winkel aber nicht vollstrecken. Schon kurz darauf machte es Gomez nach Zuspiel von Zuber besser. Es war der erste Treffer des Angreifers seit knapp drei Monaten.

Hannover 96 hinten desolat - vorne auch

Die Gäste, bei denen Kevin Akpoguma, Matthias Ostrzolek, Linton Maina, Edgar Prib, Noah Sarenren Bazee, Ihlas Bebou und Niclas Füllkrug fehlten, brachten so gut wie nichts zustande. Die Abwehr wackelte, die Offensive war nicht vorhanden. Das zweite Gegentor schien nur eine Frage der Zeit.

Die Zeit war nach rund einer Viertelstunde gekommen. Im Anschluss an eine Ecke von Gonzalo Castro traf der erst 18 Jahre alte Kabak, der für zwölf Millionen Euro von Galatasaray Istanbul an den Neckar gekommen war, per Kopf zum ersten Mal in der deutschen Eliteklasse. Sechs Minuten später vergab Gomez nach einem haarsträubenden Fehlpass von 96-Kapitän Waldemar Anton die Chance auf das dritte Stuttgarter Tor.

Die Stuttgarter, die ohne Daniel Didavi, Timo Baumgartl und den gesperrten Nicolas Gonzalez auskommen mussten, bestimmten das Spiel fast nach Belieben. Hannover präsentierte sich in dieser Phase wieder einmal erschreckend schwach. Mit Bundesliga-Fußball hatte der Auftritt der Niedersachsen nichts zu tun.

Zuber und Kabak mit Doppelpack für den VfB Stuttgart

Erneut war es Gomez, der per Kopf die Chance zur Vorentscheidung nicht nutzen konnte (42.), Santiago Ascacibar scheiterte (45.) an Esser. Dagegen ließ sich Kabak wiederum nach einer Ecke Castros nicht zweimal bitten.

Nach dem Seitenwechsel wurden die Gäste etwas aktiver. Genki Haraguchi sorgte mit einem Distanzschuss erstmals für Gefahr vor dem Stuttgarter Tor (51.). Obwohl der VfB einen Gang zurückschaltete, verwaltete die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl den Vorsprung erst einmal ohne große Mühe.

Erst als Jonathas die Passivität der Schwaben bestrafte, fingen die Stuttgarter an zu zittern. Weinzierl brachte Kapitän Christian Gentner für Gomez, um seine nervöse Elf durch einen zusätzlichen Mittelfeldspieler zu stabilisieren (73.). Der vom Ligarivalen TSG Hoffenheim ausgeliehene Zuber sorgte für die Entscheidung.

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