Der frühere Box-Weltmeister Felix Sturm wird am 11. Juli den letzten Kampf seiner bewegten Karriere bestreiten. Dann steigt der 47-Jährige in Stuttgart gegen den Ingolstädter Granit Stein für seine Abschiedsvorstellung in den Ring.
Damit ist auch klar, dass Sturm davon absieht, wie zuvor angekündigt, seinen sechsten WM-Titel anzugreifen.
"Natürlich ist da Herzschmerz. Ich liebe diesen Sport, ich liebe die Vorbereitung, dieses Gefühl vor dem Kampf. Das wird es danach nie wieder geben. Aber irgendwann muss man ehrlich zu sich selbst sein. Der Zeitpunkt ist gekommen", sagte Sturm: "Meine Familie – meine Frau und mein Vater – haben diesem letzten Kampf zugestimmt, unter der klaren Voraussetzung, dass es dabei bleibt. Und dieses Versprechen halte ich. Danach ist endgültig Schluss."
Zuletzt hatte Sturm im Februar 2025 gekämpft, gegen Benjamin Blindert gewann er damals durch K.o. in der dritten Runde. Nach dem 45. Sieg im 54. Profikampf (sechs Niederlagen, drei Remis) hatte er noch einen erneuten WM-Titel ins Visier genommen. Doch danach wurde es ruhig um Sturm, ehe er sich nun zurückmeldete: "Ich wollte keinen stillen Abschied. Nach über 35 Jahren im Boxsport habe ich diesem Sport unglaublich viel zu verdanken und wollte mich in einem würdigen Rahmen von meinen Fans verabschieden."
Vor dem letzten Kapitel blickt Sturm auf eine große Karriere zurück. Nach seinem Profidebüt im Jahr 2001 machte ihn spätestens die umstrittene Niederlage 2004 gegen US-Ikone Oscar De La Hoya berühmt. Als führende Figur prägte er in den Nullerjahren das deutsche Boxen und lockte Millionen Menschen vor den Fernseher. Fünfmal wurde er Weltmeister, letztmals 2016. Doch Sturm sorgte auch für negative Schlagzeilen: Wegen Steuerhinterziehung und Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz hatte er eine Haftstrafe verbüßen müssen.