Der vorige Winter war für Italiens Biathlon-Star Rebecca Passler wahrlich kein einfacher. Erst schien es, als sei die 25-Jährige auf dem Weg in die Weltspitze, doch dann kamen Dopingvorwürfe gegen die Skijägerin auf, die in einer Suspendierung mündeten. Die Folge: Passler verpasste die Olympischen Winterspiele im eigenen Land. Darüber hat sie nun gesprochen.
"Das ärgert mich nach wie vor, ganz klar. Im Grunde sind wir Einzelsportler, die alles auf die eigene Leistung ausrichten, das ganze Jahr auf ein bestimmtes Ziel hinarbeiten und dem alles unterordnen. Wenn man kurz vor diesem Ziel steht und es dann plötzlich unerreichbar ist, dann macht das etwas mit einem. Zumal ich damals von meiner Sperre aus den Medien erfahren habe. Das mental zu verarbeiten, ist gar nicht so einfach", blickte Passler im Interview mit "SportNews" zurück.
Zwar hatte die Italienerin nach dem Schock glaubhaft vermitteln können, dass die positive Probe lediglich auf einer Verunreinigung basierte, doch für Olympia war es nach der Aufhebung ihrer Sperre schon zu spät.
"Als Athletin hat mich das damals komplett aus dem Rhythmus geworfen", gestand Passler und schob nach: "Diesen gilt es erst wieder aufzubauen."
Immerhin habe sie durch die Geschehnisse "menschlich sicherlich dazugelernt" und sei "mental stärker" geworden. "Diese neue Kraft möchte ich mit in den nächsten Winter nehmen. Ich werde wieder angreifen", kündigte die Skijägerin an, die bis zu ihrer Sperre in zwei Weltcup-Rennen an den Top Ten gekratzt hatte.
Biathlon-Ass will wieder "Anschluss finden"
Bei aller Angriffslust schätzt Passler ihren aktuellen Leistungsstand realistisch ein und spart sich vollmundige Kampfansagen an die Konkurrenz.
"Zuallererst möchte ich wieder den Anschluss finden, im Weltcup wieder richtig Tritt fassen. Ich hoffe, ich kann meine Form dann so aufbauen, dass ich im Februar bei der Weltmeisterschaft meine beste Leistung abrufen kann. Die Titelkämpfe in Estland sind das große Saison-Highlight", wagte sie einen Blick in die nahe Zukunft.
