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Edin Džeko: Das Näschen ist zurück

Stürmerstar Edin Džeko trifft derzeit aus allen Lagen
Stürmerstar Edin Džeko trifft derzeit aus allen Lagen
Foto: © imago sportfotodienst
02. Dezember 2016, 17:13

Er war ein Flop. Er war "der Blinde". Doch Edin Džeko hat sich aus seinem Loch gekämpft und ist mit inzwischen 30 Jahren wieder der Torjäger, wie man ihn aus der Bundesliga kennt. In dieser Rolle könnte er vor allem für das römische Derby am Sonntag spielentscheidend sein.

Wir schreiben den 19. März 2016. Die AS Roma liegt im Heimspiel gegen Inter mit 0:1 zurück und drängt auf den Ausgleich. Dribbelkünstler wie Salah, Pjanić oder Perotti spielen die Inter-Defensive an die Wand – es fehlt nur ein Stürmer, der die Kugel über die Linie drückt. Dabei befindet sich genau so ein Spielertyp auf dem Platz: Edin Džeko wirkt allerdings auch nach knapp einem Jahr in Rom wie ein Fremdkörper bei den spielerisch starken Römern.

Der ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig verballert die Chancen reihenweise. Nach einer weiteren Möglichkeit, als der kräftige Mittelstürmer das Leder erneut frei vorm Keeper in den römischen Abendhimmel jagte, ist bereits bittere Verzweiflung im Gesicht des Neuzugangs zu sehen. Was mache ich hier eigentlich? Gehöre ich hier hin? Bezeichnend, dass der Ausgleich durch Kampfmaschine Nainggolan am Ende direkt nach einem peinlichen Luftloch des Bosniers fällt.

"Edin Cieco" verballert den Titelkampf

In Italien hagelt es nach diesem Spiel und in den kommenden Wochen reichlich Kritik für den Angreifer, der als große Sturmhoffnung von Manchester City verpflichtet wurde und in die Fußstapfen eines Gabriel Batistuta oder Vincenzo Montella treten sollte.

"Edin Cieco" wird er fortan spöttisch von Medien und Fans genannt, "Edin, der Blinde". Nach am Ende nur acht Saisontreffern in 31 Spielen wird Džeko letztlich die Hauptschuld daran gegeben, dass die Roma erneut kein Wort im Titelkampf mitreden durfte. "Womöglich haben wir mit dem einen oder anderen Transfer danebengelegen, aber nichtsdestotrotz hat die Roma größere Fehler gemacht. Vor allem Džeko, es wurde Unmengen an Geld für ihn investiert und er konnte überhaupt nicht überzeugen", bewies Igli Tare von Erzrivale Lazio ungeniert Schadenfreude.

Mangels Alternativen bleibt der Deutsche Meister von 2009 auch über den Sommer hinaus in Rom. Gnadenfrist also. Doch die nutzt Džeko wie kein Zweiter.

Die Wiedergeburt des Torjägers

Knapp ein halbes Jahr nach Džekos Totalausfall gegen Inter geht es im Oktober erneut daheim gegen die Nerazzurri. Und wer den Mittelstürmer der Giallorossi jetzt sieht, traut seinen Augen kaum. Džeko glüht, erweist sich trotz seiner etwas klobigen Statur als spielerisch integriert und lässt sich vor dem Tor nicht zweimal bitten. Nach nur fünf Minuten trifft er eiskalt ins lange Eck, später kann Tormann Handanović nur durch eine Weltklasseparade ein Kopfballtor des Neuners verhindern. Die Roma siegt 2:1 und bleibt der Alten Dame aus Turin dicht auf den Fersen.

Der 30-jährige beweist in dieser Spielzeit eindrucksvoll, dass er noch längst nicht zum alten Eisen gehört, trotz seiner manchmal ungelenken Spielweise. Einer der wenigen klassischen Mittelstürmer im europäischen Spitzenfußball hat sein Näschen vor dem Tor wiederentdeckt.

Zwölf Tore in 14 Spielen sind genauso viele wie in den letzten beiden Jahren zuvor in Rom und Manchester zusammen. Und wichtiger noch: Die Roma ist inzwischen von ihrer Nummer 9 abhängig. Trifft der Bosnier, gewinnt in die Roma, wie es in acht Spielen bisher der Fall war – auch am letzten Wochenende als sein Doppelpack den 3:2-Heimsieg gegen Pescara rettete. In den übrigen sechs Spielen ohne Džeko-Tor gab es nur einen Sieg. Außerdem fielen alle drei Saisonniederlagen darunter.

"Wir spielen für ihn"

"Es stehen immer zwei oder drei Verteidiger bei mir als Stürmer. Ich wusste im ersten Jahr nicht, wie ich gegen solche Teams spielen sollte, aber jetzt weiß ich es und das zeigt sich auch auf dem Platz", zeugte der Mann aus Sarajevo von seinem Lernprozess. Aber auch seine Mitspieler haben sich inzwischen auf die Spielweise des Neulings eingestellt. „Edin ist jetzt der perfekte Stürmer für uns, wir spielen mehr für ihn. Seine Tore geben uns und ihm Selbstvertrauen, damit werden wir alle besser", brachte es Daniele de Rossi auf den Punkt.

Die falsche Neun, die im letzten Jahr mangels Alternativen oft von Diego Perotti oder Stephan El Shaarawy interpretiert wurde, ist heute Geschichte. Džeko fungiert als perfekter Wandspieler, der Verteidiger bindet, damit Platz für die schnellen Außen schafft um dann meist in der Mitte mit einer kurzer Ballberührung zu vollenden. Klassisches Mittelstürmerspiel – mit 33 Toren in 14 Spielen stellte die Roma damit gar ihren Vereinsrekord aus dem Jahre 1934 ein.

Wettschießen mit Stadtrivale Immobile

Kann mit einem Vollstrecker also endlich der erste Meistertitel seit 2001 ins Auge gefasst werden, auch da Juventus nicht mehr so dominant wie in den vergangenen Jahren auftritt? "Abwarten, wir haben jetzt erstmal drei Hammerspiele. Erst das Derby, dann kommt Milan und schließlich müssen wir zu Juve. Danach wissen wir mehr", gibt sich Džeko selbst nüchtern wie eh und je.

Vor allem der himmelblaue Stadtrivale Lazio ist kein Sparringspartner mehr wie im letzten Jahr. Seit neun Partien ungeschlagen, darunter sechs Siege, und nur einen Punkt hinter den Lupi. Dazu kommt der Boykott der Roma-Ultras, die ihre Curva Sud aus Protest gegen die verschärften Einlassbedingungen erneut leer lassen, während die Lazio-Tifosi erstmals wieder in ihre Curva Nord kommen werden.

Und nicht zuletzt hat auch Lazio seinen Džeko: Klose-Nachfolger Ciro Immobile traf auch bereits neun Mal in der Serie A ins Schwarze und eröffnet somit das Torjäger-Duell auf Augenhöhe im Olimpico.

Johann Mai

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