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FC-Misere verdirbt Stöger die Karnevalslust

Peter Stöger hat keine Lust auf den Karneval
Peter Stöger hat keine Lust auf den Karneval
Foto: © getty, Maja Hitij
10. November 2017, 13:47

Eigentlich wollte sich Peter Stöger am Samstag in den Trubel stürzen, genauso wie in den vier Jahren zuvor mit Lebensgefährtin Ulrike Kriegler in der Jecken-Hochburg Köln den Karnevalsauftakt feiern.

Aber angesichts der schwierigen Situation beim Bundesliga-Schlusslicht und immer neuer Hiobsbotschaften ist dem Österreicher kurz vor dem Elften im Elften die Lust auf das närrische Treiben offenbar vergangen.

Wahrscheinlich wird er entgegen seiner lieb gewonnenen Gewohnheiten am Samstag ähnlich wie seine Spieler auf das feucht-fröhliche Vergnügen in der Domstadt verzichten.

"Die Mannschaft hat für sich beschlossen, dass sie morgen nicht rausgeht", sagte Stöger am Freitag nach dem Training der in der Liga noch sieglosen Geißböcke. Er selbst habe im Gegensatz zu den vergangenen Jahren auch noch kein Kostüm parat.

Dabei hatte der lebenslustige Stöger noch am vergangenen Sonntag nach dem deprimierenden 0:3 gegen 1899 Hoffenheim betont, dass der FC der aktuellen Krise trotzen und am Auftakt des Straßenkarnevals teilnehmen werde.

Schlechte Nachrichten sorgen für Umdenken

"Es gibt Dinge, die kann man nicht verschieben. Weihnachten zum Beispiel, Geburtstage - oder den 11.11.", sagte der 51-Jährige: "Da ist es dann auch egal, ob man zwei oder 34 Punkte hat. Deshalb werde ich am Samstag unterwegs sein. Und ich bin sicher, dass man das in dieser Stadt versteht."

Die schlechten Nachrichten unter der Woche haben Stöger aber offensichtlich zum Umdenken bewogen. Vor allem die schwere Verletzung von Innenverteidiger Dominique Heintz, eine der wenigen positiven Konstanten in der bisherigen Spielzeit, hat Stöger die Laune verhagelt.

Bei Heintz wurde ein Muskelsehneneinriss im linken Oberschenkel diagnostiziert, der ihn längere Zeit außer Gefecht setzt.

"Ich weiß nicht, wann er uns wieder zur Verfügung steht", sagte Stöger hörbar resigniert. Heintz selbst äußerte sich im "Express" positiv gestimmt: "Ich bin überzeugt, dass es auch ohne mich weitergeht. Die Jungs machen das."

Zuvor hatte sich schon der dauerverletzte Mittelfeldspieler Marcel Risse wegen Schmerzen im rechten Knie für unbestimmte Zeit abgemeldet.

"Immer noch in der Lage, das Feld von hinten aufzurollen"

Torwart Timo Horn bleibt aber trotz der neuerlichen Rückschläge optimistisch und sieht die Mannschaft besser aufgestellt als in der Abstiegssaison 2011/12.

"Der Zusammenhalt heute ist viel besser. Wir sind immer noch in der Lage, das Feld von hinten aufzurollen. Als Gejagter lebt es sich immer schwerer, das haben wir damals zu spüren bekommen. Heute ziehen wir alle an einem Strang", sagte Horn dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Zudem brach der 24-Jährige erneut eine Lanze für seinen Coach, dessen vorzeitige Ablösung seiner Meinung nach keinen Sinn machen würde: "Weil Peter Stöger die Mannschaft über vier Jahre erfolgreich aufgebaut und geformt hat. Dass es seit ein paar Wochen nicht läuft, kann man nicht dem Trainer in die Schuhe schieben. Er macht nichts anders als in den Jahren zuvor."

Zumindest bis zum Karnevalsauftakt am Elften im Elften.

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