Die auffallend defensive Positionierung von Torjäger Harry Kane beim 2:2 des FC Bayern in der Champions League gegen den FC Arsenal sorgt beim früheren Vorstandschef Oliver Kahn für Verwunderung.
"Ich hatte gegen Arsenal zum ersten Mal das Gefühl, dass die Mannschaft insgesamt etwas vorsichtiger agiert hat. Ob Harry Kane, der seine Qualitäten auch im Mittelfeld hat, allein dadurch, dass er überragende Pässe spielen kann, sich mal ins Mittelfeld fallen lässt, okay. Das kann man nachvollziehen. Dass er allerdings am eigenen Sechzehner spielt, das fand ich ehrlich gesagt zumindest fragwürdig", sagte der ehemalige Torwart-Titan bei "Triple – der Hagedorn Fußballtalk" auf "RTL/Sky Sport".
Im Grunde sei Kanes Position für ihn klar, so Kahn: "Er soll als Mittelstürmer Tore machen. Dass sich einer, der Tore machen soll, auch mal ins Mittelfeld fallen lässt, weil er dort ebenfalls Qualitäten hat, Stichwort Passspiel, finde ich normal. Nur musst du natürlich aufpassen, dass du dadurch nicht das gesamte Gefüge durcheinanderbringst. Und die anderen dann gucken: Okay, wir haben unseren Mittelstürmer jetzt plötzlich hier am Elfmeterpunkt. Ob das vom Trainer tatsächlich so gewollt war, wage ich zu bezweifeln."
Kader des FC Bayern zu dünn? Kahn verweist auf "Philosophie"
Gegen Arsenal fehlten dem FC Bayern unter anderem Flügelstürmer Michael Olise (Gelb-Rot-Sperre) sowie Mittelfeld-Motor Joshua Kimmich (Trauerfall in der Familie) - Qualität, die der deutsche Rekordmeister in dieser Partie nicht zu 100 Prozent ersetzen konnte. Ist der Kader der Münchner zu dünn?
"Es fällt im Moment schon auf, dass derzeit nicht die beste Mannschaft des FC Bayern zusammenspielen kann, auch wegen der Ausfälle. Aber dann sieht man, und das war bei Bayern auch in der Vergangenheit schon so, immer die Frage: Wenn drei oder vier Top-Leute ausfallen, wie hoch ist dann die Qualität? Die Qualität ist immer noch enorm hoch. Aber ist sie auch so hoch, dass du mit diesen Spielern noch drei Titel gewinnen kannst? Das ist immer die entscheidende Fragestellung", sagte Kahn.
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Er betonte, es gebe eine "Philosophie" beim FC Bayern: "Dass man sagt: Nein, wir besetzen manche Kaderpositionen nicht mit einem 80-Millionen-Euro-Spieler und noch einmal mit einem 100-Millionen-Euro-Spieler, sondern auch mit jungen Spielern, die von hinten nachkommen und möglicherweise aus dem eigenen Nachwuchs hochgezogen werden."

























