Die Tinte ist trocken: Anthony Joshua wird seinen ersten Kampf seit seinem verheerenden Verkehrsunfall am 25. Juli in Saudi-Arabien bestreiten. Gegner des früheren Box-Weltmeisters in Riad ist der albanische Underdog Kristian Prenga.
Als "The Comeback" (Die Rückkehr) wird der Schwergewichtskampf auf den Social-Media-Kanälen beworben.
Im vorigen Dezember waren zwei Freunde von Joshua bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Einer der Toten war sein Personal-Trainer, der andere ein weiterer Betreuer.
Joshua selbst überstand das Unglück in Nigeria mit leichten Verletzungen und wurde nach kurzer Behandlungsdauer aus dem Krankenhaus entlassen.
Der einstige Bezwinger von Wladimir Klitschko hatte kurz vor dem Crash einen einseitigen Showkampf gegen Youtube-Star Jake Paul gewonnen.
Joshua hatte erst kürzlich in einem Interview angedeutet, nach dem Tod seiner Freunde noch "einige Dinge klären" zu müssen. "Ich hatte einen schweren Unfall. Es gibt ernste Dinge in meinem Leben. Ich weiche niemandem aus. Sobald ich wieder bei 100 Prozent bin, kämpfe ich", kündigte der Brite an.
Tyson Fury muss sich gedulden
Hintergrund ist vor allem das ständige Werben von Ex-Champion Tyson Fury, der vor rund zwei Wochen nach stolzen 476 Tagen Ringabstinenz einen glanzlosen Comeback-Sieg gegen den Russen Arslanbek Makhmudov gefeiert hatte.
Der frühere Schwergewichts-Weltmeister sagte danach im Beisein von Ringgast Joshua: "Ich will euch den Kampf geben, auf den ihr alle wartet. Ich fordere dich heraus, Anthony Joshua." Nun wird sich Fury aber weiter gedulden müssen.
Vom "Battle of Britain" träumen Boxfans seit einem Jahrzehnt. Immer wieder scheiterte der Kampf an finanziellen Streitigkeiten. Obwohl Fury und Joshua ihre beste Zeit hinter sich haben, ist das Duell noch immer der größte Kampf, der sich aktuell machen lässt.
Joshuas Karriere ist in den vergangenen Jahren ins Stocken geraten, nachdem er 2021 seine WM-Gürtel an Oleksandr Usyk verloren hatte. War er dem Ukrainer auch im Rückkampf im Jahr darauf unterlegen gewesen, vergab er 2024 erneut eine Titelchance durch eine krachende K.-o.-Pleite gegen Daniel Dubois.
